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Kellerwald Forchheim
Weiss-Tauben-Keller: Neue Wirte legen los
Sabrina Wittnebel (rechts) reicht Getränke durchs Schankfenster an ihre Gäste.Forchheim & Fränkische Schweiz
Sabrina Wittnebel (rechts) reicht Getränke durchs Schankfenster an ihre Gäste. // Hai-Media/Karin Hühnlein
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Forchheim – Ihr Job beginnt am Tag der Arbeit: Am Sonntag starten Sabrina Wittnebel und Joachim Rivero als die neuen Wirte der Traditionsgaststätte.

Nein, neu ist der Weiss-Tauben-Keller im Forchheimer Kellerwald bekanntlich nicht, im Gegenteil: Er gehört sogar zu den ältesten Lagerstätten, die ab dem 17. Jahrhundert in den Sandstein getrieben wurden.

Neues Leben im Gasthaus

Dennoch kehrt nach ein paar eher volatilen Jahren neues Leben in das markante Gasthaus auf den oberen Kellern, samt der schmucken Laubenhütte gegenüber, zurück.

Am Tag der Arbeit werden Sabrina Wittnebel und ihr Geschäftspartner Joachim Rivero die Ärmel hochkrempeln und für ihre Gäste arbeiten. Kurzreisende, Spaziergänger und Wanderer, die an diesem Tag traditionell in die Flursaison starten, können sich ab 10 Uhr auf dem Kellergelände zur ersten Rast laben, ab 12 Uhr gibt es Mittagstisch.

Probelauf war vielversprechend

Die Generalprobe am vorigen Wochenende beim Kellerwald-Auftakt und dem „Tag des Deutschen Bieres“ bezeichnet die erfahrene Gastrochefin als vielversprechend:

„Obwohl es ja kaum jemand wusste, bin ich trotz des regnerischen Sonntags sehr zufrieden gewesen. Denn außer in den sozialen Medien habe ich nicht verraten, dass schon eine Woche vor dem offiziellen Start mein Probelauf ist. Einige Besucher sind schon aus reiner Neugier am Kellergelände zu Gast gewesen und haben sich gefreut, dass hier endlich wieder Speisen und Getränke serviert werden.“

Regionale Küche

Auf den Tisch soll primär regionale Küche kommen, am Sonntag ab 12 Uhr gibt es Mittagstisch, so plant Wittnebel: „Freitags werden Heringe und Makrelen gegrillt. Aktuell planen wir auch, Events nach individuellem Wunsch anzubieten. Der Keller hat 800 Sitzplätze, da sind vielfältige Möglichkeiten für Ideen vorhanden.“

Eine gebürtige Reutherin

Die gebürtige Reutherin ist in der Forchheimer Gastroszene keine Unbekannte mehr. Seit 2011 betreibt sie einen eigenen Cateringservice, zunächst mit der Belieferung der Vespern für lokale Kindergärten.

Als Partyservice „Süß und pikant“ deckt sie zudem die Wünsche bei Familien- und Firmenfeiern, sowie Hochzeiten ab. Parallel leitete Wittnebel für sechs Jahre die Kantine der Schokoladenfabrik Piasten, bevor diese in Eigenregie der Firma weitergeführt wurde.

Über das „Kegelstübla“ in Buttenheim kam die ausgebildete Köchin 2016 in die Mensa des Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim, wo ein Highlight ihres Berufslebens auf sie wartete: „An einem Schautag für Schulverpflegung kam Fernseh- und Sternekoch Stefan Marquardt zu Besuch, wir rockten beide die Mensa.

Arbeit mit dem Sternekoch

Und ein knappes Jahr später lud er mich zu einem Kochtag nach Duisburg in ein Restaurant ein, das war schon fantastisch.“ Von 2019 bis 2020 übernahm die Gastronomin im Heimatort Reuth mit einem Partner den Schweizer Keller, den einst schon ihre Mutter bewirtete – jedoch wurde dieses Engagement 2020 im ersten Corona-Herbst beendet.

Vielen Annafest-Besuchern ist Wittnebel seit einigen Jahren durch ihre Bude mit den vegetarischen und veganen Schmankerln auf den unteren Kellern ein Begriff: „Dieses Konzept möchte ich auch am Weiss-Tauben verstärkt anbieten. Immer mehr Gäste verlangen danach und ich habe einige Ideen hierzu, wie beispielsweise einen Vegan-Burger mit Steakhauspommes.“

Schäuferla und Knieküchla

Natürlich wird auch die typische fränkische Küche mit Schäuferla und ihren Braten, sowie selbstgemachten Brotzeiten und hausgemachte Kuchen und Torten an der Kaffeetafel nicht fehlen.

Am Sonntag gibt es zudem fränkische Knieküchla und mit Wildschwein-Bratwürsten von der Hausmetzgerei Ansbach kommen auch Freunde des Außergewöhnlichen auf ihre Kosten. Außerdem gibt es am späteren Nachmittag Spanferkel vom Grill mit hausgemachten Kartoffelsalat.

Der Keller-Start mit Spanferkel, Cocktails und vielem mehr.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Keller-Start mit Spanferkel, Cocktails und vielem mehr. // Hai-Media/Karin Hühnlein

Gepachtet hat die 40-jährige Gastrochefin den Keller von Jürgen Friedrich. Der Forchheimer Inhaber erwarb die Liegenschaft 2016 von Vorbesitzer Lorenz Müller, der den Weiss-Tauben-Keller aufgrund seines damals nahenden 75. Geburtstag abgab, und bewirtete diesen bis etwa 2019 mit einer Partnerin selbst, bevor er einige Zeit brach lag.

Dazwischen übernahm Bruno Alberti vom benachbarten Eichhörnla-Keller für eine Saison das Hauptgebäude. Doch auch ihm machte Corona einen Strich durch die Rechnung, er ließ den Pachtvertrag auslaufen.

Nun also folgt das Kapitel Wittnebel/Rivero. deren Rahmenprogramm beim Kellerstart von George Pavicic an der Gitarre ab 16 Uhr untermalt wird.

Die Öffnungszeiten

Geöffnet ist der Keller Dienstag bis Freitag von 16 bis 22 Uhr. Samstags beginnt der Ausschank um 11 Uhr und an Sonn- und Feiertagen nochmals eine Stunde früher um 10 Uhr. Zapfenstreich an den Wochenend- und Feiertagen ist ebenfalls je um 22 Uhr. Montag ist Ruhetag.

 

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