Die Nachricht von der Schließung des Rewe-Marktes in der Bischofsheimer Straße hatte die Bevölkerung im Markt Wildflecken im Januar 2025 in Sorge versetzt. Der Supermarkt, betrieben von der Familie Hauke, war weit mehr als nur ein Ort für den täglichen Einkauf – er war ein zentraler Treffpunkt im Ortszentrum und für viele Menschen ein fester Bestandteil im beschaulichen Gemeindeleben.
Dass dieser Standort Ende November 2025 seine Türen endgültig schloss, bedeutete für viele Einwohner eine einschneidende Veränderung. Doch schon bald nach dem überraschenden Rückzug von Rewe zeichnete sich für die Marktgemeinde eine Perspektive ab, die die Versorgung wieder stabilisieren soll.
Eröffnung noch im Jahr 2026
In seiner jüngsten Sitzung nahm der Marktgemeinderat Wildflecken den Bauantrag zur Errichtung von Werbeanlagen für einen neuen Netto Marken-Discount an derselben Adresse unter die Lupe und stimmte diesem ohne Einwände zu. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund, dass Netto Marken-Discount den ehemaligen Rewe-Standort in der Bischofsheimer Straße übernehmen wird und dort im Laufe des Jahres 2026 eine eigene Discounterfiliale eröffnet.
Nach der Schließung von Rewe wurde auf Initiative von regionalen Geschäftsleuten ein kleiner Übergangs-Dorfladen samt Bäckerei-Filiale in der Gärtnerei Neisser eingerichtet, der zumindest die Grundversorgung bis zur Neueröffnung sicherstellen soll. Für viele Einwohner war dies eine willkommene Übergangslösung, denn im oberen Sinngrund ist die Entfernung zu alternativen Supermärkten in der Region oft auch eine logistische Herausforderung – besonders für ältere Menschen und Haushalte ohne eigenes Fahrzeug.
Mit der Entscheidung des Gemeinderates über die Werbeanlagen für Fassade und Zufahrten ist nun ein weiteres sichtbares Zeichen gesetzt: Der Standort bleibt langfristig ein Ort der Nahversorgung. Nach der Schließung des Rewe-Marktes Ende des vergangenen Jahres hatte die Nahversorgung in Wildflecken kurzfristig auf sehr wackeligen Beinen gestanden.
Der Rewe-Markt war über Jahre hinweg eine feste Größe im Ortszentrum. Der Verlust hinterließ eine Lücke, die auf die Schnelle kaum adäquat zu schließen war.
Lücken in digitaler Versorgung
Intensiv diskutiert wurde der Glasfaserausbau im Markt Wildflecken. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Illek machte deutlich, dass es weiterhin Lücken in der Versorgung gebe. Betroffen seien unter anderem die Florian-Geyer-Straße in Wildflecken, der Weiler Eckartsroth in Oberbach, der komplette Bereich Arnsberg, die Sudetenstraße in Oberwildflecken, das Umfeld des CVJM-Feriendorfs sowie mehrere einzelne Anwesen im Ortsgebiet. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb nach zusätzlichen Fördermöglichkeiten gesucht und stellt im Rahmen der Gigabit-Richtlinie 2.0 des Bundes einen Antrag auf Förderung einer Beratungsdienstleistung.
Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine sogenannte Lückenschlussförderung zu schaffen. Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz verwies darauf, dass der Zugang zu weiteren Förderprogrammen komplex sei und eine Förderzusage noch in diesem Jahr eher unwahrscheinlich erscheine. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Illek betonte jedoch, dass die Verwaltung alles unternommen habe, um mögliche Förderwege auszuloten. Ein spezialisiertes Planungsbüro soll nun die weitere Markterkundung begleiten und das Verfahren fachlich unterstützen. Auch für diese Beratungsleistung stehen Fördermittel bereit.
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Trinkwasserversorgung kostet
Neben der digitalen Infrastruktur standen auch klassische Versorgungsaufgaben auf der Tagesordnung. Der Marktgemeinderat stimmte Förderanträgen für den Neubau von Trinkwasserleitungen zu. In der nördlichen Rabensteinstraße in Wildflecken sind Investitionen von rund 255.000 Euro vorgesehen. Für den Tiroler Weg in Oberwildflecken werden die Kosten auf etwa 226.000 Euro veranschlagt. Die Förderung soll rund 40 Prozent der Netto-Baukosten betragen. Mit diesen Maßnahmen investiert die Gemeinde gezielt in die Erneuerung ihrer Leitungsnetze und stellt die langfristige Versorgungssicherheit sicher.
Wenig Hoffnung auf Förderung für Stadion
Wenig Hoffnung machte die Gemeindeverwaltung in Sachen Förderprogramm für das marode Helmut-Patzke-Stadion. Tausende Anträge seien eingegangen für das spezialisierte Förderprogramm für sanierungsbedürftige Sportstätten. Und das Ganze mit einem milliardenschweren Volumen, sodass etliche Antragsteller in die Röhre schauen werden. An der Notwendigkeit einer Sanierung des Stadions ändert dies allerdings wiederum nichts. Nach Ostern sollen Entscheidungen der Fördermittelgeber fallen. Mit völlig ungewissem Ausgang des Verfahrens.

















