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Historische Luftbilder
So sah Leutenbach früher mal aus
Leutenbach mit Kirche und Dorfstraße, das Krämerhaus steht im rechten Drittel in der Mitte.Forchheim & Fränkische Schweiz
Leutenbach mit Kirche und Dorfstraße, das Krämerhaus steht im rechten Drittel in der Mitte. // Repros: Reinhold Kraft/Reinhardt Weber
Das Müttererholungsheim „Haus Monika“ in LeutenbachForchheim & Fränkische Schweiz
Das Müttererholungsheim „Haus Monika“ in Leutenbach // Repros: Reinhold Kraft/Reinhardt Weber
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Leutenbach – Wie Leutenbach und Dietzhof einmal aussahen, zeigt eine Luftbilderausstellung des FSV Leutenbach von Reinhold Kraft. Ein Punkt überrascht dabei besonders.

Die Ortsgruppe des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV) Leutenbach hat im Rathaus eine viel beachtete Bilderausstellung mit Luftaufnahmen aus dem Jahr 1959 gezeigt, die Reinhold Kraft zusammengetragen hatte. Kraft erzählt, wie er dazu kam und was seine Motivation ist, bis heute Bilder aus Leutenbach zu sammeln.

„1963 begann ich als Schriftführer beim Gesangverein. Mit dem damaligen Vorsitzenden Alfons Drummer gebar ich die Idee einer bebilderten Chronik über die Ereignisse im Verein. Nach kurzer Zeit wurde ich zur Bundesmarine eingezogen und konnte es selbst nicht mehr weiterführen. Mich ließ die Idee jedoch nicht mehr los, und so begann ich, alles, was mir über Dietzhof und Leutenbach in die Hände kam, sei es Zeitungsausschnitte, Fotos und dergleichen, zu sammeln“, berichtet Kraft.

Sein Vater war zur damaligen Zeit Kommandant und Vorsitzender der freiwilligen Feuerwehr und Vorsitzender des früheren Vereins „Schwesternheim“, der Träger des Leutenbacher Kindergartens war. Auch er hatte schon viele alte Bilder aufgehoben, und so war ein Grundstock schon vorhanden.

Chronik zum Feuerwehrjubiläum

„Die Chronik 1978 zum 100-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr, die ich dann erstellen durfte, war sozusagen der Anfang für meine Sammelleidenschaft bis heute.“ Die alten Protokollbücher, die Kraft dazu verwenden konnte, waren für ihn auch persönlich eine interessante Lektüre. Die alten Festschriften von einigen Vereinen besorgte sich Reinhold Kraft noch dazu, und so wurden immer mehr Ordner gefüllt.

Mit einer Bilddokumentation zum 50. Jubiläum des Vereins „Schwesternheim“ ging es dann so richtig los. 2003 wurde die Festschrift zum 125. Jubiläum der Feuerwehr mit vielen Bildern erstellt. Ausstellungen mit Kommunionbildern, Hochzeitsbildern ab 1894, Schulklassenfotos aus Leutenbach, Seidmar und der Ehrenbürg-Schule schlossen sich an.

Beim 125. Gründungsfest des Gesangvereines gab es eine Leinwandpräsentation, ebenso zum 125. Gründungsfest der Soldatenkameradschaft.

Es schloss sich eine Ausstellung zum 50. Gründungsfest des FSV Leutenbach an und danach eine Ausstellung mit dem Thema „Wurzbüschl – Brauchtum und Überlieferung“ mit vielen Bildern. Einen immer hilfsbereiten und jederzeit ansprechbaren Berater hatte Kraft in der Person des Kreisarchivpflegers Georg Knörlein. Viele Gemeindebürger gaben Fotos, und auf einem war ein Aufkleber der Firma mit den entsprechenden Luftbildern zu sehen.

Finanzieller Aufwand

„Sofort war mein Interesse geweckt und ich setzte mich mit dieser Firma in Verbindung. Mit hohem finanziellem Aufwand wurden diese Luftaufnahmen vom FSV Leutenbach dann angeschafft“, erzählt Kraft weiter. Das Interesse an der Luftbilderausstellung war so groß, dass Kraft und der FSV nun überlegen, diese 2024 noch mal zu zeigen.

Was hat der Betrachter vorgefunden beziehungsweise was hat sich zu heute verändert? In Seidmar waren der alte Dorfweiher, die alte Schule, eine andere Straßenführung und die alten Bauernanwesen noch zu sehen, in Ortspitz das alte Gasthaus Bischof, Fachwerkhäuser und auch eine in Richtung Süden geringe Besiedelung.

Dietzhof ohne Baugebiet

In Dietzhof gab es noch kein Baugebiet Nordost, wo jetzt der Bauhof der Gemeinde und das Sportgelände mit Sportheim stehen, die alte Mühle und die Ziegelei gab es noch, und ausgangs des Ortes Richtung Schlaifhausen war noch Ackerland. Heute ist hier ein Gewerbegebiet.

In Leutenbach sind besonders die freien Flächen nach dem Pfarrheim, das Pfarrfeld heute mit Kindergarten und Pfarrheim, und die Weiherwiesen im Hasengarten auf den alten Bildern zu sehen. Auch hinter dem „Haus Monika“ und Richtung Mittelehrenbach stand nur die Gemeindehalle.

Hier hat mittlerweile eine rege Bebauung stattgefunden wie auf den Weiherwiesen, die heutige Raiffeisenstraße. Im Ortskern ist die alte Rumpelmühle heute Geschichte, das Anwesen hat sich verändert. Auch manch alter Backofen oder Obstdörren sind nicht mehr vorhanden.

Drei Gastwirtschaften

Es gab 1959 auch noch kein Gasthaus Rumpler, aber die Gastwirtschaften Schütz, Drummer und Alt. Jetzt hat nur noch Drummer seine Gastwirtschaft geöffnet und betreibt seine Brauerei. Viele alte, zum Teil Fachwerkhäuser und Scheunen sind verschwunden oder umgebaut worden. Das alte Gemeindehaus am Köppel ist heute das Feuerwehr- und Vereinsheim.

„Vieles aber hat seinen alten Charme erhalten, und hoffentlich wird das ein oder andere noch vorhandene Gebäude nicht noch abgerissen. Beispiele gibt es zur Genüge, wie man Altes erhalten kann, man muss es nur wollen“, mahnt Reinhold Kraft.

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