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Schon seit Jahren geplant
Kostenfrage: Leutenbach beteiligt sich an Dolinenwanderweg
Die Doline bei Seidmar.
Die Doline bei Seidmar. // Thomas Weichert/Archiv
Leutenbach – An einem umstrittenen Projekt möchte sich die Gemeinde Leutenbach beteiligen. Nun diskutiert der Gemeinderat über den sogenannten Dolinenwanderweg. Warum eine andere Gemeinde ihn nicht unterstützt.

Anders als der Markt Egloffstein will sich die Gemeinde Leutenbach an der Schaffung eines Dolinenwanderwegs finanziell beteiligen. Dem Antrag der Ortsgruppe Leutenbach des Fränkische Schweiz Vereins (FSV) auf Bezuschussung dieses gemeindeübergreifenden Leader-Projekts standen die Leutenbacher Gemeinderäte während der jüngsten Ratssitzung positiv gegenüber. Der Marktgemeinderat von Egloffstein hatte den Zuschussantrag zuvor einstimmig abgelehnt. Im Stadtrat von Gräfenberg und im Marktgemeinderat von Pretzfeld wurde der gleichlautende Antrag auf Bezuschussung des Dolinenlehrpfads in Höhe von jeweils 2000 Euro noch nicht behandelt.

Wie Bürgermeister Florian Kraft (FWG) zu Beginn der Sitzung erklärte, sollen insgesamt vier Dolinen in den vier Gemeinden mit eingebunden werden. Das Projekt ziehe sich schon über viele Jahre hin. Auch der Fränkische Schweiz Verein Leutenbach habe sich anfänglich zögerlich zu diesem Projekt geäußert. Nun habe aber die Vereinsführung gewechselt. Der Fränkische Schweiz Verein Leutenbach tritt inzwischen als Projektträger auf.

Fränkische Schweiz Verein setzt sich für Allgemeinheit ein

Und damals gab es auch noch nicht die Möglichkeit, dass dieses Projekt über das europäische Förderprogramm Leader mit 10.000 Euro gefördert werden kann und es war nicht absehbar, dass sich die Oberfrankenstiftung sowie die Sparkassenstiftung beteiligen würden. „Wir senden ein positives Signal und beteiligen uns an den nicht gedeckten Kosten“, war zunächst Bürgermeister Krafts Beschlussempfehlung. FSV-Ortsvorsitzender und Gemeinderat Reinhardt Weber betonte, dass sich sein Verein für die Allgemeinheit engagiere. Es sei auch nicht ein Dolinenweg des Fränkische Schweiz Vereins.

Vieles sei auch schon fertig, zum Beispiel Texte in kindgerechter Sprache für die Erklärschilder an den einzelnen Dolinen. Zudem wisse man laut Weber auch noch nicht genau, wie teuer das Ganze werde. Im Gespräch waren 20.000 Euro. Es könnte aber günstiger werden. Zudem widerstrebt es Webers Verständnis, dass der Fränkische Schweiz Verein, wie im Marktgemeinderat von Egloffstein gefordert, die Haftung entlang des Dolinenlehrpfads übernehmen soll.

Egloffstein lehnt Betiligung an Dolinenwanderweg ab

„Wir sollten uns beteiligen“, meinte auch Dritter Bürgermeister Igor Lamprecht, der wissen wollte, wieso die Nachbargemeinde Egloffstein den Zuschussantrag abgelehnt hatte. Laut Weber geschah dies aus mehrerlei Gründen: zum einen wegen der Haftungsfrage, zum anderen wegen der finanziellen Lage, da Egloffstein sein Freibad saniere und sich keine weiteren freiwilligen Leistungen leisten könne, um seinen Haushalt genehmigt zu bekommen. In Egloffstein hat es aber noch einen weiteren Grund gegeben, den Zuschussantrag abzulehnen. Denn bei einem Besprechungstermin mit allen Beteiligten Ende Oktober letzten Jahres sei keine Rede davon gewesen, dass sich Egloffstein kostenmäßig daran beteiligen soll, wie Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) während der jüngsten Marktgemeinderatssitzung erklärt hatte.

Wie Bürgermeister Kraft weiter ausführte, habe er auch mit dem Förster gesprochen. Dieser schlage vor, an den Dolinen Absturzsicherungen aufzustellen und beschädigte Bäume herauszunehmen. Der Rat beschloss schließlich, 25 Prozent der anderweitig nicht gedeckten Kosten zu übernehmen, gedeckelt auf 2000 Euro.

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