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Zoff um „Haus der Begegnung“
So reagiert Bürgermeisterin Gebhardt auf die Kritik
Das Haus der Begegnung in Kirchehrenbach soll abgerissen werden, um Platz zu machen für ein Kinderkrippengebäude.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Haus der Begegnung in Kirchehrenbach soll abgerissen werden, um Platz zu machen für ein Kinderkrippengebäude. // Thomas Weichert
Kirchehrenbach – Die Senioren Union Kirchehrenbach gab sich von der Informationspolitik der Bürgermeisterin „maßlos enttäuscht“. Die reagiert nun – und weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Wo soll es nun hin, das neue Haus der Begegnung in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kirchehrenbach? Nachdem während der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kirchehrenbach bekannt wurde, dass das bisherige Haus der Begegnung gegenüber dem Bahnhof abgerissen wird, weil es dem Neubau der Kinderkrippe weichen muss, überschlagen sich die Vorschläge für einen neuen Standort in den drei VG-Mitgliedergemeinden Kirchehrenbach, Leutenbach und Weilersbach.

Kritik der Senioren Union

Massive Kritik zur Aufgabe des bisherigen Standorts kam von der bisher so gut wie nicht bekannten Senioren-Union Kirchehrenbach. Der Sprecher dieser Arbeitsgemeinschaft (AG) Werner Löblein sprach von „maßloser Enttäuschung“ und einer mangelnden bis nicht vorhandenen Informationspolitik der Kirchehrenbacher Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD).

In den Reigen der Kritiker reihte sich auch Altbürgermeister Waldemar Hofmann ein. Die Senioren-Union schlägt den Bahnhof in Kirchehrenbach, der sich im Besitz der Gemeinde befindet, als neues Haus der Begegnung vor.

Bürgermeisterin Gebhardt weist die Vorwürfe entschieden zurück. „Das Haus der Begegnung ist als Pilotprojekt aus der Quartiersarbeit entstanden. Die Gemeinde Kirchehrenbach hat sich damals nach vielen Besichtigungen im VG-Gebiet bereit erklärt, das nun bezogene Gebäude für das Pilotprojekt bereitzustellen. Es sei von Anfang an klar kommuniziert worden, dass die Betriebserlaubnis mit den vorgenommenen Umbauten nur für drei Jahre gilt, da sonst die brandschutztechnischen Maßnahmen wesentlich höher ausgefallen wären, welche das Budget gesprengt hätten“, so Gebhardt auf Anfrage.

Abrissbirne kommt nicht nächste Woche

Dennoch habe die Gemeinde Geld in die Hand genommen, um dieses tolle Projekt starten zu lassen, und das Gebäude so weit ertüchtigt, dass man mit dem Projekt beginnen konnte. „Es war schon immer klar, dass, wenn das Haus der Begegnung angenommen wird und das Projekt auch weiter laufen soll, dies nicht in diesem Gebäude möglich sein wird“, betont Gebhardt. Es sei ja auch nicht so, „dass hier nächste Woche die Abrissbirne kommt“. Denn mit der Planung der Krippe stehe man noch ganz am Anfang.

Es werde also noch dauern. Alle VG-Bürgermeister seien involviert und überlegen mit, wo das Haus der Begegnung seinen neuen Platz erhalten kann. „Es ist ja wichtig, dass weiterhin alle drei Gemeinden dieses Projekt wollen“, so die VG-Chefin.

Bürgermeisterin weist Vorwurf zurück

Zur Senioren-Union sagte Gebhardt: Diese Union sei bisher nicht in der Gemeinde in Erscheinung getreten. Die Senioren nutzten das Haus der Begegnung nur einmal in der Woche. Von anderen Nutzern erhalte man viel Lob. „Zu behaupten, dass von den Gemeinden mangelndes Interesse besteht, ist ein völlig haltloser Vorwurf. Man merkt, wie wenig eigentlich die Bemühungen von dieser Gruppierung geschätzt werden“, so Gebhardt.

Auch müsse man die finanziellen Möglichkeiten aller drei Gemeinden im Auge haben. Kirchehrenbach habe viele Räumlichkeiten, wie Vereinsheime oder den „Raum der Vereine“, die für das neue Haus genutzt werden könnten. „Über mangelnde Treffpunkte hier bei uns in Kirchehrenbach braucht sich niemand beschweren“, so Gebhardt.

Plötzlich gibt es viele Vorschläge

Andere Vorschläge kämen inzwischen aus Weilersbach und Leutenbach. Der Weilersbacher Bürgermeister Marco Friepes (CSU) hatte aus dem FT vom Abriss des Hauses erfahren. „Es ist aus meiner Sicht nicht gottgegeben, dass diese Treffen immer in Kirchehrenbach stattfinden“, sagte Friepes während der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Er schlug den Pfarrsaal in Weilersbach vor. Der sei ebenerdig erreichbar und verfüge über gute Parkmöglichkeiten. Einziges Manko: die fehlende Toilette, die aber leicht nachzurüsten sei. Für kleinere Veranstaltungen könnte zudem der gegenüberliegende Rathaussaal genutzt werden.

Der Weilersbacher Rat beschloss einstimmig, mit diesem Vorschlag an die Pfarrei St. Anna heranzutreten. Auch will man die Idee prüfen, das Begegnungshaus in Kombination mit dem Rathaus entstehen zu lassen.

Auch aus dem Leutenbacher Gemeinderat kamen Vorschläge. Reinhard Weber schlug die alte Schule in Mittelehrenbach als Standort vor. Oder die ehemalige Volksbank in Leutenbach. Beide Gebäude stehen leer und gehören der Gemeinde. Bürgermeister Florian Kraft (FW) schlug vor, dass es mehrere Begegnungsstätten in der VG geben könnte.

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