Wenn sich im Forchheimer Kellerwald etwas tut, dann findet diese Nachricht besonders schnelle Wege durch Forchheim. Im Positiven wie im Negativen. Immer wieder tut sich auf und abseits der 23 Bierkeller in Forchheims Hauswald Neues – zuletzt haben die personellen Veränderungen auf dem Schindler-Keller sowie die Personal-Rochade zwischen Nederkeller und Glockenkeller für Schlagzeilen gesorgt. Besonders letztere hallt noch nach.
Glockenkeller Forchheim: Matthias Erlweins emotionales Video
In einem emotionalen Video auf Instagram – mit knisterndem Kamin und Maßkrug auf dem weihnachtlich geschmückten Tisch – verkündet Matthias Erlwein, dass er sich als Wirt vom Glockenkeller zurückziehen wolle. Zum 1. April wird Familie Bernklau übernehmen, wie bereits auf fraenkischertag.de berichtet.
Erlwein nennt Gründe für Weggang – und kritisiert die Stadt
Doch es sind Erlweins angeführte Gründe, die in Forchheim aufmerksam diskutiert werden. So nannte Erlwein in seinem Video zum einen gesundheitliche Aspekte. Zum anderen übt er Kritik an der Zusammenarbeit und dem Gebaren der Stadt Forchheim. So spricht Erlwein von verbesserungswürdiger Kommunikation und von „immer mehr und teils sinnbefreiter Regulatorik“, die dem Kellerwald „die Luft zum Atmen“ genommen habe.
Er selbst wolle nicht nur Fehler benennen, sondern auch seinen Wunsch nach offenerer Kommunikation äußern, wie er sagt. Wie kommen diese Worte bei der konkret angesprochenen Stadtverwaltung Forchheim an, insbesondere beim Kellerwaldbürgermeister Udo Schönfelder (CSU)? Über die Pressestelle der Stadt wird am Donnerstagmittag ein nicht näher personalisiertes Schreiben veröffentlicht, in dem die Stadt Forchheim Stellung zu Erlweins Aussagen bezieht.
Wie die Stadt Forchheim auf die Vorwürfe reagiert
In puncto Regulatorik teilt die Stadt mit, dass sowohl die Kellerwaldsatzung als auch die Annafestverordnung „in gemeinsamer Arbeit von Stadtverwaltung und Stadtrat entwickelt und beschlossen“ worden seien. Weiterhin würden bestehende Regelungen (Bauordnung, Hygiene, …) auf den gesetzlichen Vorgaben beruhen und der Sicherheit dienen.
Im speziellen Fall des Glockenkellers, so führt die Stadt weiter aus, pflege man ein „sehr gutes, vertrauensvolles Miteinander“ mit dem Pächter des Kellers, Georg Rittmayer. So habe es eine „konsensgeprägte Übergabe an die Stadt gegeben“, was der Stadt bereits erfolgte Investitionen von 50.000 Euro erlaubte und weitere erlaube.
Mangelt es an Kommunikation untereinander im Kellerwald?
Ebenfalls den angebrachten Vorwurf, die Kommunikation mit den Wirtinnen und Wirten laufe nicht gut, will die Stadt zurückweisen. So heißt es in der Mitteilung, „dass alle Wirtinnen und Wirte grundsätzlich einbezogen“ würden. Vor allem hinsichtlich des großangelegten Sanierungsprojektes seien alle Beteiligten bislang fest eingebunden worden und werden es weiterhin (beispielsweise am 19. Januar, 18 Uhr, im Schützenkeller).
Die Stadt schließt mit dem Hinweis: „Seitens der Stadt wird eine insgesamt solide und funktionierende kommunikative Einbeziehung aller Beteiligten gesehen, die deutlich über das rechtlich erforderliche Mindestmaß hinausgeht“.
Situation im Kellerwald könnte angespannt bleiben
Weil im Laufe der Jahre einzelne Wirte, Pächter und sonstige Beteiligte immer wieder einzelne Kritikpunkte bezüglich der Zusammenarbeit mit der Stadt öffentlich gemacht hatten, wird dieser verbale Mini-Desput vermutlich nicht der letzte bleiben. Erlwein hingegen wird sich ab April nicht mehr daran beteiligen – zumindest nicht mehr als direkt Betroffener. Sondern eventuell als Mitentscheider im Stadtrat; falls ihm Forchheims Wählerschaft im März die nötigen Stimmen geben sollte.















