„In Ebermannstadt ist die Kirchweih auch in Zukunft gesichert“, versprach Zweiter Vorsitzender Christopher Herbst lachend und zeigte in das Festzelt am Marktplatz. Eine ganze Schar von Kindern, die einen noch auf dem Arm der Mama, andere flitzen spielend durch das Zelt und die etwas Älteren packen schon fleißig mit an.
Viele große und auch kleine Hände braucht es, um eine zünftige fränkische Kerwa auszurichten. In Ebermannstadt übernimmt dieses Brauchtum seit neun Jahren der „Ebser Kerwa-Glubb“ und bezeichnet sich kurz als EKG. Was oftmals im Verborgenen bleibt, sind die vielen großen und kleinen Tätigkeiten sowie das überlieferte handwerkliche Geschick, dieses Brauchtum zu leben, das dann Besucher erleben dürfen.
Eine Kerwa und zwei Kirchen
Bürgermeisterin Christiane Meyer erinnerte zur Eröffnung der Kerwa in Ebermannstadt an die erste urkundliche Erwähnung der Marienkapelle 1308, deren Kirchenweihe an diesem Wochenende gefeiert wird. Gottfried von Schlüsselberg habe damals zwei Pfund Heller der Kirche vermacht. Die Marienkapelle habe Kriege, Hochwasser und einen Dachstuhlbrand überstanden, dies dank der Bürger, die immer wieder mit Spenden ihre Kirche erhalten hätten. Aber es sei auch die Kirchweih der evangelischen Emmauskirche, die in diesem Jahr 63 Jahre alt werde, so ihr kurzer Rückblick.
Früh aufstehen müssen die Bäckerinnen am Samstag, um die Küchla frisch auszubacken. „Um 3 Uhr fangen wir mit dem Einrühren an“, erzählt Michaela Hack. Etwa vier Stunden später liegen die gebackenen Küchla im Korb. Zwei Schüsseln – 25 kg Mehl, 130 Eier, elf Pfund Butter und einige Geschmackszutaten – ergeben etwa 600 Küchla, hergestellt im heimischen Keller der Familie Hack in Rüssenbach, die am Nachmittag verkauft wurden.
Kinder eng eingebunden
Eng eingebunden sind die Kinder der EKG-Mitglieder bei allen Aktionen rund um die Kerwa. Mit vereinten Kräften stemmten sie tatkräftig ihren eigenen Kerwa-Baum vor dem Festzelt mit in die Senkrechte. Bei zünftiger Kerwamusik der drei Musiker von „Essig & Öl“ stand nach einer Stunde schweißtreibendem Zusammenwirken das Wahrzeichen jeder Kerwa, die stattliche Fichte, am Marktplatz. Wie am Vorabend bei Rock und Metal von „Audio Gun“ zeigten die Ebermannstadter auch am Samstagabend bei „Gaudi Rock ’n’ Roll“ mit „Essig & Öl“, dass sie ihre Kerwa bis in die tiefe Nacht hinein genießen.
Am Kirchweih-Sonntag war Jahrmarkt in der Altstadt. Am Kindernachmittag sorgte Clown „Melman“ für Spaß. Abends fanden vier Tage fränkische Gemütlichkeit bei vielen kulinarischen Köstlichkeiten und dem traditionellen Betzenaustanzen mit der Blaskapelle Gremsdorf ihren Ausklang.
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