Jeder kennt sie, die in scharfzüngigen Witzen pointiert vorgetragenen Klischees, an denen immer auch ein Körnchen Wahrheit klebt.
Sei es über die Menschen aus [fügen Sie hier eine beliebige Region ein], die nicht Autofahren können, oder über Lehrkräfte, die vormittags recht und nachmittags frei hätten.
Oder über Beamte in den Verwaltungen, die sich angeblich nur auf dem Flur träfen, wenn sie wieder einmal nicht schlafen könnten.
Nun ist es bei Letzteren seit Jahren ganz im Gegenteil der Fall, dass sie gar nicht mehr wissen, wohin mit all ihrer Arbeit. Denn trotz des guten Rufes wollen nicht genügend Menschen in den Beamtenstand nachrücken wie aus selbigem ausscheiden.
Digitalisierung heißt Lösung für Fachkräftemangel
Eine Lösung dafür liegt auf der Hand: Digitalisierung. Anders als in der Industrie, in der Automatisierungen viele Jobs kosten, läge im Öffentlichen Verwaltungsdienst genau darin die Lösung, fehlende Planstellen zu ersetzen.
In einer Welt jedoch, in der Online-Formulare ausgedruckt im Leitz-Ordner verschwinden und Unterschriften ausschließlich mit verschmierter Kugelschreibertinte Gültigkeit besitzen, landen Tablets weiterhin eher in der Personalküche als auf dem Schreibtisch.
Papierlose Rathäuser bleiben für Deutsche Science Fiction aus entfernten Galaxien wie Estland, Dänemark oder den Niederlanden.
Auch Bürger tragen Mitschuld
Die Behörden tragen die Schuld an der prähistorisch-analogen Welt jedoch nicht alleine. So gibt es seit 2010 zum Beispiel elektronische Ausweisfunktionen, die kaum jemand nutzt.
Den Kopf in den Sand stecken, gilt jetzt aber nicht. Hierfür müsste man sowieso erst ein Online-Formular ausfüllen.
Das aber lässt sich im Sandkasten kaum ausdrucken. Dann lieber doch aufs Amt, eine Nummer ziehen. Aus Papier. Wie ein Klischee.
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