Nach dem Brand des Dachstuhls ihrer Brauerei in Thuisbrunn hat Familie Kugler den ersten Schock überwunden und bemüht sich, wieder so etwas wie Normalität in den Alltag zu bekommen.
„Die Gaststätte ist wieder geöffnet“, sagt Bianca Kugler und hofft, dass das Gastrogeschäft gut läuft. Das ist derzeit ihre einzige Einnahmequelle, denn das Geschäft der Brauerei bricht nun ein: Nach dem Brand am Dienstag ist ans Brauen nicht mehr zu denken.
Das Schadensgutachten schließt Brandstiftung aus
„Die Verkabelung und die Elektronik sind kaputt. Es existiert nichts mehr“, sagt Bianca Kugler. „Der Schaltschrank ist komplett ausgebrannt“, ergänzt sie. Einen Kabelbrand habe das Schadensgutachten als Ursache ergeben und damit sei Brandstiftung ausgeschlossen, was die Kuglers bestätigt bekamen.
Von einer halben Million Euro Schaden wird derzeit ausgegangen. Das Schadensgutachten erhalten sie nächste Woche schriftlich.
Im vorderen Bereich der alten Scheune war das Sudhaus eingerichtet. Auch das Lager der Whiskydestillerie befand sich dort. Die gute Nachricht: Die Tanks im Sudhaus sind intakt und funktionieren.
Doch um wieder brauen zu können, müssen die Tanks neu verkabelt werden. Darum wird sich die Firma Kasper und Schulz aus Bamberg kümmern. Von ihnen hat Elch-Bräu alle Gerätschaften, und auf diese altbewährte Zusammenarbeit will die Familie weiterhin setzen.
Zahlreiche Angebote anderer Brauereien
Die Familie geht von mindestens einem halben Jahr aus, bis sie wieder selbst brauen kann. „Wir müssen für die nächsten Monate schauen, ob wir woanders brauen können“, sagt Bianca Kugler. Angebote seien vorhanden, zahlreiche Brauereien wollen den Kuglers aushelfen.
Noch allerdings sind Restbestände vorhanden. Diese werden gerade aus der Scheune geholt, die nun wieder betreten werden darf. Alles, was noch verwendbar ist, wird gerade herausgeräumt. Fässer sind dort, auch Bier.
„Der Lagertank ist voll gewesen und nicht beschädigt“, berichtet Bianca Kugler. Die Wanderer auf dem touristischen Fünf-Seidla-Steig von Weißenohe über Gräfenberg bis Thuisbrunn und alle anderen können also zunächst weiter mit Bier verköstigt werden.
Obwohl das Feuer bereits am Valentinstag ausgebrochen war und der Brand dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehren nach einer Stunde gelöscht werden konnte, riecht es noch immer nach Rauch. Das und die verkohlten Dachlatten geben Zeugnis vom Unglückstag.
Braumeister hat das Feuer selbst entdeckt
In der Gaststätte und im Brauhaus hatte sich zum Zeitpunkt des Feuers zum Glück niemand aufgehalten. Georg Kugler hatte den Brand vom Wohnhaus aus zuerst gesehen, lief gleich los und alarmierte die Feuerwehr. Als Bianca Kugler den Alarm hörte, hätte sie nie gedacht, dass etwas bei ihnen passiert wäre. Sie zählte die Sekunden, bis die Feuerwehr kam.
„Es sind schlimme Momente, wenn man zusehen muss, wie es brennt“, sagt Bianca Kugler, die nur fassungslos dastehen konnte. Erst tags drauf kam ihr in den Sinn, der Feuerwehr zu danken. „Sie haben eine tolle Arbeit geleistet und den Brand innerhalb einer Stunde gelöscht“, bedankt sich Kugler, die nun wieder im Gasthaus steht, um Gäste zu bewirten.
Doch der Blick aus dem Fenster fällt auf die abgebrannte Scheune. Diese steht unter Denkmalschutz. Der Dachstuhl jedoch durfte erneuert werden, was die Familie 2007 auch tat. Nur an der hinteren Scheune durfte nichts verändert werden. Beide Scheunen brannten.
Ob nun beim Wiederaufbau der Denkmalschutz beachtet werden muss, wissen die Kuglers noch nicht. Ihr Ziel ist es jedoch, alles wieder genau so aufzubauen, einen Schritt nach dem anderen. Der Erste beginnt mit ein wenig Normalität im Alltag, indem das Gasthaus wieder geöffnet ist.
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