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Nach DFB-Schmach
Ösi aus Forchheim: „Macht nicht mal Spaß, sie zu ärgern“
Hängende Köpfe (hier Marvin Ducksch) nach der Niederlage der DFB-Elf gegen Österreich.Forchheim & Fränkische Schweiz
Hängende Köpfe (hier Marvin Ducksch) nach der Niederlage der DFB-Elf gegen Österreich. // Christian Charisius, dpa
LKR Forchheim – Nach der 0:2-Niederlage gegen Österreich ist die Stimmung im deutschen Fußball am Boden – und das kurz vor der Heim-EM. Was Frankens (Fast-)Österreicher über die deutsche Blamage denken.

Erst ermöglichte die DFB-Elf Marcel Sabitzer ein leichtes Spiel beim 0:1, kurz nach der Pause demonstrierte Leroy Sané, wie viel Frust in der Mannschaft herrscht: Nach einer Tätlichkeit sah er glatt Rot. Zu zehnt kassierten die Deutschen dann das sehenswerte 0:2 von Christoph Baumgartner. Kaum ist Julian Nagelsmann als Bundestrainer angekommen, schon hat auch er eine Krise mit seinem Team zu überstehen.

Fraenkischertag.de hat mit Franken, die österreichische Verbindungen oder Wurzeln haben, über das Spiel gesprochen.

Der Stammtischler

Normalerweise istHarry Payrleitner im Tennis zuhause, Fußball-Fan ist er trotzdem. Er lebt in Forchheim, ist gebürtiger Österreicher und war Padel-Tennis-Nationalspieler der Alpenrepublik. „Ich habe das Ergebnis sehr erfreut zur Kenntnis genommen“, sagt er und schmunzelt. Er hat das Spiel mit seinem Stammtisch im Forchheimer Schindlerkeller angesehen. Seine deutschen Freunde hätten sich nicht mal gewundert, haben mit einer deutschen Niederlage gegen das Nachbarland schon gerechnet. Sie trugen es mit Fassung. „Das hat nicht mal Spaß gemacht, die zu ärgern“, sagt Payrleitner und lacht.

Harry Payrleitner ist lizenzierter Tennis– und Padeltrainer sowie Fußballfan.Forchheim & Fränkische Schweiz
Harry Payrleitner ist lizenzierter Tennis– und Padeltrainer sowie Fußballfan. // Frank Brinke, privat

„Die Deutschen sind von Anfang an nicht ins Spiel gekommen. Österreich war mutig im Pressing, hatte eindeutig Siegeswillen.“ Schon als Deutschland noch zu elft war, gefiel ihm die Leistung nicht. „Normalerweise sind wir Österreicher ja die Lethargiker, die hinten drinstehen wie Falschgeld.“ Die Niederlage war verdient.

„Als in Deutschland lebender Österreicher habe ich natürlich ein Interesse daran, dass die Deutschen einen guten Fußball spielen“, sagt er. Das tut er auch mit dem Blick auf die EM: „Ich hoffe, dass sie die Kurve kriegen und die Gruppenphase überstehen. Für Österreich wäre das Überstehen der Gruppenphase ein großer Erfolg.“ Dass sie das schaffen können, ist sich Payrleitner sicher: „Der Teamgeist der Ösis passt. Bei Deutschland hat man eher das Gefühl, das sind Einzelkämpfer.“

Der Mann im Stadion

Der Gößweinsteiner Alexander Sebald ist Torhüter bei Energie Cottbus (Regionalliga Nordost) und hat vor ein paar Jahren auch bei Austria Lustenau in der ersten österreichischen Liga gespielt. Während des Länderspiels war der 27-Jährige live im Stadion – allerdings bei den Lausitzer Füchsen, einer Eishockey-Mannschaft in der DEL2. Das Länderspiel hat er via Live-Ticker verfolgt.

Alexander Sebald (blaues Trikot) bejubelt einen eigenen Treffer.Forchheim & Fränkische Schweiz
Alexander Sebald (blaues Trikot) bejubelt einen eigenen Treffer. // Archiv/Imago

„Am nächsten Morgen habe ich mir aber eine 20-minütige Zusammenfassung angesehen. Das hat mir dann auch gereicht“, sagt er und lacht. „Österreich hat uns ganz klar Schwachstellen aufgezeigt, an denen wir jetzt arbeiten müssen.“ Vor allem defensiv hapere es, wobei es Sebald schwerfällt, ein Urteil über Fußball von diesem Niveau abzugeben. „Das sind ja alles Weltklassespieler“, sagt er. Für ihn müsse wieder eine Formation gefunden werden, die Spaß beim Zusehen mache. „Vielleicht ist es momentan ein bisschen eine Last, das deutsche Trikot zu tragen“, sagt er und verweist auf den Leistungsunterschied von Spielern zwischen Klub und DFB-Elf. „Wenn man sich Antonio Rüdiger bei Real Madrid ansieht – es gibt nur wenige Verteidiger weltweit, die diese Klasse haben.“ Im Trikot von Deutschland läuft es derzeit nicht so gut.

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Mit einigen seiner ehemaligen Teamkameraden aus de Alpenrepublik hat er noch immer Kontakt – vor allem jetzt vor dem Länderspiel. „Da neckt man sich immer ein bisschen“, sagt Sebald und lacht. Der beste Spruch, der von einem Ex-Teamkameraden kam? „Da hätten wir ja als Zweitligatruppe gewonnen.“

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