180 Exponate allein im Außenbereich, 45 Tage Ausstellung, ein Wochenende Workshops, Vorträge und 14 nationale und internationale Fotografinnen und Fotografen: Der „Fotopark Forchheim“ bekommt eine zweite Auflage, die am 6. September startet und bis zum 20. Oktober reicht. Der Forchheimer Fotograf Kai Rogler hat die Premiere im Jahr 2022 bereits kuratiert. Der 56-jährige Vorsitzende des Fotoforums Forchheim(FoFoFo) sagt: „Damit können wir das Image von Forchheim erweitern und internationales Flair in die Stadt bringen.“
Das Kulturamt veranstaltet den Fotopark und nimmt dafür einen hohen fünfstelligen Betrag in die Hand. Und damit schließt die Königsstadt eine Lücke in der Landkarte: Zwischen Zingst im Norden, Duisburg im Westen und Oberstdorf im Süden gebe es nichts Vergleichbares, sagt der weitgereiste und vernetze Rogler.
Der Artikel im Überblick:
- Fotopark: Für Hobbyfotografen, Fans und Profis
- Starke Fotografinnen legen Fokus auf Mensch und Natur
- Gibt es ein zweites Leben für die Werke?
- Fotopark Forchheim: Programm des Auftaktwochenendes 6.-8. September
Konkret heißt das: Fotokunst aus vielen Teilen der Erde wird den Stadtpark zieren. Aber die öffentliche Bildergalerie macht nicht Halt vor der Innenstadt: Regionale Fotografenvereinigungen wie das FoFoFo, das Unposed Collective Nürnberg oder das Instagram-Projekt „#Forchheimshots“ werden die Gäste mit ihren Werken von der Hauptstraße bis zur Sattlertorstraße begleiten.
Fotopark: Für Hobbyfotografen, Fans und Profis
Der Start ist am Freitag, 6. September ab 13 Uhr mit verschiedenen Ausstellern im Stadtpark. Das erste Wochenende vom 6. bis 8. September markiert das Fotofestival. Workshops, Vorträge, Fotowalks und auch Multivisionen bieten ein breites Programm: „Wir wollen uns mit dem Fotopark an möglichst viele Menschen wenden, egal ob man selbst Fotos macht oder einfach nur die Werke bestaunen möchte“, sagt Lorenz Deutsch, der Leiter des Kulturamtes der Stadt Forchheim. Neu dabei sind auch die Kaiserpfalz und die Stadtbücherei. Hier finden Workshops wie zum Beispiel „Wie mit Bildern Geschichten erzählen“ statt. Und auch die Freunde der klassischen Fotografie kommen auf ihre Kosten mit „Analoge Porträtfotografie in der Praxis“.
Unter dem Zeltdach im Park entsteht eine Anlaufstelle, „damit Besucher und Künstler in Austausch kommen können“, sagt Fotograf Rogler. Mit dabei ist zum Beispiel Andreas Jorns, den Rogler als einen der bekanntesten Porträt- und Aktfotografen in Deutschland ankündigt. Er wird nicht nur einen Workshop geben, sondern auch Live vom Fotopark-Gelände podcasten. Der Engländer Jerry Hunter reist extra an, um einen Vortrag über seine Werke im Stadtpark zu halten. Unter dem Motto „Tribes“ kommendie Rituale und Feierlichkeiten verschiedenster Kulturen weltweit zur Geltung.
Starke Fotografinnen legen Fokus auf Mensch und Natur
Starke Bilder von Fotografinnen steuern unter anderem Ulla Lohmann, Kiana Hayeri und Anja Niedringhaus bei. Während Lohmann mit ihrer Mulitvision „Abenteuer Südsee“ Einblicke in ihre Reisen – unter anderem Abstiege in Vulkane – gibt, transportiert die Iranerin Hayeri das Bild der Frauen nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan. Ebenfalls in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs war Niedringhaus. Sie verstarb im Jahr 2014 in Afghanistan durch einen Angriff auf ihr Auto. „Sie hat nicht den Krieg an sich, sondern die Menschen, die davon betroffen sind, in den Blick genommen“, betont Rogler. Er wolle dieses Erbe so lange wie möglich erhalten. Zudem wird Niedringhaus’ Schwester in Forchheim vor Ort sein.
Wie viele Besucher die Stadt Forchheim erwartet, hänge natürlich an der Wetterlage. Fest steht: „Wir wollen Kunst für alle Menschen anbieten, die vielleicht nie in eine Galerie gehen würden oder sich den Besuch nicht leisten können“, sagt der Kurator Rogler. Und der Fotopark wirke auch überregional. Um möglichst barrierearm zu arbeiten, gibt es auch Führungen für Menschen mit Sehbehinderung oder Hörbehinderung gemeinsam mit einem Dolmetscher. „Wir wollen mehr ausprobieren in Bezug auf Barrierefreiheit“, betont Kulturamtsleiter Deutsch.
