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Weiterhin zu wenig Personal
Königsbad im Sommer 2026: Forchheim zieht erstes Fazit
„Freibad geschlossen!" Auch in diesem Sommer kommt es immer wieder zu Teilschließungen des Königsbads in Forchheim. Der Grund: fehlende Bademeister. Wie die Lage aktuell ist – und ob Besserung in Sicht ist.
„Freibad geschlossen!" Auch in diesem Sommer kommt es immer wieder zu Teilschließungen des Königsbads in Forchheim. Der Grund: fehlende Bademeister. Wie die Lage aktuell ist – und ob Besserung in Sicht ist. // Foto: Stephan Großmann
Forchheim – Seit 2025 müssen Gäste des Forchheimer Königsbades wegen Personalmangels immer wieder Einschränkungen hinnehmen. Wie der Sommer in diesem Jahr anläuft – und wieso es auch gute Nachrichten gibt.

„22 Grad. Freibadwetter. Wasser da. Becken da. Gäste da. Nur schwimmen darf man nicht.“ Dieser Post eines Forchheimers geht vorige Woche viral. Er thematisiert das gesperrte Außenbecken im Forchheimer Königsbad. Und bekommt Zuspruch zahlreicher Kommentatoren, die sich auch wenig davon begeistert zeigen, dass der Freibadbereich im Königsbad erst ab einer Außentemperatur von 24 Grad Celsius öffnet.

Es ist bereits der zweite Sommer, in dem es in Forchheims Bad zu derartigen Szenen kommt. Beziehungsweise kommen muss, denn der anhaltende Personalmangel bei Fachangestellten für Bäderbetriebe – wie Bademeister offiziell heißen – zwingt die Stadt als Betreiberin weiterhin zu solchen Maßnahmen.

Königsbad Forchheim: Gäste verstehen die Zwangsmaßnahme (immer besser)

In den Kommentarspalten der sozialen Medien lassen einige ihren Freibad-Frust an der Stadt aus, andere zeigen wachsendes Verständnis für die Situation. Laut Stadt gebe es angesichts fehlender Rettungsschwimmer und Bademeister keine andere Möglichkeit, als die Öffnungszeiten zu reduzieren und vorübergehend ganze Bereiche zu schließen. 

So kommt es, dass das Bad zwar immerhin täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet ist. Aber die Königsbadmitarbeiter öffnen das Freibad (und Teile des Hallenbades) nur bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen ab 24 Grad Celsius. Bleibt es kälter, bleibt das Freibad zu. 

Das Forchheimer Freibad öffnet auch in diesem Sommer erst ab einer Außentemperatur von 24 Grad Celsius.
Das Forchheimer Freibad öffnet auch in diesem Sommer erst ab einer Außentemperatur von 24 Grad Celsius. // Foto: Stephan Großmann

Stadt Forchheim bekommt seltener Unmut ab als noch 2025

Hatte die Stadt als Badbetreiberin für ihren Krisenmodus im vergangenen Sommer noch regelmäßig Shitstorms im Internet geerntet, ist die Lage in diesem Jahr etwas ruhiger. Das könnte daran liegen, dass bereits erste Gewöhnungseffekte eintreten. 

Oder, wie es der unter anderem für das Königsbad zuständige Leiter des Referats Bau, Grün- und Bäderbetrieb, Herbert Fuchs, ausdrückt: „Wir sind mit unserer Kommunikation präsenter geworden.“ So veröffentlicht das Bad mittlerweile bereits am Vorabend, wie es am nächsten Tag öffnet. Zudem gibt es Hinweise über verschiedene soziale Netzwerke. Die Zahl der überraschten Besucher vor verschlossenen Becken habe so abgenommen, sagt Fuchs.

Aktuelle Lage ist und bleibt aber Krisenmodus

Dass die Leute sich weniger beschweren, darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation für alle Seiten eine unbefriedigende bleibt. Für die um ihr Image fürchtende Stadt. Für die unter personalmangelbedingter Mehrarbeit leidenden Rest-Kollegen. Für die kurzfristig einbestellten Aushilfen. Und nicht zuletzt für die mehr als 300.000 jährlichen Gäste.

