Wer an einem Abend durch Buckenhofen spaziert, hört sie vielleicht schon aus der Ferne: Die Klänge eines Orchesters, das sich auf das nächste Konzert vorbereitet. Im Probenraum des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen wird fast an jedem Wochentag musiziert – denn sieben Orchester gehören inzwischen zum Verein. Um allen Ensembles gerecht zu werden, ist der Probenkalender entsprechend dicht getaktet. Und wie in jedem lebendigen Verein bringt auch beim Musikverein Buckenhofen die Weiterentwicklung der musikalischen Arbeit personelle Veränderungen mit sich.
Musikverein Buckenhofen Forchheim: neues Personal und Ideen
Gleich mehrere Wechsel prägen aktuell die Besetzung an den Dirigentenpulten – teils nach vielen Jahren intensiver Zusammenarbeit. Nach fast zwei Jahrzehnten übergibt Andreas Bauer das Dirigat des Jugendblasorchesters. Er hat Generationen junger Musiker begleitet, geprägt und gefördert – nun wechselt er ab Herbst 2025 an das Pult des Blasorchesters „Klangfusion“.
Die Leitung des Jugendblasorchesters übernimmt Johannes Dornheim. Der junge Dirigent bringt frischen Wind mit: Er hat seine Ausbildung an der Musikakademie Hammelburg abgeschlossen und sich auf die Arbeit mit Laienblasorchestern spezialisiert.
Andreas Friesner, der bislang das Blasorchester „Klangfusion“ geleitet hat, verlässt den Verein – ebenso wie Mathias Wehr, der seit 13 Jahren als Chefdirigent der Bläserphilharmonie Forchheim tätig war. Das Weihnachtskonzert der Bläserphilharmonie wird in diesem Jahr Christian Libera kommissarisch dirigieren.
Suche nach Chefdirigent läuft weiter
Parallel dazu läuft die Suche nach einem neuen Chefdirigenten für das Flaggschiff des Vereins. Die Position der Bläserphilharmonie-Leitung wird ab Mai 2026 neu besetzt. Da sich Mathias Wehr künftig stärker dem Komponieren widmen möchte, beendet er seine langjährige Tätigkeit als Dirigent der Bläserphilharmonie Forchheim.
Für das Frühlingskonzert 2026 fand der Vorstand frühzeitig eine neue musikalische Leitung – mit Erfolg: Mit Michael Euler konnte ein renommierter Gastdirigent gewonnen werden. Euler leitet seit 2008 das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr und ist national wie international als Dirigent, Juror und Dozent gefragt. Seine künstlerische Expertise und sein Gespür für sinfonische Bläsermusik machen ihn zu einer Idealbesetzung für das Konzert. „Für das nächste Jahr ist erneut ein Konzert in Bamberg geplant – wieder am Ostersonntag“, so Vorstandsvorsitzender Bernd Froese. Mit dem Gastdirigenten Michael Euler „haben wir ganz oben ins Regal gegriffen“.
Was im Musikverein entsteht, ist weit mehr als Musik. Es ist Gemeinschaft, Engagement und der Wille, Tradition mit Zukunft zu verbinden. „Etwa 360 aktive Musiker sind derzeit in unseren sieben Orchestern tätig“, sagt Vorstandsvorsitzender Bernd Froese.
Alle Orchester des Vereins sind regelmäßig bei unterschiedlichsten Anlässen im Einsatz: bei Ständchen für Jubilare, auf Kirchweihen, bei kirchlichen Anlässen wie Prozessionen oder in festlichem Rahmen bei Weihnachts- und Frühjahrskonzerten. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Forchheim und der Region.
Musikverein Buckenhofen: Brüche vermeiden
Der Musikverein Buckenhofen ist stolz auf seine starke Jugendarbeit. Schon im Vorschulalter können Kinder mit der musikalischen Früherziehung beginnen, danach folgen Bläserklasse, Juniororchester und schließlich das Jugendblasorchester. Viele Jugendliche wachsen über Jahre hinweg im Verein auf – doch gerade in der sensiblen Phase zwischen Pubertät und Erwachsenwerden kam es bislang immer wieder zu einem Bruch. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben oder Studium verändert vieles, und zu oft endete hier das Engagement im Orchester.
„Noch dazu kommt, dass wir insgesamt unser Ausbildungskonzept noch mal überdacht haben und wir davon überzeugt sind, dass neben dem musikalischen auch die sozialen Bindungen sehr wichtig sind“, sagt Vorstandsvorsitzender Bernd Froese. Genau an diesem Punkt setze die Neuausrichtung des Vereins an. Ziel sei es, den Wechsel von der Jugendarbeit in die Erwachsenenorchester besser zu begleiten – und vor allem: ihn früher zu gestalten.
Bisher konnten Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr im Jugendblasorchester bleiben. In Zukunft sollen sie bereits mit etwa 16 Jahren ermutigt werden, in eines der drei Erwachsenenorchester zu wechseln – je nach musikalischer Reife, Können und persönlicher Neigung. Wer sich für sinfonische Bläsermusik interessiert, findet in der Bläserphilharmonie ein ambitioniertes Umfeld. Wer es vielfältiger mag, ist im Blasorchester „Klangfusion“ richtig aufgehoben, und wer die Leidenschaft für traditionelle Blasmusik teilt, ist bei der Buckenhofener Blasmusik genau am richtigen Platz.
Jugendliche sollen künftig als Gruppe wechseln
Doch ein einzelner Wechsel ist oft nicht genug. „Das Blasorchester ,Klangfusion’ ist, was das Alter der Mitspieler angeht, ein eher älteres Orchester – viele sind 50 plus“, erklärt Christian Libera, Vorstand Musik und stellvertretender Vorsitzender. „Das ist grundsätzlich überhaupt nichts Negatives, im Gegenteil. Aber wenn jemand mit 16, 17 oder 18 dazukommt, fällt es oft schwer, Anschluss zu finden. Die Älteren sind alle sehr nett, aber ohne Gleichaltrige entstehen selten soziale Bindungen. Deshalb war der Gedanke: Die Jugendlichen wechseln künftig als Gruppe ins ,Klangfusion’-Orchester. So kommen sie gemeinsam an, und dann sehen wir, wie sich jeder weiterentwickelt – manche bleiben dort, andere gehen später vielleicht in die Bläserphilharmonie weiter.“
Was früher als unsichtbare Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich galt, soll nun bewusst aufgelöst werden. Die Verantwortlichen führen persönliche Gespräche, beraten und begleiten – nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich. Denn Musik ist Gemeinschaft und lebt vom Miteinander.
Der Musikverein Forchheim-Buckenhofen will mit seiner Neuaufstellung zeigen, dass er auf Wandel nicht nur reagiert, sondern ihn aktiv gestaltet. Mit einem überarbeiteten Ausbildungskonzept, neuen musikalischen Impulsen und starken Persönlichkeiten an den Dirigentenpulten sieht sich der Verein gut gerüstet für die kommenden Jahre.














