Nach Brandanschlag
Synagoge Ermreuth: Landgericht erlässt Haftbefehl
Ein 21-jähriger Tatverdächtiger aus einem Nachbarort soll in der Silvesternacht eine Fensterscheibe der früheren Synagoge Ermreuth bei Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) beschädigt haben und wollte diese wohl anzünden.
Ein 21-jähriger Tatverdächtiger aus einem Nachbarort soll in der Silvesternacht eine Fensterscheibe der früheren Synagoge Ermreuth bei Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) beschädigt haben und wollte diese wohl anzünden.
Andreas Kraft
von dpa
Neunkirchen am Brand – Nach dem rechtsextremistischen Brandanschlag auf die Synagoge Ermreuth im Landkreis Forchheim sitzt der 21-jährige Tatverdächtige nun doch in Untersuchungshaft.

Nach einem mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf eine ehemalige Synagoge in Oberfranken sitzt der Tatverdächtige nun doch in U-Haft. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Amtsgericht hatte den Haftbefehl abgelehnt

Das Amtsgericht in Bamberg hatte einen Haftbefehl gegen den 21-Jährigen abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft war aber nun mit ihrer Beschwerde erfolgreich, das Landgericht Bamberg erließ Haftbefehl.

Wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung und der gemeinschaftlichen Sachbeschädigung kam der Mann am Donnerstag in Untersuchungshaft.

Brandanschlag in der Silvesternacht

Er wird laut Staatsanwaltschaft verdächtigt, in der Silvesternacht eine Fensterscheibe der früheren Synagoge Ermreuth bei Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) beschädigt zu haben. Anschließend soll er versucht haben, einen Feuerwerkskörper zu zünden und durch das eingeschlagene Fenster zu werfen, um das einstige jüdische Gotteshaus in Brand zu stecken. Er war am 5. Januar festgenommen worden.

Ein Überwachungsvideo sowie Zeugenaussagen brachten die Ermittler auf die Spur des Verdächtigen. Nach derzeitigen Erkenntnissen und wegen der Tatausführung gehe man von einer antisemitisch motivierten Straftat mit rechtsextremistischem Hintergrund aus, hieß es.

Seit dem 10. Januar führe die Generalstaatsanwaltschaft München das Ermittlungsverfahren, denn dort ist der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz angesiedelt.

 

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: