Vier Monate und der erste Schock sind mittlerweile in Ebermannstadt vergangen. Doch die Aufregung war groß, als im Februar dieses Jahres Beamte der Staatsanwaltschaft Bamberg sowohl das Rathaus als auch den städtischen Bauhof durchsuchten und mit dutzenden potenziellen Beweismitteln wieder verschwanden. Indes ist es wieder ruhiger um die Ermittlungen und die damals anonym geäußerten Beschuldigungen gegen die Stadt geworden. Doch wie geht es in der Causa künftig weiter?
Ebermannstadt: Deshalb wurde das Rathaus durchsucht
Zur Erinnerung: Der Grund für die beiden Durchsuchungen der städtischen Einrichtungen ist ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter. Konkret geht es dabei um Bauaushub, der illegalerweise am stillgelegten Steinbruch Feuerstein abgelagert wurde. Zwar besteht seit Beginn der Ermittlungen Ende November 2024 keinerlei Anfangsverdacht gegen die Stadt und deren Vertreter, dennoch ist es nicht verwunderlich, dass eben auch Ebermannstadt selbst ins Visier der Ermittler rückt.
Schließlich hat die Stadt für Bauprojekte selbst Jahre lang zumindest einen kleinen Teil des Steinbruchs mit eigenen Aushüben befüllt, um diesen entsprechend zu rekultivieren. Bis Sommer 2024 war das auch theoretisch rechtens, zumal die Stadt dort laut eigener Angabe sowieso nur unbedenkliche Aushübe ablagerte. Doch inzwischen hat das Landratsamt Forchheim die ehemalige Genehmigung zur Rekultivierung des Steinbruches entzogen. Nun steht im Raum, ob die Stadt eigentlich schon seit Errichtung des dortigen Wasserschutzgebiets im Juni 2017 keine weiteren Ablagerungen dort durchführen durfte.
Staatsanwaltschaft Bamberg: Ermittlungen gehen weiter
Entsprechend ermittelt nun die Wasserschutzpolizeiinspektion Bamberg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg. Und das auch weiterhin, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage bestätigt. Während zuletzt nur spekuliert werden konnte, ob die lange und komplizierte Geschichte des Steinbruches in Verbindung mit den Ermittlungen steht, bestätigt die Staatsanwaltschaft nun zumindest den Zusammenhang, dass das Ermittlungsverfahren mit dem prekären Steinbruch an sich zu tun hat. Eine von zwei neuen Details.
Dass damit auch die längere Vorgeschichte um den Steinbruch Feuerstein eine Rolle spielt, legt auch der eigentliche Grund für das Verfahren nah, den die Staatsanwaltschaft nun erstmals preisgibt. „Das Verfahren beruht auf einer Strafanzeige des Landratsamts Forchheim vom 26. November 2024 und wird seitdem geführt“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auf Nachfrage will sich das Landratsamt nicht über das laufende Verfahren äußern.
So reagiert Bürgermeisterin Meyer
Ähnlich verhält es sich für Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nichts Neues zu sagen“, erklärt die Bürgermeisterin auf Nachfrage am Telefon. Das läge aber vorallem daran, dass die Stadt nicht weiter über die Ermittlungen informiert wird. Man müsse nun selbst auf die Ergebnisse warten.
Gleichzeitig bestätigt sie die Kooperation mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei „Wir haben nichts zu verstecken und haben alles übergeben, was für die Beamten irgendwie von Bedeutung sein könnte“, berichtet Meyer von der überraschenden Durchsuchung im Februar.
Ermittlungen weiter gegen unbekannt
Trotz zumindest dieses augenscheinlichen Zusammenhangs laufen die Anzeige und somit auch die Ermittlungen weiterhin gegen unbekannt. Ob sich durch die Durchsuchung und die weiteren Ermittlungen inzwischen ein eindeutiger Täter herauskristallisieren konnte, beantwortet die Staatsanwaltschaft trotz Nachfrage der Redaktion nicht.
Kommt bald die Anklage?
Falls es aber eindeutige Verdächtige gibt, könnte auch das schon bald bekannt werden. „Der Eingang des vorläufigen polizeilichen Abschlussberichtes wird in den nächsten Wochen erwartet“, heißt es aus der Bamberger Staatsanwaltschaft. Derzeit kann die Staatsanwaltschaft aber noch nicht sagen, ob es dann entsprechend zur Anklage kommt, dies sei derzeit noch nicht absehbar.















