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Rettungsschwimm-Wettbewerb
Wasserwacht im Einsatz: Wer wird Forchheims nächster Retter?
Warten auf das Startsignal.Forchheim & Fränkische Schweiz
Warten auf das Startsignal. // Barbara Sattler
Signet des Fränkischen Tags von Barbara Sattler
Forchheim – Schwimmen und Retten – unter diesem Motto fand am Samstag im Königsbad und in den Räumen des Roten Kreuzes der Rettungsschwimm-Jugendwettbewerb der Kreiswasserwacht Forchheim statt.

Mit 23 gemeldeten Mannschaften aus den Ortsgruppen Forchheim, Ebermannstadt und Neunkirchen war dies der größte Kreiswettbewerb Frankens. Entsprechend laut ging es früh beim ersten Teil im Königsbad zu. Das Kampfgericht orderte die jeweiligen Staffeln mit Lautsprecher an die Startblöcke: „Zieh! Zieh! Zieh!“, schrien die Trainer, die Zuschauer feuerten die Schwimmer jubelnd an.

Die Mannschaften, bestehend aus Kindern und Jugendlichen im Altern zwischen sieben und 16 Jahren, maßen sich den ganzen Morgen im Wasser: Sie durchquerten die Bahnen des 25-Meter-Beckens kraulend und in Rückenlage, tauchten dabei Ringe aus mehreren Metern Tiefe an die Oberfläche, sie schleppten „Bewusstlose“ allein oder zu zweit ab, simulierten mit Kleidung, um wie viel schwerer es ist, sich in Pulli und Hose über Wasser zu halten, oder übergaben statt Staffelstäben Rettungsringe und -bojen an die ungeduldig wartenden Teammitglieder.

„Zieh! Zieh! Zieh!“: Die Trainer motivieren die Teilnehmer.Forchheim & Fränkische Schweiz
„Zieh! Zieh! Zieh!“: Die Trainer motivieren die Teilnehmer. // Barbara Sattler

Kreiswasserwacht Forchheim: Viele Helfer im Hintergrund

Damit der Wettkampftag gelang, halfen viele Ehrenamtliche und Engagierte zusammen: Kampfgericht und Schiedsrichter, die Rettungsdienste, Taucher in voller Montur für Unterwasseraufnahmen, Eltern, Betreuer, Trainer und viele mehr. Dass sich dieser Organisationsaufwand lohnte, merkte man an der Begeisterung der Jungen und Mädchen.

Philipp Nützel, Jugendleiter des Kreisverbands, betonte, dass bei der Wasserwacht nicht das Leistungsschwimmen im Vordergrund steht, sondern dass es darum geht, spielerisch Schwimm-, Tauch- und Rettungstechniken zu vermitteln und Spaß sowie Zusammenhalt in den Gruppen zu fördern. Wenn dabei junge Menschen in die Lage versetzt würden, anderen zu helfen, sie womöglich gar zu retten, sei das ein positiver Nebeneffekt. „Viele Jugendliche aus der Wasserwacht stehen ab zwölf Jahren in ihrer Freizeit als Rettungsschwimmer am Beckenrand bereit und unterstützen den Bademeister“, hob Nützel hervor.

„Rettung“ eines Teammitglieds.Forchheim & Fränkische Schweiz
„Rettung“ eines Teammitglieds. // Barbara Sattler

Die Kombination aus Sport und ehrenamtlichem Einsatz für die Gesellschaft überzeugt. So sei sogar einige Zeit Aufnahmestopp bei der Kreiswasserwacht gewesen, inzwischen könnten Interessierte wieder dem Verband beitreten. Voraussetzung sei je nach Ortsgruppe das Seepferdchen oder das Schwimmabzeichen in Bronze.

Scheu vor dem Kontakt nehmen

„Neben der Freude am Kräftemessen dient so ein Wettbewerbstag auch dazu, den zukünftigen Rettern und Retterinnen die Scheu vor dem Kontakt zu fremden Menschen in Not zu nehmen“, sagte Nützel. So würde eben nicht mit Puppen trainiert, sondern mit echten Menschen, denen beispielsweise – im doppelten Sinne – unter die Arme gegriffen werden müsse, wenn man sie aus dem Wasser ziehe.

Überprüfung der Atmung.Forchheim & Fränkische Schweiz
Überprüfung der Atmung. // Barbara Sattler

Echte Menschen mussten dann auch im zweiten Teil des Wettkampfs versorgt werden. Aus dem Wasser des Königsbads ging es am Nachmittag in die Räume des Kreisverbands in der Henri-Dunant-Straße. Hier warteten bereits sehr realistisch geschminkte Opfer mit Schürfwunden, Beulen und Blutergüssen, denen Schlimmes widerfahren war – sie waren im Freibad umgeknickt, eine Treppe hinuntergestürzt oder in der Wasserrutsche mit jemandem zusammengestoßen.

Prüfer beobachten genau

Die nach Alter aufgeteilten Teams kümmerten sich nun um die Verletzten. Dabei beobachteten Prüfer, wie sie die Situation analysierten und einen korrekten Notruf absetzten, ob sie zusammenarbeiten und Fachkenntnisse anwenden konnten, aber auch, ob sie die aufgebrachten und unter Schock stehenden Personen entsprechend betreuten und beruhigten.

Im „Landteil“ des Wettkampftages gab es für die einzelnen Teams genauso viele Punkte zu holen wie im Wasser. Nach einigem Rechnen konnte dann am Nachmittag die Siegerehrung stattfinden. Es war ein Durchmarsch einer Ortsgruppe geworden: In allen drei Altersgruppen gewannen die Teams aus Ebermannstadt.

 

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