Nicole Marquis, ihres Zeichens Projektmanagerin für die „Qualitätsoffensive Reisemobiltourismus Fränkische Schweiz“ des Vereins Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) „Fränkische Schweiz aktiv“, gerät geradezu ins Schwärmen.
Denn hinter dem ehemaligen Bahnhofsgebäude in Unterleinleiter und dem einstigen griechischen Restaurant „Athen“, das nach umfangreicher Sanierung durch den neuen Besitzer wieder eröffnet werden soll, soll der schönste Wohnmobilstellplatz der gesamten Fränkischen Schweiz entstehen.
Marquis berichtete im Gemeinderat Unterleinleiter über die Planungen für den „schönsten Reisemobilstellplatz der Region“. Gestartet werden soll zunächst mit zehn Standplätzen für Wohnmobile, für die dann auf dem Platz für die Ver- und Entsorgung alles vorhanden sein soll.
Der Flächennutzungsplan in der Fränkischen Schweiz
Sind es mehr als drei solcher Standflächen, ist jedoch voraussichtlich eine Baugenehmigung notwendig, die mit der Änderung des Flächennutzungsplans hinter dem Bahnhofsgebäude einhergeht. Dies dürfte aber kein großes Problem darstellen, da kein Veto der Nachbarn zu erwarten sei.
„Ein Turbo, der die Planung noch zerschlagen kann, sind aber gerade die nachbarschaftlichen Anliegen“, sagte die Expertin, die nach ihrer Aussage selbst begeisterte Wohnmobilistin ist.
Dass man vorerst hier nur zehn solcher Stellplätze bauen will, hat auch damit etwas zu tun, dass dort der Platz für das Johannisfeuer erhalten bleiben soll. Jedenfalls soll der Wohnmobilstellplatz auf das Modernste ausgestattet und nicht asphaltiert werden, sondern wasserdurchlässig sein. Auch Stromsäulen und eine Beleuchtung sind vorgesehen. „Wenn wir Glück haben, ist es ganz einfach. Wenn wir Pech haben, werden uns noch ein paar Behörden auf die Finger gucken“, mutmaßte Marquis.
Anmeldung über App soll möglich sein
Geplant sei ein autarkes Betriebssystem mit mehreren Anbietern. Die Anmeldung soll über eine App leicht möglich sein. In diese App soll der buchende Wohnmobilist dann auch Extras eingeben können wie zum Beispiel ein Begrüßungspaket im „Laderer Dorfladen“ oder eine Buchung zum Essen in umliegenden Wirtschaften. Allerdings kosten solche Buchungssysteme auch etwas.
Marquis nannte Übernachtungskosten zwischen 20 bis 25 Euro, was mit dem Rundumpaket (Wasser, Strom, Entsorgung, etc.) günstig und angemessen sei. Denn es werde auch eine Frischwassersäule geben. Und für die Kilowattstunde verbrauchtem Strom könne man ruhig einen Euro zusätzlich verlangen. Auch EC-Kartenzahlung soll möglich sein.
Was außerdem kommen soll, ist eine Bank und ein Pavillon, um die Aufenthaltsqualität inmitten grüner Natur zu erhöhen. Außerdem soll der Platz winterfest sein, damit das ganze Jahr dort übernachtet werden kann, und er soll keine Schranke haben.
120.000 Euro an Investition
Die Expertin rechnete vor, dass rund 120.000 Euro an Investition erforderlich seien. Eventuell gebe es auch Fördermittel. Sind die zehn Stellplätze an 75 Tagen im Jahr voll ausgelastet, hätte sich diese Investition schnell amortisiert. Marquis geht aber von einer größeren Auslastung aus.
„Die Lage ist gut dafür geeignet, das Areal gut eingewachsen und diese Ecke ist für das Platzangebot wirklich prädestiniert“, sagte Bürgermeister Alwin Gebhardt. Und weiter: „Meine kleine Hoffnung ist, dass wir wieder zu dem Zustand wie früher für Gastronomie und Tourismus in Unterleinleiter zurückkehren können.“
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