0
Geschichte
150 Jahre Feuerwehr Gößweinstein
Das war die Gößweinsteiner Feuerwehr zum Jubiläum 1913.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das war die Gößweinsteiner Feuerwehr zum Jubiläum 1913. // Repro: tw
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Gößweinstein – In Gößweinstein feiert die Freiwillige Feuerwehr heuer einen besonderen Geburtstag. Gegründet wurde sie damals von einer Schar aus Männern aus dem Turnverein der Gemeinde.

Man schreibt den 10. Oktober 1873, es ist ein Freitagabend, als sich eine Schar von Männern – vorrangig Mitglieder des damaligen Turnvereins – auf Initiative des Bürgermeisters Philipp Kaul zusammenfinden, um die Freiwillige Feuerwehr Gößweinstein zu gründen. Von der Gemeinde wurde eine Feuerspritze zur Verfügung gestellt. Als Spritzenhaus diente ein kleines Häuschen, welches an der jetzigen Einfahrt zum Friedhofsparkplatz in der Viktor-von-Scheffel-Straße stand.

Im Jahr 1888 feierte die Wehr ihr 15-jähriges Bestehen. Aufgrund eines Beschlusses des Gemeinderates erhielt jedes Gründungsmitglied zwei vergoldete Achselknöpfe mit der römischen Zahl „XV“.

Als größter Einsatz des 20. Jahrhunderts ist der Brand des Scheffel-Gasthofes 1915 zu erwähnen. 1923 wurde das 50-jährige Bestehen mit Fahnenweihe gefeiert.

Die technische Entwicklung blieb nicht stehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine neue Feuerspritze angeschafft, 1928 eine mechanische Schubleiter, Mitte der 1930er Jahre dann eine Motorspritze. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt die Feuerwehr 1945 als erster Verein durch die amerikanische Besatzungsmacht die Erlaubnis, sich neu zu konstituieren.

1952 wurden durch die Gemeinde Gößweinstein die sogenannten Schroll-Garagen erworben und zur neuen Unterkunft der Feuerwehrgerätschaften umgebaut. Weiter aufwärts ging es 1962, als vom Freistaat Bayern in Gößweinstein ein TLF 8/16 stationiert wurde. Bis 2012 war dieses geländegängige Fahrzeug im Bestand.

Den Fuhrpark erweitert

Der Fuhrpark wurde 1967 mit der Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges Ford Transit aufgebaut und mit einem Tanklöschfahrzeug 1975 vergrößert. Seit 1976 gibt es die ersten Atemschutzgeräteträger. Durch die Stationierung einer Rettungsschere durch den Landkreis Forchheim in Gößweinstein wurde die Ausrüstung weiter ergänzt.

1993 konnte nach dreijähriger Bauzeit das heutige Feuerwehrhaus in der Etzdorfer Straße bezogen werden. Mit einem Kostenaufwand von 2,3 Millionen D-Mark entstand für die Feuerwehr ein modernes Haus mit vier Stellplätzen, einer Waschhalle, einer modernen Schlauchpflege mit Halbturm, Schulungsraum und Umkleide-, Lager- und Werkstatträumen. Eine Erneuerung des Fuhrparks erlangte man 1997 mit der Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6.

Nachdem das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hatte, konnte 2016 das neue Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt werden. Das inzwischen verstorbene Ehrenmitglied Felix Anton Gebhardt vermachte dafür 140.000 Euro. Vorsitzende Elisa Egelseer-Bogner, die seit 2009 im Amt ist, konnte der Gemeinde 18.850 Euro dafür aus der Feuerwehrkasse übergeben.

Freunde über Bayern hinaus

Freundschaftliche Beziehungen unterhält die Feuerwehr Gößweinstein über die Landesgrenzen des Freistaates hinaus. Seit 1983 erfolgen in größeren Abständen gegenseitige Besuche bei der Feuerwehr Jemgum (Landkreis Leer, Niedersachsen). Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit der Stadt Bad Schandau durch den damaligen Bürgermeister Hans Backer haben auch die beiden Wehren partnerschaftliche Beziehungen aufgenommen. Als Hauptinitiator dieser Beziehung galt in Gößweinstein der damalige Kreisbrandmeister Konrad Polster. Als 2002 Bad Schandau durch die „Jahrhundertflut“ heimgesucht wurde, beteiligte sich eine größere Anzahl von Gößweinsteiner Feuerwehrleuten an den Aufräumarbeiten. Ebenso machte sich eine Abordnung 2013 auf den Weg nach Bad Schandau, um beim Hochwassereinsatz zu helfen. Auch beim größten Waldbrand in der Sächsischen Schweiz machte sich eine große Anzahl Freiwilliger aus Gößweinstein auf den Weg nach Bad Schandau. Die Feuerwehr Gößweinstein pflegt die Freundschaft zur Partnerstadt Bad Schandau seit über 30 Jahren.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!