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Kommentar
Mut zur Wahrheit: Autos raus aus den Städten!
„Eine echte Veränderung ist unbequem, unpraktisch, nervt“, sagt Stephan Großmann. „Aber es führt kein Weg daran vorbei.“Forchheim & Fränkische Schweiz
„Eine echte Veränderung ist unbequem, unpraktisch, nervt“, sagt Stephan Großmann. „Aber es führt kein Weg daran vorbei.“ // Matthias Hoch
Forchheim – Keine Sonntagsreden mehr: Autofahrern darf die Stadt nicht mehr gehören, meint FT-Redakteur Stephan Großmann.

Klar muss es Ausnahmen geben: Rettungsdienste, Lieferfirmen, Handwerker, Taxifahrer, Schwerbehinderte. Diesen und wenigen weiteren Gruppen muss es möglich bleiben, ab der Haustür mobil zu sein. Motorisiert, individuell. Für alle anderen gilt: Lasst euer Auto stehen. Und zwar außerhalb der Innenstadt.

Verkehrswende: Mehr als mit Lastenrad zur Kita

Wenn die Mehrheit heute von Verkehrswende spricht, meint sie wohlwollende Spazierfahrten mit dem Rad zum Kellerwald oder das Kind mit dem Lastenrad in die Kita zu fahren. Für einen echten Wandel aber sind die wenigsten bereit. Zu deren Ehrenrettung: Wie auch.

Pragmatisch betrachtet ist es den Deutschen zur Zeit, abgesehen von einigen Metropolen, fast unmöglich, auf ihr Auto zu verzichten. Jedenfalls, ohne gleichzeitig Mobilität einzubüßen. Genau darin liegt der Knackpunkt. Eine echte Veränderung ist unbequem, unpraktisch, nervt. Und sie wird Verlierer hervorbringen. Vor allem einen: den Personenkraftwagen.

Mut von Regierung und Städten gefragt

Hierfür aber braucht es Mut. Mut von der Regierung, endlich ausreichend Mittel für die Infrastruktur bereitzustellen und das Radeln per Gesetzgebung zu stärken. Gegen allen Druck der übermächtigen Autolobby. Und es braucht Mut von den Kommunalverwaltungen, ihre Städte und Gemeinden radikal neu zu denken. Egal, welches Parteibuch auf dem Gepäckträger klemmt.

Der Slogan muss lauten: Vortritt den Fußgängern, Vorfahrt den Rädern. Autos sind geduldetes Beiwerk, mehr nicht. Das wird nervenaufreibende Diskussionen fördern und vielleicht sogar Wählerstimmen aus dem PS-Lager kosten. Aber es führt kein Weg daran vorbei.

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