Die milden Temperaturen haben Manuela Dengler-Redlin bisher gut in die Karten gespielt. Die Heizung im Forchheimer Kino konnte größtenteils noch aus bleiben. Doch der Winter kommt, und auch die Kino-Chefin spürt die steigenden Energiekosten gewaltig. Nicht nur, dass die Projektoren viel Energie verbrauchen. Auch die hohen und großen Kinosäle müssen beheizt werden. „Das wird wirklich eine Herausforderung. Das Publikum macht da drin ja keinen Sport, sondern sitzt zwei Stunden“, sagt Dengler-Redlin.
Strom-, Personal- und Lebensmittelkosten sind um ein Vielfaches gestiegen. Ihr Lieferant forderte zuletzt die dritte Preiserhöhung allein in diesem Jahr. „Und die ist enorm. Ein Fass Fett fürs Popcorn kostet jetzt 90 statt 70 Euro.“
„Familien haben gerade jetzt nicht mehr Geld zur Verfügung“
Preiserhöhungen kann Dengler-Redlin deshalb nicht mehr ausschließen. Sowohl bei den Snacks als auch direkt bei den Eintrittspreisen. Ob noch in diesem Jahr? „Das weiß ich noch nicht, vielleicht.“ Denn die steigenden Kosten müssen letztendlich umgelegt werden. „Aber ich weiß, Familien haben gerade jetzt nicht mehr Geld zur Verfügung. Das Kino soll weiterhin für jeden da sein. Deshalb werden wir das ganz bedacht und ganz sanft vornehmen“, versichert Dengler-Redlin.
Keine leichte Zeit für Kino-Inhaberin
Keine leichte Zeit für die Kino-Inhaberin. Auch wenn bisher noch alles im grünen Bereich sei. Doch schon während der Corona-Monate musste sie zwischen langen Zeiten der Schließung immer wieder darum bangen, wie und ob es überhaupt weiterginge.
Das ist jetzt überstanden, doch die Pandemie hat Spuren hinterlassen. „Von den Besucherzahlen können wir nach wie vor nicht an die Zeit vor Corona anschließen. Manche Leute sind immer noch eher zögerlich“, sagt Dengler-Redlin.
Immer noch ein Platz zwischen den Besuchern frei
„Social distance“ bestehe nach wie vor. Jetzt sind zwar nicht mehr ganze Reihen gesperrt, um genügend Abstand gewährleisten zu können, aber zwischen einzelnen Besuchergruppen wird nach wie vor ein einzelner Platz freigelassen.
Doch noch etwas hat die Corona-Zeit verändert: Streaming-Dienste wie Disney+, Netflix oder Amazon Prime sind Dengler-Redlin zufolge mittlerweile zur „großen Konkurrenz“ geworden. „Klar, man muss das Haus nicht verlassen und man hat eine riesige Auswahl. Aber das kann man niemals mit dem Kinoerlebnis gleichsetzen“, betont Dengler-Redlin. „Zuhause klingelt das Handy wegen einer neuen Whatsapp-Nachricht oder die Spülmaschine piepst, weil sie fertig ist. Im Kino ist es ein ganz anderes Gefühl, etwas mit anderen Leuten anzuschauen. Ein ganz anderes Einlassen auf den Film.“
Wenn Jugendliche nur noch Serien schauen
Der Kindersektor sei davon nicht betroffen. Der laufe im Forchheimer Kino nach wie vor am besten. Doch Jugendliche schauen vermehrt nur noch Serien, keine Filme mehr.
Diese Altersgruppe müsse man mit dem richtigen Filmangebot wieder neu fürs Kino begeistern. „Manche haben, glaube ich, wirklich verlernt, Filme zu schauen und zwei Stunden sitzen zu bleiben“, so Dengler-Redlin.
Nun müsse aber erst einmal die Energiekrise gut überstanden werden. „Viele Familien haben aktuell weniger Geld zur Verfügung und überlegen deshalb genau, wie sie ihre Freizeit gestalten. Jeder muss am Ende des Monats sehen, was übrig bleibt.“
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