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Programm für Blätterwald
Literaturtage Forchheim 2025: Paul Maar liest aus neuem Buch
Paul Maar liest bei den Literaturtagen Blätterwald im Landkreis Forchheim
Paul Maar liest bei den Literaturtagen Blätterwald im Landkreis Forchheim // Daniel Vogl, dpa
Signet des Fränkischen Tags von Barbara Hollfelder
Forchheim – Bei den Literaturtagen Blätterwald im Landkreis Forchheim bringen verschiedenen Autoren dem Publikum ihre Werke näher. Das sind die Highlights in diesem Jahr.

In der Auftakt-Veranstaltung in der Sparkasse Forchheim (10.11.) liest der Autor Volker Klüpfelt, vielen bekannt durch seine Mitarbeit an den Kluftinger-Krimis, aus dem ersten Band seiner neuen Reihe, in der ein ungewöhnliches Duo, die ukrainische, Literatur liebende Putzfrau Svetlana und der Möchtegern-Autor Tommi, ermitteln. Humor trifft auf Spannung und die eigenwillige Grammatik von Svetlana in „Wenn Ende gut, dann alles“.

Einem weiteren Hobbydetektiv begegnet das Publikum bei Jan Beinßen und seinem „Meerrettich-Komplott“. Das mysteriöse Verschwinden der Juniorchefin einer (fiktiven) Forchheimer Meerrettich-Dynastie ruft seinen seit 20 Jahren erfolgreichen Roman-Helden Paul Flemming auf den Plan, der in und um Forchheim recherchiert und kombiniert, um den Fall zu lösen. Kredenzt wird diese „schmackhafte Krimi-Kost mit kleinen Meerrettichköstlichkeiten“ im Pilatus-Hof Hausen (14.11.).

Nicht minder spannend geht es zu in Titus Müllers Polit-Thriller „Die Dolmetscherin“, den der Autor im Ebermannstädter Hasenbergzentrum (19.11.) präsentiert. Angesiedelt in der Zeit der Nürnberger Prozesse im Jahr 1945 gerät die junge Übersetzerin Asta in ein gefährliches Netz aus Undurchsichtigkeiten und Geheimnissen, und weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

Geschichten über Liebe und Tragik

Eine (noch) relativ unbekanntere Autorin ist Rebekka Frank, in deren tiefgründigen Roman „Stromlinien“ Naturbeschreibungen aus dem Alten Land mit einer Familiengeschichte und einer „kleinen, entzückenden Liebesgeschichte“ (Heike Schade) verknüpft werden. Neben bekannten Literatur-Größen wolle der blätterWALD auch neue Horizonte eröffnen und Autoren vorstellen, wobei Frank ein echter Geheimtipp sei, der, so Heike Schade, in den Buchkritiken der Sozialen Medien gerade „durch die Decke schießt“. Zu erleben ist dieser Geheimtipp im Forchheimer Kulturraum St. Gereon (15.11.).

Das sensible, teils tabuisierte Thema um Tod und Trauer greift Sybil Volks in „Café Finito“ auf. Tragik und Komik liegen ganz nah beieinander, wenn sich höchst unterschiedliche Menschen in einer Abschiedsgruppe treffen, um sich zu erinnern und den Mut zu fassen, etwas Neues zu wagen. Der Romantitel ist Programm, denn die Veranstaltung findet inklusive einer kulinarischer Kostprobe im Egloffsteiner Café Mühle statt (17.11.).

Forchheim: Novelle von Paul Maar bei Blätterwald 2025 

Auch Paul Maars „Lorna“ behandelt ein Tabuthema: Seine titelgebende, umschwärmte Hauptfigur gleitet vor den Augen ihrer ersten große Liebe zunehmend ab in eine psychiatrische Erkrankung, die sie zwischen Krankenhaus und WG hin- und herpendeln lässt. Was macht das mit der intelligenten, empathischen Lorna? Wie geht ihr Umfeld damit um? Der für seine Kinder- und Jugendbücher bekannte Paul Maar hat hier eine traurig-schöne Novelle für Erwachsene geschrieben, aus der er in der Eggolsheimer Kulturscheune liest (21.11.).

