Wenn die Annafest-Feiermeute dieses Jahr vom Kellerwald zu Fuß zurück in Richtung Innenstadt läuft, wird sie an der Großbaustelle Piastenbrücke vor „verschlossener Tür“ stehen. „Die Behelfsbrücke wird massiv an beiden Seiten verbaut werden, sodass niemand mehr darüber kommt“, verdeutlicht Bürgermeister Udo Schönfelder.
In der Annafestzeit vom 22. Juli bis 1. August soll zudem eine Security an den beiden Zugängen stehen, die darauf achtet, dass während der temporären Sperrung wirklich keiner über die provisorische Fußgängerbrücke kommt.
Annafest: Behelfsbrücke bereits ab 13 Uhr gesperrt
Die Stadt Forchheim überrascht nun mit der Ankündigung: Die Behelfsbrücke soll am Annafest voraussichtlich werktags bereits ab 13 Uhr komplett gesperrt werden. „Es spricht vieles dafür“, sagt Schönfelder. Zuletzt war eine Sperrung ab 18 Uhr im Gespräch. Da das Annafest offiziell werktags ab 13 Uhr losgeht, plant die Stadt aus Sicherheitsgründen nun, die Brücke während des Festbetriebes zu sperren.
Weil die Deutsche Bahn die Piastenbrücke bis zum Annafest nicht fertigstellt, müssten Festbesucher und Anlieger auch während der elf Tage über die provisorische Holzkonstruktion laufen. Aus Sicht der Sicherheitsbehörden stellt die Behelfsbrücke aber ein Risiko angesichts der Besuchermassen dar. Bis zu 500.000 Gäste strömen an den elf Annafest-Tagen in den Kellerwald.
Sicherheitsbedenken sind Grund
Die enge und teils verwinkelte Behelfsbrücke weckt Sicherheitsbedenken. „Es gibt durchaus das Risiko, dass man herunter oder seitlich an den Rampen durch die Bauzaungitter fällt“, verdeutlicht Schönfelder. „Mit Blick auf die Loveparade wird zu Recht immer darauf hingewiesen, dass sich Menschen bei Panik gegenseitig zerdrücken und zertreten.“
Es könne im Begegnungsverkehr zu Quetschungen und im Zusammenhang mit Angetrunkenen zu Rangeleien kommen. Deshalb sei die Behelfsbrücke vor allem „beim nach Hause gehen“ der Annafest-Massen problematisch.
Vor kurzem besichtigten Mitarbeiter der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Polizeiinspektion Forchheim die Piastenbrücke. Die Polizei befürwortet sogar eine Komplettsperrung der Behelfsbrücke am Annafest. Sprich, die Brücke wäre demnach an allen elf Tagen 24 Stunden gesperrt. „Das würde jedoch den größten Unmut bei der Bevölkerung hervorrufen“, argumentiert Schönfelder. „Wir sind uns alle einig, dass das Annafest stattfinden soll. Und nachdem die Piastenbrücke nicht fertig wird, gilt es zwischen Sicherheit und Komfort abzuwägen. Stand heute ist also die Variante ab 13 Uhr die wahrscheinlichste.“
Schwierige Verkehrssituation in Forchheim verschärft sich am Annafest
„Die Verkehrsführung zum Annafest wird schwierig und herausfordernd“, betont Roland Brütting, Leiter des Straßenverkehrsamtes. Dadurch, dass die Piastenbrücke für den rollenden Verkehr komplett gesperrt ist, führt der einzige Weg für Autos und Busse zum Annafest-Gelände und in die Lichteneiche aktuell über die Eisenbahnbrücke, Hainbrunnenstraße, Hainstraße und Hans-Sachs-Straße.
„Die Zufahrt ist jetzt schon grenzwertig belastet. Das sieht man an dem täglichen Rückstau, den wir im Berufsverkehr haben“, sagt Brütting. Die angespannte Verkehrssituation werde sich zum Annafest weiter verschärfen. „Für den Fußweg bevorzuge auch ich die 13-Uhr-Regelung. Die hat den Charme, dass für die Schulkinder, der Schulweg möglich ist“, sagt Brütting. Die Stadt verhandle aktuell zudem mit den Schulleitungen im Norden Forchheim, dass die Kinder während der Annafestzeit womöglich ab 12 Uhr keinen Unterricht mehr haben. Dadurch könnten die Schüler bis zur angedachten Sperrung ab 13 Uhr wieder daheim sein.
Es gibt Annafest-Buslinien
Die Annafest-Buslinien sollen 2022 wieder in der Konradstraße stehen. „Die Touristenbusse machen uns mehr Sorgen. Die standen bisher in der Hans-Sachs-Straße. Das können wir nicht erlauben, da wir aus der Hans-Sachs-Straße keine Einbahnstraße machen können, sonst hängen wir den ganzen Stadtteil ab“, erklärt Brütting. Stattdessen ist geplant, dass die Touristenbusse in der Haidfeldtstraße am Friedhof parken und die Kunden über den Steg bei den Stadtwerken zum Annafest laufen.
Während der vergangenen Annafeste hatte die Stadt zudem in der Lichteneiche immer einen größeren Firmenparkplatz von Piasten zur Verfügung bekommen. „Diese 100 bis 110 Parkplätze am Festgelände werden wir heuer definitiv nicht haben. Deshalb können jetzt wir die ganz klare Aussage treffen: Bitte nicht mit dem Pkw zum Festgelände fahren, dahinten gibt es keine Parkplätze!“ Gäste, die mit dem Auto anreisen, sollen stattdessen die Park-and-Ride-Parkplätze im Stadtsüden und die Shuttlebusse nutzen.
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