Update, 28.1.2024, 12.45 Uhr:
An einer äußerst gefährlichen Aktion, die weder genehmigt noch mit den Behörden abgesprochen war, beteiligten sich am späten Samstagvormittag verschiedene Fahrzeuglenker auf dem Weg zu einer Demo am Volksfestplatz in Bayreuth. Das geht aus einer Polizeimeldung hervor.
Mit insgesamt etwa 100 Fahrzeugen wurde der Verkehr auf der A 9 ab Gefrees in Richtung München bewusst lahmgelegt. Darunter Zugmaschinen, Lastkraftwagen, Kleintransporter, Pick-ups, Autos und Traktoren sowie andere Schlepper, die aufgrund ihrer Bauart nicht auf der Autobahn fahren dürften.
Dazu fuhren die Fahrzeuge mit niedriger Geschwindigkeit nebeneinander – teilweise über alle Fahrspuren – und erzeugten damit sehr schnell einen kilometerlangen Rückstau. Wie durch ein Wunder kam es augenscheinlich zu keinen Unfällen. Zumindest sind solche der Polizei in Oberfranken bis dato nicht bekannt.
Polizei beendete Fahrmanöver auf Autobahn
Mehrere Polizeistreifen konnten dieses riskante Fahrmanöver bei Himmelkron beenden und die Personalien der verantwortlichen Lenker feststellen. Die oberfränkische Polizei prüft derzeit die genauen Umstände und Rechtsfolgen einschließlich möglicher strafrechtlicher Konsequenzen. Des Weiteren sei betont, dass derartige Aktionen ein nicht kalkulierbares Risiko darstellen und deshalb konsequent unterbunden werden.
Update, 27.1.2024, 16.30 Uhr:
Auch die Polizei macht insgesamt eine positive Bilanz der Veranstaltung. "Es lief alles friedlich ab", sagt Martin Prechtl, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei in Bayreuth. Die Polizei zählte vor Ort 500 Fahrzeuge und 1250 Versammlungsteilnehmer.
Im nördlichen Oberfranken sind einige Traktorfahrer auf die A9 gefahren. Diese lotste die Polizei Bayreuth auf Höhe Himmelkron von der Autobahn herunter. "Das ist einfach zu gefährlich. Die Differenzgeschwindigkeit zu den übrigen Autobahnfahrern ist zu hoch", so Prechtl.
Update 27.1.2024, 16 Uhr:
"Wir sind überwältigt wieder. Es hat sich rasch gefüllt mit Fahrzeugen. Der Marsch zum Kundgebungsplatz war alles friedlich und harmonisch", erzählt Andreas Lorenz auf der Heimfahrt auf telefonische Nachfrage. "Es war alles human, es gab keine bösen Worte, einfach top"
Ob eine weitere Veranstaltung geplant ist? "Wir machen mal drei, vier Tage Pause und dann sammeln wir uns", sagt Lorenz vom #esreicht-Team. "Was wir planen und ob wir was planen, müssen wir in der Gruppe entscheiden. Für uns ist wichtig, dass alle dabei sind: die Landwirte, die Spediteure und die Unternehmer."
Update 27.1.2024, 13.15 Uhr
Die Demonstrierenden versammeln sich in der Bayreuther Innenstadt. Der Veranstalter schätzt, dass 2200 Menschen vor Ort sind.
Kundgebung am Ehrenhof
Update 27.1.2024, 13 Uhr:
Der Mahnmarsch ist in vollem Gange.
Der Mahnmarsch bewegt sich durch Bayreuth
Update, 27.1.2024, 11 Uhr:
Inzwischen haben Andreas Lorenz und viele weitere Bayreuth erreicht.
"Am Anfang war es hier noch etwas ruhiger. Jetzt gerade kommen sie aber von allen Seiten. Ganz Oberfranken vereinigt sich hier", sagt Lorenz am Telefon.
Angekommen in Bayreuth
Zahlreiche Landwirte, Handwerker und Spediteure aus dem gesamten Landkreis haben sich am Samstag morgen um 7.30 Uhr auf den Weg nach Bayreuth zu einer gemeinsamen Protestaktion auf den Weg gemacht.
Viele starteten direkt von Hiltpoltstein bei einer gemeinsamen Demofahrt.
Weitere machten sich direkt von Forchheim auf den Weg. Darunter auch Andreas Lorenz von der Autoverwertung Lorenz Recycling in Neunkirchen a. Brand. "Wir sind hier mit 100 Fahrzeugen gestartet. Es sind aber immer wieder welche dazu gekommen", sagt er auf telefonische Nachfrage.
Der Konvoi startet am Samstag am Pilatushof in Forchheim
Er und viele andere wollen heute in Bayreuth ein Zeichen setzen. "Es geht um unsere Zukunft und um unsere Kinder. Ich hoffe, dass heute 2000 Personen da sind", so Lorenz.
Mit im Konvoi dabei seien Landwirte und Handwerker aus Dormitz, Hausen, Langensendelbach, Forchheim und vielen weiteren Orten. "Wir bekommen aber auch immer mehr Unterstützung aus der Bevölkerung. Viele springen jetzt auf und unterstützen uns", so Lorenz.
Um 11 Uhr wollen sie alle den Volksfestplatz in Bayreuth erreichen. Um 12 Uhr ist die Demo bzw. Mahnmarsch in die Innenstadt geplant. Um 13 Uhr folgt eine Kundgebung am Ehrenhof.
Darum wird demonstriert
Worum es den Teilnehmern heute geht: Keine C02-Doppelbelastung für Maut und Diesel, Rücknahme der LKW-Maut-Erhöhung, Agrardiesel beibehalten und Bio-Diesel steuerbefreien, keine Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge, zurück zu sieben Prozent Mehrwertsteuer für die Gastronomie, verantwortungsvoller Umgang der Steuergelder, Sicherung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit.
Diese prominenten Redner sind heute dabei
Als Redner in Bayreuth angekündigt sind die Bundestagsabgeordneten Silke Launert (CSU) und Thomas Hacker (FDP), die Landtagsabgeordneten Frank Diehl (CSU), Stefan Frühbeißer und Rainer Ludwig (beide FW), Karl Lappe (Kreisobmann Bayreuth vom Bayerischen Bauernverband), Konrad Rosenzweig (stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender Forchheim) sowie Max Raimund vom Organisationsteam „#esreicht“.
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