Immerhin kann Referatsleiter Herbert Fuchs in diesem Punkt beruhigen. Die Besucherzahlen im Mai seien erfreulich gewesen, sagt er. Demnach schritten im ersten Monat der Sommersaison 27.033 Gäste durch die Drehtüren, fast so viele wie vor zwei Jahren (28.670). Im Gegensatz zum ersten Problemjahr 2025, als die Teilschließungen im Mai zu einem deutlichen Besucherrückgang geführt hatten (21.573).

Fuchs‘ Fazit: „Trotz der anhaltenden Personalprobleme sind wir heuer gut in die Saison gestartet.“

Herbert Fuchs, Leiter Bäderbetrieb bei der Stadt Forchheim
Herbert Fuchs, Leiter Bäderbetrieb bei der Stadt Forchheim // Foto: Stephan Großmann/Archiv

Personalsituation bleibt angespannt – Besserung in Sicht?

Dass es auf absehbare Zeit zu Verbesserungen kommt, ist unwahrscheinlich. „Am Stammpersonal hat sich nicht viel geändert“, sagt Fuchs. Seit Jahren versucht die Stadt nun schon über Ausschreibungen und Online-Werbung, Auszubildende und Festangestellte für den Bäderbetrieb zu gewinnen. Bislang mit mäßigem Erfolg.

Ohne die flexiblen Aushilfskräfte von Organisationen wie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und örtlichen Schwimmvereinen wäre der Betrieb im Königsbad wohl kaum aufrechtzuerhalten. Sie helfen aus, wenn Personal kurzfristig ausfällt oder Engpässe zu Spitzenzeiten drohen. Nur können sie weder als Krankheits- oder Urlaubsvertretungen dienen noch Festpersonal dauerhaft ersetzen. 

Ehrenamtliche Rettungsschwimmer wie Gerhard Rosse von der DLRG Forchheim halten den Betrieb im Königsbad am Leben.
Ehrenamtliche Rettungsschwimmer wie Gerhard Rosse von der DLRG Forchheim halten den Betrieb im Königsbad am Leben. // Foto: Katharina Steinhäuser/Archiv

Fehlende Bademeister: Nicht nur ein Forchheimer Problem

Zurück zum viralen Post des Forchheimers auf Instagram. Er schreibt weiter: „Ganz ehrlich, wenn wir es nicht mal mehr schaffen, an einem normalen Sommertag ein Freibad zu betreiben, läuft grundsätzlich etwas schief.“

Tatsächlich ist der Fachkräftemangel am Beckenrand flächendeckend ein Problem. Eine belastbare Zahl dazu, wie viele Fachangestellte für Bäderbetriebe aktuell in Bayern fehlen, liegt zwar nicht vor. Aber der Fachkräftemangel beschäftigt Bäder in ganz Bayern und bundesweit, wie der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister auf Anfrage mitteilt.

Er begrüßt die Forchheimer Maßnahmen, obgleich sie aus der Not geboren sind. „Es muss gelten: Sicherheit geht vor Öffnungszeiten. Wenn Personal fehlt, müssen Bäder manchmal unpopuläre Entscheidungen treffen, um einen sicheren Betrieb weiterhin gewährleisten zu können“, erklärt er.

Geschlossene Außenbereiche werden im Forchheimer Königsbad wohl weiterhin zum Alltag gehören. Bis das Personalproblem gelöst ist.
Geschlossene Außenbereiche werden im Forchheimer Königsbad wohl weiterhin zum Alltag gehören. Bis das Personalproblem gelöst ist. // Foto: Sabine Memmel

Königsbad muss weiter auf neues Personal hoffen

Im Königsbad hoffen die Verantwortlichen – neben guten Nachrichten für die dringend benötigte und immer weiter aufgeschobene Generalsanierung des Bades – weiter darauf, die Personallücken schließen zu können. Um ihre Öffnungszeiten irgendwann wieder unabhängig von der Wetterprognose planen zu können. Und noch weniger Wut im Internet abzubekommen.

Bis es so weit ist, bleibt es für die Königsbadbesucher ein Glücksspiel, ob sie unter freiem Forchheimer Himmel planschen können. Oder ins Hallenbad umziehen müssen.

 

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