Die Hoffnung ist groß: Bleibt der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis Forchheim nach Ostern weiter unter der kritischen 100er-Marke? "Wir freuen uns sehr, dass die Zahlen zurückgehen", sagt Kathrin Schürr, die Sprecherin des Landratsamtes.
Die Folgen der kritischen Inzidenz
Seit Anfang März schwankt der Wert in der Region Forchheim um die kritische Marke - mal drunter, mal drüber. Die Folgen: Aktuell sind Kitas zu, aber seit Mittwoch ist die Ausgangssperre aufgehoben und die Läden dürfen "Click & Meet" anbieten. In der Karwoche waren Kindertagesstätten geöffnet, doch die Einzelhändler mussten vor Gründonnerstag schließen. Vor den Osterferien wiederum mussten sowohl Schulen als auch Kitas eine Woche geschlossen bleiben, es galt jedoch die nächtliche Ausgangssperre.
Wo stecken sich die Menschen in der Region Forchheim an?
Angesichts der wechselnden Inzidenz und eines drohenden bundesweiten Lockdowns stellen sich viele Menschen im Landkreis Forchheim die große Frage: Wo stecken sich die Menschen in der Region Forchheim an? Die ehrliche Antwort ist: Das Infektionsgeschehen in der Region Forchheim ist diffus geworden.
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Fest steht, dass Corona-Ansteckungen quer über den gesamten Landkreis Forchheim verteilt auftreten. Dieses "diffuse Infektionsgeschehen" mache es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin am Gesundheitsamt umso schwerer, die Infektionsketten aktuell nachzuvollziehen, erläutert Schürr. Ein Grund hierfür sei auch die britische Variante des Coronavirus, bei der bereits kürzere Kontakte ausreichten, um sich zu infizieren. "Bei der Nachverfolgung ist es zurzeit teilweise gar nicht mehr möglich festzustellen, wo der eigentliche Ursprung war."
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Sie erläutert das am Beispiel der Bildungseinrichtungen. "Vor Ostern mussten auffällig viele Schulklassen und Kita-Gruppen in Quarantäne", erklärt die Sprecherin. Aber das bedeute jedoch nicht automatisch, dass sich die Kinder oder Erzieherinnen in den Kita- oder Klassenräumen ansteckten. Die nachgespürten Infektionsketten reichen in die Familien, deren Berufe oder private Kontakte hinein. Nachweislich würden sich Menschen im Landkreis Forchheim beispielsweise auch in Firmen und Betrieben mit Corona anstecken (lesen Sie hier mehr über die Teststrategien in den Unternehmen).
Keine "Riesenausbrüche" in der Region Forchheim mehr
Deutlich wird, dass sich das Ausbruchsgeschehen in Forchheim und der Fränkische Schweiz im Vergleich zu vergangenem Jahr verändert hat. "Riesenausbrüche wie in den Altenheimen haben wir nicht mehr", erklärt Schürr. Dass die Infektionszahlen vor Ostern sanken, könne auch ein Zeichen dafür sein, dass die Schnelltestzentren Wirkung zeigen. Wer sich wo besonders mit dem Coronavirus ansteckt, kann die Landratsamtssprecherin nicht eindeutig beantworten. Die spannende Frage angesichts der hoffnungsvollen Zahlen sei, wie sich die Osterferien auf das Geschehen auswirken.
Besonders gespannt blickt das Landratsamt am Freitag, 9. April 2021, auf den Corona-Inzidenzwert: Bleibt er unter 100, könnte die Behörde den Schulen nach den Osterferien Wechselunterricht erlauben.
Robert Koch Institut: Ausbrüche werden vermehrt im Privaten dokumentiert
Viele kleinere Ausbrüche Wie im Kreis Forchheim handelt es sich aktuell in den meisten Regionen Deutschlands laut Auswertungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) um ein diffuses Corona-Infektionsgeschehen. Häufungen würden im Privaten, im Beruf sowie in Kindergärten beobachtet. Zu den hohen Inzidenz-Zahlen tragen aktuell viele kleinere Ausbrüche bei, während größere (ab 5 Fälle) seit Jahresbeginn deutlich abnehmen.
Verteilungen Während der Anteil der gemeldeten Covid-19-Fälle laut RKI in Alten- und Pflegeheimen Ende Dezember bei 46 Prozent lag, sind es Anfang April 4,8 Prozent. Ebenso rückläufig sind Ausbrüche in Krankenhäusern. Im gleichen Zeitraum nahmen Infektionen am Arbeitsplatz tendenziell zu - aktuell elf Prozent. Vor allem in Privathaushalten wird derzeit ein beträchtlicher Teil der Ausbruchsfälle dokumentiert: 54 Prozent.
Fehlende Infektionsquellen Das RKI betont in ihrem aktuellen Situationsbericht zum Ausbruchsgeschehen, dass lediglich ein kleiner Teil der gemeldeten Covid-19-Fälle einem Ausbruch zugeordnet werden kann. Damit fehlen häufig Informationen zur Infektionsquelle. Sogenannte Clustersituationen in anonymen Menschengruppen (beispielsweise ÖPNV) seien für die Gesundheitsämter viel schwerer erfassbar als in nicht-anonymen Menschengruppen (Privathaushalte, Familienfeste oder Schulklassen). Die Auswertung bilde damit nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Übertragungen ab.










