Es ist schon etwas ganz Besonderes, das olympische Feuer: „Die olympische Fackel wird immer in Griechenland mithilfe von Sonnenstrahlen entzündet und dann zur Austragungsstätte transportiert“, weiß Thomas Schütze.
Mit vier Kameraden dabei
Vor fünfzig Jahren war er mit vier Vereinskameraden selbst dabei, als sein Trainer Max Landsmann nachts um zwei Uhr die olympische Fackel einen Kilometer weit durch Forchheim trug − ein wenig loderte das olympische Feuer auch in ihnen.
„Für uns war das eine tolle Sache“, schwärmt Schütze. Auch wenn dieser eine Kilometer weit weg von München und räumlich weit weg von Olympia war.
Erinnerungen werden wieder wach
Dieser Tage wird die Erinnerung daran wieder wach. Die Zeitungen sind voller Meldungen über Olympia. Der Grund: Das Großereignis jährt sich zum 50. Mal. Es wird erinnert an: die Bauten, die noch heute prägen, das Attentat, aber auch an Olympiasieger wie Ulrike Meyfarth.
Als das alles geschah, saßen Thomas Schütze und seine Kameraden fern davon in Forchheim vor den Fernsehapparaten, um das Großereignis zu verfolgen. „Wir haben mitgefiebert“, sagt er.
„Wir“, das sind er und seine Vereinskameraden Manne Just, Michael Ende, Heinz Hofmann und Heinz Frei sowie Trainer Max Landsmann und Johnny Hiltl, der die Forchheimer Fackelträger fotografierte.
Fackel auf dem Weg in den Norden
Denn der Weg der olympischen Fackel führte auch durch Forchheim. Sie war jedoch nicht auf dem Weg nach München, sondern nach Kiel. „Dort fanden die Segelwettbewerbe statt“, erinnert sich Schütze.
Über Kilometerstationen wurde die Fackel weitergereicht. Jeder Kilometer wurde von einem Verein getragen, der die Fackel dann dem nächsten für den Folgekilometer überreichte.
Nachts an der Reihe
Im Leichtathletikverein waren Thomas Schütze und seine Kameraden und die Forchheimer Leichtathleten nachts um zwei Uhr mit ihrem Kilometer an der Reihe.
„Es war kaum Publikum da. Die Landtagsabgeordnete Freifrau von Pölnitz kam und sagte ein paar Worte. Das Ruhebedürfnis der Forchheimer habe sie abgehalten, eine kleine Feier zu halten“, erinnert sich Schütze.
So war es keine große Sache für die Bürger der Stadt, nur für die Fackelträger und Mitläufer. Sie trafen sich nach ihrem Kilometer noch in Landsmanns Backstube, redeten und freuten sich darüber, ein kleiner Teil des Großereignisses gewesen zu sein.
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