Verzögerung
Feuerwehrhaus ist „Bauruine“ von Weingarts
Noch immer im Rohbau befindet sich das Feuerwehrhaus in Weingarts, an dem seit zweieinhalb Jahren gebaut wird.
Noch immer im Rohbau befindet sich das Feuerwehrhaus in Weingarts, an dem seit zweieinhalb Jahren gebaut wird.
Foto: Thomas Weichert
Kunreuth – Seit zweieinhalb Jahren wird am neuen Feuerwehrhaus gebaut. Von außen gleicht es immer noch einem Rohbau. Warum dauert dieses Projekt so lange?

Fragt man in Weingarts nach dem Weg zum neuen Feuerwehrhaus, dann kommt die Antwort: „Ach, Sie meinen die Bauruine?“ So geschehen nach der Gemeinderatssitzung in Kunreuth, als es um die Verabschiedung des Haushaltsplanes ging. Zwei junge Damen in Weingarts wiesen dann den Weg zum seit zweieinhalb Jahren im Bau befindlichen Feuerwehrhaus, das von außen noch einem Rohbau gleicht.

Noch in diesem Jahr soll das Feuerwehrhaus aber bezugsfertig werden. Für die restlichen Arbeiten stehen 300.000 Euro im Haushaltsplan der Gemeinde Kunreuth, denen ein zu erwartender Zuschuss von 100.000 Euro gegenübersteht.

Streit um den Fußboden

Seit zweieinhalb Jahren wird am neuen Heim der Freiwilligen Feuerwehr Weingarts gebaut. Von außen ist das Feuerwehrhaus immer noch im Rohbauzustand, auch innen fehlt vieles noch, wie zum Beispiel der Fußboden, über den während der Gemeinderatssitzung gestritten wurde.

Wo andere Gemeinden und andere Feuerwehren nur ein paar Monate brauchen, um ein Gerätehaus dieser Größe zu bauen, dauert dies in der Gemeinde Kunreuth Jahre. Am Geld kann es nicht liegen. Denn noch ist die Gemeinde schuldenfrei. Auch am Material und an den Handwerkern kann es nicht liegen. Corona hat zwar am Bau wegen Lieferengpässen zu Verzögerungen geführt und vieles teurer gemacht.

Das Beispiel Gößweinstein

Die Gemeinde Gößweinstein etwa hat in der Corona-Zeit ihre Doppelturnhalle gebaut. Diese ist ein Vielfaches größer als das vergleichsweise kleine Feuerwehrhaus in Weingarts, das auch als größeres Einfamilienwohnhaus durchginge. Etwa ein Jahr Bauzeit waren für die größte Halle im Forchheimer Oberland in Gößweinstein erforderlich, in die bis zu 1000 Besucher reinpassen. Woran liegt es also, dass in Weingarts nichts vorangeht? An den aktiven Feuerwehrleuten sicherlich auch nicht. Vielleicht ja an Kleinigkeiten wie die Art und Beschaffenheit des Fußbodens, über die man nicht einig wird. Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie Kunreuth) kündigte während der Sitzung an, man habe sich entschieden, in den Umkleiden einen Laminatboden zu verlegen. Der ist wärmer als der Industrieboden für eine Fahrzeughalle und sonstige Bereiche.

„Ich bitte darum, überall Industrieboden zu verlegen“, entgegnete sein Stellvertreter Edwin Rank (CSU/Bürgerblock), nachdem ihm ein Feuerwehrmann aus dem Zuschauerbereich einen Zettel zugesteckt hatte. Nach einigem Hin und Her verkündete der Rathauschef schließlich, dass diejenigen, die dort einziehen, entscheiden sollten, welcher Boden hineinkommt – also die Feuerwehr selbst.

 

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