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Über 30 Jahre Ehrenamt
Weißenohe: Sie widmeten ihr Leben dem Dienst in der Kirche
Traudl Eckert auf dem Friedhof. Auch der Friedhofsdienst gehörte für sie und ihren Mann zu den vielen ehrenamtlichen Aufgaben.Forchheim & Fränkische Schweiz
Traudl Eckert auf dem Friedhof. Auch der Friedhofsdienst gehörte für sie und ihren Mann zu den vielen ehrenamtlichen Aufgaben. // Petra Malbrich
Traudl (74) und Otto (75) Eckert bei der Verabschiedung.Forchheim & Fränkische Schweiz
Traudl (74) und Otto (75) Eckert bei der Verabschiedung. // Petra Malbrich
Weißenohe – Traudl und Otto Eckert haben über 30 Jahre ehrenamtlich in der St.-Bonifatius-Kirche gearbeitet. Nun gehen sie in den Ruhestand. Viele der Dienste verrichteten sie still und leise.

Ein „faszinierendes Gewächs“ ist in der St.-Bonifatius-Kirche in Weißenohe verabschiedet worden: Traudl und Otto Eckert. Ein Ehepaar, das der Kirche tief verbunden war. Manches kann man mit Worten nicht beschreiben, meint Pfarrer Andreas Hornung und schrieb das so ins Kirchenblatt. „Sie waren einfach da.“ Einzeln aufzählen kann man die vielen Arbeiten, die das Ehepaar neben ihrer Arbeit als Bäcker und Konditor mit eigener Bäckerei verrichtete, nicht.

St.-Bonifatius-Kirche Weißenohe: Ehrenamtliche verabschiedet

„Wir haben alles gemacht, was gebraucht wurde“, fasst Otto Eckert bescheiden zusammen. Das Ehepaar hat nun altersbedingt seine ehrenamtlichen Dienste in der Kirche beendet. Fast alle.

Beide waren als Lektoren und Kommunionhelfer, Traudl auch als Mesnerin oder als Kirchenführerin tätig. Traudl vertrat die Pfarrgemeinde im Pfarrgemeinderat und Otto, der seit 1970 für die Kirche arbeitete, war einige Perioden als Kirchenverwaltungsrat tätig. Auch als Spendensammler für die Caritas und das Rote Kreuz war er bekannt, ebenso mit drei weiteren Männern als Begleiter und Unterstützer der Sternsinger. „Wir haben immer viel Geld gesammelt“, sagt Otto und freut sich noch heute über die Erfolge mit seinen Sternsingern. Seine Frau kochte dafür für ihre Sternsingergruppen ein warmes Mittagessen.

Manche Dienste bleiben

Doch viele der Dienste verrichteten sie still und leise, ungesehen von der Öffentlichkeit und den Gottesdienstbesuchern. So nahm Traudl Eckert jede Woche die Altarwäsche mit, die Tücher und Deckchen und die Alben des Pfarrers, wusch, stärkte und bügelte die Wäsche. Aushilfspfarrer wurden von den Eckerts beherbergt und versorgt. Otto Eckert war der „Florist“ der Kirche, kaufte Blumen aus dem eigenen Geldbeutel und schmückte mit seiner Frau den Altarraum und die Kirche. Blumen sind Ottos Leidenschaft.

„Um fünf Uhr sind wir dazu raus“, sagt Otto Eckert. Als Friedhofsbeauftragter haben er und sein Gremium, bestehend aus zwölf weiteren Ehrenamtlichen, fünfmal im Jahr sämtliche Wege der beiden Friedhöfe von Unkraut befreit.

Weiterhin Kirchenführungen in Weißenohe

Nicht beenden wird er seinen Dienst, Jubilare und Geburtstagskinder der Pfarrei zu besuchen. Auch seine Frau Traudl wird weiterhin Kirchenführungen halten. Doch diese Arbeiten sind nur einige der vielen Dienste, die das Ehepaar über 30 Jahre lang ausgeübt hat.

Welche Dienste wie lange genau? Sie haben die Jahre nie mitgezählt. Wie sie dazu gekommen sind? Traudl Eckert lacht. „Wie die Jungfrau zum Kind“, meint sie. Es war Pfarrer Wolfgang Kuntze, der damals für verschiedene Dienste Ehrenamtliche suchte und die Eckerts einfach gefragt hatte. Wohl wissend um ihr besonders enges Verhältnis zur Kirche.

In katholischem Elternhaus aufgewachsen

Es ist nicht nur ihr tiefer Glaube, der diese Verbundenheit mit der Kirche bewirkte. „Durch die Kindheit und die Erziehung“, antwortet Otto. Beide sind in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen. Otto Eckerts Ehefrau ist Weißenoherin. „Die Kirche ist unser Nachbar“, sagt Traudl.

Dass sie jeden Sonntag in die Kirche gingen, war von Kindheit an selbstverständlich und wurde von beiden ebenso selbstverständlich in ihren Erwachsenenjahren weiter praktiziert. Und das, obwohl beide durch ihre Klosterbäckerei zeitlich gefordert waren und oft eigentlich Bettgehzeit gewesen wäre, wenn sie ihre ehrenamtlichen Dienste noch ausübten.

Dreimal am Tag in der Kirche

An manchen Sonntagen und besonderen Feiertagen waren sie auch zwei oder drei Mal in der Kirche. An Karfreitag zum Beispiel, um den Kreuzweg zu beten und zur Liturgie. An Ostern waren sie teils dreimal in der Kirche. Die Kirche prägte den Alltag und das Leben der Bäckereheleute und umgekehrt, ohne die Eckerts hätte der Kirchengemeinde sehr viel gefehlt.

Das Ehepaar hat mehrere Pfarrer miterlebt und das Christsein als Nächstenliebe auch gelebt: Bei der Zusammenführung der Pfarrei zu einem Seelsorgebereich. „Freundschaft, das ist wie eine Heimat“, betonte Otto Bauer stellvertretender Kirchenpfleger aus Eckenhaid, Kurt Tucholsky zitierend, bei der Verabschiedung.

Denn die Eckerts waren gleich freundlich auf die „Neuen“ zugegangen. Freundlichkeit und Gastfreundlichkeit wurde von den Eckerts gelebt, die nach Gottesdiensten auch andere Gläubige zu sich eingeladen hatten. Auch Eckerts Hilfsbereitschaft hob Bauer hervor. Warum das alles? „In Weißenohe wohnt der liebe Gott. Wir haben alles zu Gottes Ehren gemacht“, sagt Eckert.

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