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Es soll schon bald losgehen
Sporthotel Streitberg: Investor mit großen Plänen
Das Streitberger Sporthotel zu besseren Zeiten. Der Berliner Investor Axel Pötsch will das Hotel wieder im alten Glanz erstrahlen lassen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Streitberger Sporthotel zu besseren Zeiten. Der Berliner Investor Axel Pötsch will das Hotel wieder im alten Glanz erstrahlen lassen. // Josef Hofbauer
Fränkische Schweiz – 13 Immobilien in der Fränkischen Schweiz stehen bereits in seinem Besitz, und es sollen mehr werden. Nun hat Axel Pötsch auch das Sporthotel in Streitberg gekauft. Was er damit vorhat.

Jahrzehntelang thronte das Streitberger Sporthotel am Hang des Wiesenttaler Ortsteils und galt als eine gewisse Institution für Gäste aus aller Welt, aber auch für seine Anwohner. Doch das 1965 erbaute Hotel ist nicht einfach nur in die Jahre gekommen; wer sich einen kurzen Blick über das Gelände traut, sieht heruntergekommene Gebäude und ehemalige Sportflächen, teilweise komplett bewachsen mit Unkraut, Ästen und weiterem Gestrüpp. Doch wer in den letzten Tagen mal einen Blick auf das Gelände wirft, macht eine andere Entdeckung: Es tut sich was am Sporthotel! Ein in der Region bereits bekannter Investor plant mit dem Hotel großes.

Er kauft die ganze Fränkische Schweiz leer

Die Rede ist von Axel Pötsch, der Berliner Investor ist in Wiesenttal und der gesamten Fränkischen Schweiz schon lange kein Unbekannter mehr. 13 Immobilien befinden sich inzwischen in seinem Besitz. 2019 begann er ehemalige Gasthöfe und Hotels in der Region zu kaufen, aufzupäppeln und wieder in verschiedenen Formen in Betrieb zu nehmen. Zu seinem Portfolio gehören unter anderem das Hotel Goldner Stern in Muggendorf, das Hotel zur Rose in Gößweinstein und auch die Geflüchtetenunterkunft in Behringersmühle.

Warum er immer weiter Immobilien in der Region unter seine Fittiche nimmt? Pötsch selbst gibt sich als Macher und möchte damit die Region aufwerten. „Es macht einfach Spaß, etwas voranzubringen“, erklärt der 60-jährige Investor bei einem Vor-Ort-Termin der FT-Redaktion. Auch an diesem Samstagvormittag gehen die Arbeiten am Sporthotel weiter. Der gebürtige Berliner hat schon seit der Kindheit eine Verbindung zur Fränkischen Schweiz. „Mit der Familie sind wir immer gerne in die Fränkische gefahren, der Urlaub hier hat mir immer sehr gut gefallen“, erklärt Pötsch. 

Axel Pötsch besitzt inzwischen 13 Immobilien in der Fränkischen Schweiz. Und es sollen noch mehr werden.Forchheim & Fränkische Schweiz
Axel Pötsch besitzt inzwischen 13 Immobilien in der Fränkischen Schweiz. Und es sollen noch mehr werden. // Thomas Weichert

Axel Pötsch: „Will damit kein Geld scheffeln“

Aufgrund dieser Verbindung geht es ihm bei seinen Projekten auch gar nicht darum, viel Geld zu verdienen. „Natürlich muss es sich irgendwie lohnen, aber meine Partnerin und ich machen das nicht, um hier Geld zu scheffeln. Ich habe schon alles, was ich in meinem Leben brauche“, erzählt Pötsch von sich selbst. Das Kapital für seine Projekte kommt dabei auch aus eigener Hand, ohne überhaupt Kredite aufzunehmen. Den Großteil seines Vermögens hätte er mit dem Kauf und späterem Verkauf von Bahnstrecken gemacht, so Pötsch selbst.

Hinter seinen Projekten steckt also jede Menge Geld, diese würden aber auch entsprechend gut laufen. „Seit wir zum Beispiel den Goldnen Stern drüben in Muggendorf übernommen haben, haben wir nur Positives gehört“, erzählt Pötsch bei einem Rundgang durch das Sporthotel. Auch Kritiken an den von ihm geführten Flüchtlingsunterkünften soll es kaum bis gar keine mehr geben.

Sporthotel Streitberg: Das soll passieren

Zurück aber zu seiner neuesten Akquisition, dem Sporthotel. Trotz des fragwürdigen Äußeren soll es hier schon zum Saisonbeginn, also Anfang April, wieder richtig losgehen. „Wir haben schon Buchungen für dann und sind jetzt voll dabei, alles auf Vordermann zu bringen“, erzählt Pötsch. Sein Vorteil: Er hat seine eigenen Handwerker, viele davon Ukrainer, die bei ihrer Ankunft Schutz in seinen Unterkünften gefunden hatten. „Dadurch können wir viel effizienter und auch schneller arbeiten“, schwärmt Pötsch. 

Diese bringen das ganze Gelände nun wieder auf Vordermann. Als Nächstes sollen unter anderem Bäume und Gewächse beseitigt und die Hotellobby komplett erneuert werden. „Ein Haufen Arbeit, aber wir bekommen das hin“, erklärt Pötsch. 

Hotel und Investor seien an diesem Vormittag übrigens nicht fotogen genug für die Zeitung, nur einzelne, bereits fast fertig eingerichtete Zimmer können abgelichtet werden. Diese sehen aber, im Gegensatz zu manch anderen Stellen des Sporthotels, bereits recht fertig aus. Das läge vor allem daran, dass viele der Zimmer und auch der Speisesaal bereits vom inzwischen vorletzten Besitzer modernisiert wurden. Dass das Hotel damals nicht wieder in Betrieb gehen konnte, lag am plötzlichen Tod des damaligen Besitzers.

Anwohner sind skeptisch

Während Axel Pötsch zuversichtlich um sein nächstes Projekt ist, lassen vereinzelte Stimmen der Streitberger Anwohner eine gewisse Skepsis herausklingen. Wer an diesem Samstagmittag einige spaziergänger fragt, hört zwar Freude darüber, dass das Hotel wieder einen Nutzen findet, aber auch Skepsis, wenn diese dann hören, wer dahintersteht. Zumindest mit seinen Projekten im benachbarten Muggendorf hätten einige Streitberger, die in diesem Artikel natürlich anonym bleiben möchten, wohl nicht so tolle Erfahrungen gemacht. „Wir werden sehen, was passiert“, sagt eine Anwohnerin. Die Hoffnung besteht aber zumindest, dass das Sporthotel wieder zur alten Blüte zurückkehren könnte.

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