Gibt es ein zweites Leben für die Werke?
Die zahlreichen Exponate werden laut Deutsch mit einem umweltfreundlichen Latexdruckverfahren hergestellt. Aber gibt es auch die Chance auf ein zweites Leben der Werke nach dem Ende des Fotoparks? „Wir hatten 2022 bereits Anfragen von anderen Kommunen“, erklärt der Leiter des Kulturamtes. Das entsprechende Einverständnis der Künstler vorausgesetzt, könne man sich die Weitergabe vorstellen. Dass die Fotografien Forchheimer Innenräume zieren könnten, sei eher unwahrscheinlich, sagt Rogler: „Die größten Werke haben ein Format von drei auf zwei Meter.“
Fotopark Forchheim: Programm des Auftaktwochenendes 6.-8. September
Details und Reservierungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website des Fotoparks.
Freitag, 6. September
- 17 - 18:30 Uhr: Eröffnung Fotopark Forchheim 2024, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 18:30 - 19 Uhr: „Mit Bildern Geschichten erzählen – So wirst du zum visuellen Storyteller vor der eigenen Haustür“ Vortrag mit Kai Behrmann und Thomas B. Jones, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 20 - 22 Uhr: Multivision „Abenteuer Südsee“ mit Ulla Lohmann, Ort: Parkbühne, Eintritt im Vorverkauf 24 € | ermäßigt: 20 €
Samstag, 7. September
- 10 - 14 Uhr: „Mit Bildern Geschichten erzählen – So wirst du zum visuellen Storyteller vor der eigenen Haustür“ Vortrag mit Kai Behrmann und Thomas B. Jones, Ort: Gewölbekeller Kaiserpfalz, Kosten: 79 €
- 10 - 14 Uhr: „Wie fotografiere ich fremde Menschen?“ Workshop mit Ulla Lohmann, Ort: Stadtpark, Treffpunkt: Infostand, Kosten: 79 €
- 10:30 - 11 Uhr: „Multi-Exposures in an Urban Environment“, Vortrag mit Peter Fauland, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 11 - 12 Uhr: „Mit Tucholsky in den Pyrenäen – Eine Spurensuche“, Vortrag mit Anouchka Olszewski, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 13 - 13:30 Uhr: Analoge Portraitfotografie, Vortrag mit Ralph Man, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 14 - 18 Uhr: „Dark Art Portrait“, Workshop mit Stefan Gesell Ort: Gewölbekeller Kaiserpfalz, Kosten: 149 €
- 14 - 16:30 Uhr: „Seltsame Dinge, verwaiste Melodien“, Vortrag mit Andreas Jorns, Ort: Parkbühne, Spenden erbeten
- 14 - 17 Uhr: Fotowalk mit #forchheimshots, Treffpunkt: Infostand im Stadtpark, Eintritt frei
- 16:30 - 18:30 Uhr: Ausstellungsführung mit Thomas Anderl (FoFoFo) für Gehörlose und alle anderen
- 20 - 22:30 Uhr: Multivision „Terra“ mit Michael Martin, Eintritt im Vorverkauf 29 €, ermäßigt: 25 €
Sonntag, 8. September
- 10 - 14 Uhr: „Analoge Portraitfotografie in der Praxis“, Workshop mit Ralph Man, Ort: Stadtbücherei Forchheim, Kosten: 79 € (ermäßigt 49 €)
- 10 - 14 Uhr: Fotografie-Einsteigerworkshop mit Andreas Kraitzek, Ort: Gewölbekeller Kaiserpfalz, Kosten: 20 €
- 10 - 10:45 Uhr: „Streetfotografie Basiswissen“, Vortrag mit Samuel Ioannidis (Unposed Collective Nürnberg), Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 11 - 12 Uhr: „Tribes“ Vortrag mit Jeremy Hunter, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 13 - 14 Uhr: Streetfoto Slam mit Unposed Collective Nürnberg, Ort: Parkbühne, Eintritt frei
- 14 - 17 Uhr: Fotowalk mit #forchheimshots, Treffpunkt: Infostand im Stadtpark, Eintritt frei
- 14 - 18 Uhr: „Schwarzweiß in der Natur – Die Konzentration auf das Wesentliche“ Workshop mit Anouchka Olszewski und Peter Giefer
- 14:30 - 16:30 Uhr: Radio Jorns Live, Ort: Parkbühne, Spenden erbeten
- 16:30 - 18:30 Uhr: Ausstellungsführung mit Thomas Anderl (FoFoFo) für blinde und sehbehinderte Menschen und alle anderen, Treffpunkt: Infostand Stadtpark, Eintritt frei
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