Auf eine stimmungsmäßig ganz andere Reise wird Jan Weiler seine Zuhörer und Zuhörerinnen mitnehmen. In „Das Beste!“ erzählt er hinreißend amüsant vom Leben mit pubertierenden Kindern und der leisen Verzweiflung ratloser Eltern. Wer sich angesprochen fühlt, trifft bei der Veranstaltung in der Sparkasse (20.11.) sicher auf Leidensgenossen. Hier scheint die Literatur bereits den Boden des Fiktiven verlassen und sich der Realität zugewandt zu haben.

Das trifft noch mehr auf „Wer denkt, ist klar im Vorteil“ des Gehirnexperten und Wissenschaftsjournalisten Bent Freiwald zu. Er wird in der Aula des Herder-Gymnasiums (12.11.) schildern, was unser Gehirn tagtäglich, rund um die Uhr leistet – wenn nichts schiefläuft. Eine Lesung, die nicht nur verblüfft und unterhält, sondern auch Erkenntnisse liefert, die den Alltag des Publikums womöglich erleichtern können.

Der blätterWALD treibt aber nicht nur literarische Blüten, sondern verknüpft Texte auch mit anderen Kunstformen. Zwei Events werden angeboten, die die Grenzen der literarischen Kunst ausweiten: Der Abend über Mascha Kaléko  – „Wohin ich immer reise, ich fahr nach Nirgendland“ – verbindet zum 50. Todestag der Dichterin ihre Texte, gelesen von der Schauspielerin und Sprecherin Doris Wolters, mit Tönen des Jazzpianisten Andreas Eichinger zu einer atmosphärischen Lesung im Jungen Theater (13.11.).

Blätterwald 2025: Verfilmung von „22 Bahnen“ im Kinocenter in Forchheim

Und weil beim letztjährigen blätterWALD der Kinoabend so großen Zuspruch fand, präsentiert das Organisationsteam auch dieses Jahr eine Verfilmung. „22 Bahnen“ nach dem erfolgreichen Roman von Caroline Wahl zeichnet das Leben der jungen Tilda, die gefangen ist in ihrer aussichtslosen Familiensituation: Sie muss sich um die kleine Schwester und die alkoholabhängige Mutter kümmern, obwohl sie raus möchte aus der Kleinstadt, die sie hasst. Aber da ist noch Viktor, der, wie sie, stets genau 22 Bahnen schwimmt. Hat er einen Ausweg für Tilda? Die Antwort gibt es nach einem Begrüßungssekt im KinoCenter (11.11.).

Zusätzlich zum Erwachsenenprogramm finden im blätterWALD-Zeitraum über 30 nicht-öffentliche Lesungen für Kinder und Jugendliche in KiTas und Schulen statt, denn dem Orgateam ist es ein großes Anliegen, Interesse und Freude am Lesen zu wecken. Ein kleine Ausnahme bildet die Veranstaltung „Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer“ von und mit Nina Müller, die als öffentliche Lesung für Kinder der ersten bis dritten Klasse am schulfreien Buß- und Bettag in der Stadtbücherei (19.11.) gehalten wird.

Der fluffige Fellfisch Kuschelflosse erlebt dabei geheimnisvoll Aufregendes in einem mysteriösen Riff. Wer Lust bekommen hat, eine oder mehrere Veranstaltungen zu besuchen, kann Karten in der Buchhandlung „’s blaue Stäffala“ und über den Online-Ticketservice der Sparkasse Forchheim unter sparkasse-forchheim.de/ticketshop kaufen. Es heißt aber schnell sein, denn erfahrungsgemäß sind die Veranstaltungen rasch ausverkauft und eine Abendkasse gibt es nur, wenn noch Sitzplätze verfügbar sind. Wer weitere Infos benötigt, findet diese unter www.forchheimer-kulturservice.de oder ww.vhs-forchheim.de.

 

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