Am Wochenende mit der ganzen Familie ins Hallenbad oder ins Museum – nicht für alle Forchheimer sind solche zusätzlichen Ausgaben finanziell drin. Damit auch Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, hat sich die Stadt Forchheim etwas überlegt. Der „Forchheim-Pass“ soll finanziell schwächeren Bürgern Vergünstigungen für verschiedene Einrichtungen im kulturellen und sportlichen Bereich bieten.
Nachdem der Haupt-, Personal- und Kulturausschuss (HPKA) dem Konzept am Donnerstag zugestimmt hat, soll der Pass voraussichtlich zum 1. Dezember oder spätestens zum 1. Januar starten. Der genaue Starttermin werde demnächst im Stadtrat vereinbart, erklärt Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt.
Wer bekommt den „Forchheim-Pass“?
Der „Forchheim-Pass“ soll eine Art Scheckkarte sein, mit der Berechtigte zunächst Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen erhalten. Kooperationen mit weiteren Partnern für noch mehr Rabatte sind in Planung. Um den kostenfreien Pass zu erhalten, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst muss der Hauptwohnsitz in Forchheim liegen.
Des Weiteren muss man zu einer der festgelegten Gruppen gehören. Dazu zählen unter anderem Personen, deren Nettoeinkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze liegt. Außerdem Bürgergeldempfänger, Bezieher von Wohngeld, Menschen, die im Alter eine Grundsicherung erhalten sowie Bezieher von Kinderpflegegeld oder Kinderzuschlag. Auch junge Menschen, die gerade einen Freiwilligendienst machen, können den „Forchheim-Pass“ bekommen.
Asylbewerber, Schüler und Studenten nicht dabei
Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, wurden nach der Diskussion im HPKA zunächst ausgeklammert. „Solange es noch keine Entscheidung über den Asylantrag gibt, wollen wir diese Personengruppe nicht beim Forchheim-Pass dabei haben“, betonte Thomas Werner (CSU). Auch Manfred Hümmer (Freie Wähler) sprach sich dagegen aus, Asylbewerber mit in das Angebot aufzunehmen. Lisa Hoffmann (SPD) forderte, Asylbewerber nicht außen vorzulassen, da diese sich ja in die Stadtgesellschaft integrieren sollten.
Die Stadtverwaltung prüft nun, wie dieser Punkt genauer spezifiziert werden kann, damit beispielsweise keine Asylbewerber mit abgelehntem Asylantrag profitieren könnten. Gegebenenfalls soll dann erneut darüber beraten werden, ob und welche Asylbewerber den „Forchheim-Pass“ beantragen können.
Schüler und Studenten seien zunächst auch ausgenommen, erklärte Richard Reickersdorfer, Leiter des Referats 4, Kultur und Gesellschaft bei der Stadt. Bei entsprechender Nachfrage sei eine Anpassung denkbar.
Gesellschaftliche Teilhabe ist wichtig
Ziel des Passes ist es, mehr Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. „Aufgrund fehlender finanzieller Mittel am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen zu können, wird als Ausgrenzung erlebt. Gerade für junge Menschen ist es nicht verständlich, wenn Sport- und Kulturmöglichkeiten für sie nicht zugänglich sind, weil ihre Eltern sich das nicht leisten können“, erklärt Peter Ehmann, Vorstand im Caritasverband für Bamberg und den Landkreis Forchheim.
Positive Entwicklungsmöglichkeiten in der Freizeit seien besonders für junge Menschen besonders wertvoll. So würden sie Akzeptanz, Toleranz und Teamgeist erleben. Im „Forchheim-Pass“ könnte die Bereitschaft von vielen Unterstützern vereint werden.
Für Ehmann könnte das Angebot sogar noch weiter gehen: „Vergünstigungen bei Vereinsbeiträgen, Eintritten bei Schwimmbädern, Freizeitmaßnahmen, aber auch beim Kauf von entsprechendem Sport- und Lernequipment, bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, Friseurbesuchen, guten Lebensmitteln und mehr würde die Zugangsbarriere zur Teilhabe an Bildung, Sport, Kultur und Gesundheitsprävention deutlich vermindern und einen Beitrag zur Herstellung von Chancengerechtigkeit bedeuten.“
Hier gibt es den „Forchheim-Pass“
Der kostenfreie „Forchheim-Pass“ soll online über ein Formular oder direkt bei der Stadtverwaltung beantragt werden können. Geltungsdauer ist jeweils ein Jahr. Dann wird geprüft, wer weiterhin die Voraussetzungen erfüllt. Mittelfristig ist geplant, einen QR-Code zu etablieren und den „Forchheim-Pass“ auch über das Smartphone nutzbar zu machen.
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