0
Lachen, schunkeln, feiern
Prunksitzung in Effeltrich: Bühne frei für besonderen Abend
Die Prunksitzung des „Effeltricher Fosanochtsvereins Allamoschee“ 2026 war ein voller Erfolg: Das große Finale beendet nach mehr als fünf Stunden Programm einen Abend, der die Turnhalle bis zum Schluss getragen hat – mit viel Applaus und bester Stimmung.
Die Prunksitzung des „Effeltricher Fosanochtsvereins Allamoschee“ 2026 war ein voller Erfolg: Das große Finale beendet nach mehr als fünf Stunden Programm einen Abend, der die Turnhalle bis zum Schluss getragen hat – mit viel Applaus und bester Stimmung. // Foto: Eberhard Schorr
Signet des Fränkischen Tags von Eberhard Schorr
Effeltrich – Effeltrichs Prunksitzung lockte am Wochenende 550 Narren mit humorvoller Bütt und atemberaubenden Tänzen in die Fränkische Schweiz. So genossen Starredner und Promigäste einen unvergesslichen Abend.

Wer an diesem Abend in die Turnhalle kam, konnte schnell zu einer Erkenntnis gelangen: Effeltricher Männer hüllen sich entweder in ein feminines Gewand – oder sie schlüpfen von Kopf bis Fuß in die schwarze Garderobe einer fernöstlichen Kämpferelite. Eine strahlende Ausnahme aus diesen beiden Extremen stellte Sitzungspräsident Jan Leuthäuser dar: elegant, präsent – im weißen Jackett fast ein fränkischer James Bond.

550 Besucher bei Effeltricher Prunksitzung

Rund 550 Besucher erlebten am 17. Januar eine Prunksitzung des „Effeltricher Fosanochtsvereins Allamoschee“, die wieder einmal zeigte, wie viel Herzblut in diesem Fasching steckt.

Schon der Einzug aller Garden setzte den Ton: viel Applaus, viel Rhythmus, viel Vorfreude. Die Junioren-Garde eröffnete mit ihrem Marschtanz, später folgten weitere Gardetänze und Schautänze – mal klassisch, mal modern inszeniert. Und dann gehörte die Bühne den Kleinsten: Die „Zwetschgala“ tanzten „Plüschträume im Rampenlicht“ – konzentriert, fröhlich und mit einer Begeisterung, die im Saal sofort ankam.

Auch prominente Gäste finden Weg nach Effeltrich

Unter den Gästen waren Umweltminister Thorsten Glauber, Altlandrat Reinhard Glauber, Landtagsabgeordneter Michael Hofmann sowie der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn. Begrüßt wurden außerdem Bürgermeister Peter Lepper sowie Pfarrvikar Tobias Fehn, die von Leuthäuser augenzwinkernd ein Steckenpferd überreicht bekamen – als Trainingsgerät für den nächsten Georgi-Ritt.

Bütt und Showtänze

In der Bütt philosophierte Johannes Pinzel  als „Bruni vom Lande“ über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen – „wie Feuer und Eis“. Und er lieferte auch gleich einen Merksatz, der im Saal hängen blieb: „In jungen Jahren sind die Männer ein Gedicht, dann kommt die Gicht und dann ein gräusliches Gesicht.“

Zwischen den Wortbeiträgen sorgten Tanzmariechen und Garden für Tempowechsel: Solo, Duo, Schautanz – das Programm setzte bewusst auf Abwechslung. Die Tänzerinnen sprangen, hüpften und tanzten so, als wäre Schwerkraft ein netter Hinweis, aber keine physikalische Größe. Vereinspräsident Matthias Pfistner nutzte seinen Auftritt, um sich bei den vielen Helfern zu bedanken, die so einen Abend überhaupt möglich machen.

Später verzweifelte Michael Marsching als „Das letzte Bauernmadla aus Effelldrich“ am Wurstautomaten und spannte den Bogen von früheren Ausflügen – für sie war „Gessamaschdaa in die Basilika“ einst das, was heute für viele Mallorca ist.

Klicken Sie sich hier durch die schönsten Fotos des Abends:

Hausorden geht an Gerd Kraus

Und auch vereinsintern gab es Anerkennung: Den Hausorden erhielt Gerd Kraus, überreicht von Anja Sillner. Dieser Hausorden ist in Effeltrich seit Jahren mehr als nur eine nette Geste: Er geht an verdiente oder besonders präsente Allamoschee-Aktive – und ist traditionell mit der freundlichen „Verpflichtung“ verbunden, im nächsten Jahr selbst wieder einen Programmpunkt zu liefern.

„Bleedwaafern“ ist wie immer eins der Highlights

Einer der Höhepunkte kam mit den „Bleedwaafern“ Johannes Steinert und Steffen Wolf: Sie nahmen die anstehenden Kommunalwahlen auf die Schippe und stellten die Bürgermeisterkandidaten vor – inklusive Parodien von Kathrin Heimann (ohne L), parodiert von David Waldmann, sowie von Peter Lepper, parodiert von Lukas Schmidt (mit weichem d). Ein Videobeitrag („TV Total Allamoschee Wahl Total“) griff das Thema später nochmals auf.

„Bleedwaafern“ mit Johannes Steinert und Steffen Wolf
„Bleedwaafern“ mit Johannes Steinert und Steffen Wolf // Foto: Eberhard Schorr

Fastnacht-Verband Franken verleiht Verdienstorden

Offiziell wurde es bei einer besonderen Auszeichnung: Claudia Mundt vom Fastnacht-Verband Franken verlieh den Verdienstorden „Till von Franken“ in Silber an Steffen Wolf (im Nebenberuf temporärer Hausmeister in Rosenheim) – für seine Verdienste und langjährigen Auftritte.

Für einen weiteren Lachgaranten sorgte schließlich Ines Procter als „Putzfraa“: Mit scharfem Blick auf Frisuren, Alltagsmacken und Sprachbildern drehte sie den Spieß um – und traf das Publikum dort, wo Fastnacht am besten funktioniert: mitten im Leben.

Schautanz der Garde als nächstes Highlight

Zum späteren Abend wurde es dann noch einmal groß, laut und bildstark: Der Schautanz der Aktiven Garde („Die letzte Schlacht im Höllenreich“) setzte auf starke Effekte – und das Männerballett „Ninja“ zeigte, warum schwarze Masken und überraschende Enthüllungen in Effeltrich fast schon zur Grundausstattung gehören.

Viel Applaus, viele Zugaben, ein Finale mit reichlich „Wir“-Gefühl: Effeltrich kann Fasching – und feiert ihn mit sichtbarer Lust an der Bühne.

 

Inhalt teilen
  • kopiert!