Es war wohl ein unruhiger Jahreswechsel für die Freiwillige Feuerwehr in Ebermannstadt. Vor inzwischen drei Monaten verstarb der langjährige Kommandant Tobias Theiler urplötzlich und unerwartet am 6. Dezember 2024. Seither übernahmen seine beiden Stellvertreter die Rolle. Einer der beiden wurde nun vor kurzem offiziell zum nächsten Kommandanten gewählt. Wer ist die neue Feuerwehrspitze und was plant er für seine Feuerwehr?
Neue Rolle ist Lernprozess
Seit rund zwei Wochen übt Rolf Kutter seine neue Tätigkeit als Feuerwehrkommandant der Ebermannstadter Feuerwehr offiziell aus. „Es ist durchaus noch ein Lernprozess“, erklärt Kutter im Interview mit dem Fränkischen Tag. Zwar konnte er als Stellvertreter seines leider verstorbenen Vorgängers schon viel von der administrativen Seite der Feuerwehr kennenlernen, „vieles hat man als Kommandant aber auch noch zusätzlich zu können und zu leisten“, so Kutter. Da will er nun, nachdem etwas Ruhe in die Wehr eingekehrt ist, ansetzen.
Feuerwehr Ebermannstadt: Wer ist Kommandant Rolf Kutter?
Kutter selbst ist in der Ebermannstadter Feuerwehr schon längst kein Unbekannter mehr, seit 2011 ist der heute 51-Jährige ein fester Bestandteil der Kameradschaft. Die Liebe zur Feuerwehr geht bei ihm aber noch weiter zurück als 2011: „Schon seit der Kindheit war Feuerwehr ein Teil meines Lebens“, berichtet Kutter. Unter anderem war Kutter auch in der Stadtfeuerwehr in Ulm tätig. „Das ist von der Größe her natürlich noch mal eine ganz andere Hausnummer“, erinnert sich Rolf Kutter.
Hauptberuflich arbeitet Ebermannstadts neuer Feuerwehrkommandant als Elektroingenieur. Ein Beruf, dessen Erfahrungen ihm an der ein oder anderen Stelle in seiner Feuerwehrkarriere schon mal geholfen haben. „Ein bisschen genaueres Wissen über Elektrotechnik und Ingenieursarbeiten ist in der Feuerwehr nie verkehrt“, berichtet der Kommandant. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt er auch in Ebermannstadt.
Neuer Kommandant tritt in große Fußstapfen
Kutter selbst ist selbstbewusst, seine neue Tätigkeit als Feuerwehrkommandant in Ebermannstadt meistern zu können und die Wehr langzeitlich nach vorne zu bringen. Gleichzeitig entgehen dem 51-Jährigen nicht die besonderen Umstände, die für seine neue Rolle gesorgt haben. „Mit Tobias geht natürlich jemand, der von der ganzen Kameradschaft geschätzt und respektiert wurde, das ist eine große Lücke für uns alle“, erklärt Kutter. Auch für Rolf Kutter persönlich, denn mit Tobias Theilers Tod verlor er nicht nur einen Kameraden und Kommandanten, sondern auch einen sehr engen Freund, sagt Kutter selbst.
Entsprechend will Kutter auch die Ideen und Themen, die sein Vorgänger in seiner Zeit als Kommandant schon nach vorne gebracht hat, weiterführen. „Tobias hat sehr viel für die Kameradschaft innerhalb der Wehr getan, da will ich natürlich weiter machen“, so Kutter im Gespräch. Auch die Ertüchtigung der Feuerwehrhäuser, die der Stadtrat erst vor Kurzem beschlossen hat, habe Theiler angestoßen. „Es ist schade, dass er nicht mitbekommt, dass das Ganze jetzt langsam in die Tat umgesetzt wird“, sagt Kommandant Kutter.
Feuerwehr Ebermannstadt: Neue Mitglieder gesucht
Neben der Ertüchtigung der einzelnen Feuerwehrhäuser hat sich Kutter schon ein weiteres Thema zum Vorsatz genommen: Auch die Ebermannstadter Feuerwehren benötigen wieder mehr helfende Hände. „Wir brauchen in allen Ortsteilen mehr Leute, besonders da einige alte Hasen, die schon lange dabei sind und auch sehr viel für uns machen, nach und nach gehen“, erklärt der Kommandant. Dabei sei die Feuerwehr schon lange kein Freiwilligendienst mehr, bei dem man unzählige Stunden der kostbaren Freizeit opfern muss. „Wenn man will, kann man hier natürlich unzählige Stunden versenken und mitwirken, wir freuen uns aber genauso auch über Menschen, die ‚nur‘ gelegentlich zu den Übungen kommen und im Notfall bereitstehen“, erklärt Kutter.
Positiver sieht es mitgliedermäßig im Bereich der Kinder- und Jugendwehren aus. Mit 17 Kinder- und acht Jugendmitgliedern wäre die Ebermannstadter Feuerwehr recht zufrieden. Oftmals klappe es mit den Jugendlichen dann aber nicht mit dem Einzug in die aktive Feuerwehr. „Da machen uns die privaten Umstände dann doch gerne mal einen Strich durch die Rechnung“, scherzt Kutter. Dennoch würde sich die Freiwillige Feuerwehr stets über Unterstützung freuen: „Wir brauchen immer Personal und Unterstützung“, führt der Kommandant fort.
Kommandant FW Ebermannstadt: „Feuerwehr ist ein Teamgeschäft“
Ganz alleine wird Rolf Kutter seine neue Tätigkeit als Ebermannstadter Feuerwehrkommandant nicht wuppen können. „Feuerwehr ist ein Teamgeschäft, entsprechend wird auch das Kommandantenamt gewissermaßen als Team bestritten“, erklärt Kutter. Diese Teamarbeit soll zum einen in der Arbeit zwischen den einzelnen Ortsfeuerwehren und der Hauptwehr in Ebermannstadt zu sehen sein, als auch in der Zusammenarbeit zwischen Kutter und seinen Stellvertretern. „Ein einzelner Feuerwehrmann ist nichts, im Team können wir viel besser glänzen. Deswegen ist die kleinste Einheit am Ende immer noch ein Team aus zwei“, erzählt Kutter.













