Die Stadt Ebermannstadt will eine denkmalgeschützte Immobilie verkaufen, die sie einst erworben hat. Die Rede ist vom ehemaligen Gasthaus „Zum Bayerischen“ neben dem benachbarten „Bürgerhaus Breitenbach“, dass schon länger leer steht. Normalerweise schreibt eine Kommune den Verkauf aus oder beauftragt einen Makler mit dem Verkauf. Doch ganz so einfach ist das nicht.
Denn der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig des Planungsbüro RSP aus Bayreuth beauftragt, ergänzend zu den bisherigen Nutzungsvarianten nun auch verschiedene Verkaufsvarianten zu erarbeiten. Und dies unter der Voraussetzung, dass das Denkmal erhalten bleibt und eine Verträglichkeit der Nutzung für das Quartier gegeben ist.
Kein gemeinsamer Nenner für Nutzung gefunden
Das beauftragte Planungsbüro soll in dieser Machbarkeitsstudie unter anderem auch Aussagen zum Umfang des Verkaufsgegenstandes treffen. Soll nur das denkmalgeschützte Gasthaus verkauft werden, oder dazu auch der Außenbereich, das Denkmal mit Anbau oder das Denkmal mit Anbau und Außenbereich? Warum die Machbarkeitsstudie einer künftigen Nutzung nun um verschiedene Verkaufsvarianten erweitert wurde, hat eine längere Vorgeschichte.
Eine so genannte „ISEK-Lenkungsgruppe“, also ein Gremium das sich mit dem integriertem städtebaulichen Entwicklungskonzept beschäftige, das aus 14 Mitgliedern bestand, hat sich ausführlich mit künftigen Nutzungsmöglichkeiten für das Objekt auseinandergesetzt. Mit dem Ergebnis, das man auf keinen gemeinsamen Nenner für eine Nachnutzung für die Stadt kam.
Zu weit weg vom Schuss
Die Verlegung von öffentlichen Einrichtungen, wie dem Tourismusbüro, der Stadtbücherei, dem Heimatmuseum oder dem Zentrumsmanagement, auch wenn für diese Einrichtungen teilweise Miete bezahlt werden muss, war für die Mehrheit der Mitglieder der Lenkungsgruppe nicht empfehlenswert. Da alle diese Einrichtungen der Belebung der Innenstadt dienen und das ehemalige Gasthaus zu weit vom Schuss weg wäre. „Neben der Innenstadtbelebung sind die Standorte der vorhandenen Einrichtungen auch im Hinblick auf die Erreichbarkeit und Funktion sinnvoll gewählt“, so Geschäftsstellenleiter Andreas Kirchner in seiner Expertise.
Deshalb schlägt die Stadtverwaltung auch vor, dass der Eigentumserhalt aufgegeben werden sollte und im Zuge der Machbarkeitsstudie Verkaufsvarianten erarbeitet werden sollen. Zudem wäre es eine freiwillige Leistung der Stadt, die sie sich in Anbetracht der vielfältigen Pflichtaufgaben nicht leisten kann. Zudem, so hieß es, werde zum aktuellen Zeitpunkt kein Bedarf für eine städtische Nutzung dieser Immobilie gesehen.
Markthalle und Kulturzentrum?
Und: Auch bei der Veräußerung der Immobilie müssen die Aspekte des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) sprach von einer intensiven und langen Diskussion. Auch eine Markthalle und ein Kulturzentrum sei nicht sinnvoll und möglich. Zu viel müsste die Stadt dafür investieren und die Nutzung sei fraglich. „Von den Ideen sind keine übrig geblieben“, kommentierte Erwin Horn (NLE).
Es sei aber noch nicht beschlossen, dass wir die Immobilie verkaufen, so Horn weiter. Kritik an der Rathauschefin kam von Hubert Herbst (FDP/BFE). Laut Herbst wollte ein Gastwirtspaar das Gasthaus pachten. „Warum haben Sie dem Stadtrat nicht gesagt, dass ein Interessent da ist? Da hätten wir den Klotz am Bein los gehabt und müssten nun nicht so viel Geld ausgeben“, so Herbst weiter. Meyer wies diesen Vorwurf zurück. „Ich habe mitgeteilt, dass es Anfragen gibt“, so die Stadtchefin.
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