„Schon vor fünf Jahren haben der Michael Hofmann und ich gewettet, ob sich hier etwas tut“, erklärte Anwohner Michael Kormann bereits zu Beginn des Termins an der Ramstertalstraße (St2285) am vergangenen Montag. Nun stehe man wieder an der maroden Strecke, die Ebermannstadt mit dem Ortsteil Moggast verbindet. Geladen hatte der CSU-Landtagsabgeordnete, um das Problem dem bayerischen Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) vorzuführen. Gekommen waren zudem zahlreiche Ebermannstadter, um ihrem Wunsch nach einer Verbesserung vor Ort Nachdruck zu verleihen.
„Ich bin bereits seit neun Jahren Bürgermeisterin und solange ist die Straße hier schon ein Thema im Stadtrat“, erklärte auch Christiane Meyer(NLE). Stadtrat Heinrich Sponsel, der auch gekommen sei, befinde sich bereits seit gut 20 Jahren im Amt und kenne das Thema auch bereits mindestens ebenso lange.
Straße deutlich zu schmal
„Das hier ist eine Staatsstraße, auch wenn man es kaum glauben mag“, erklärte Hofmann dem Minister. Wie er sehe, sei dringend eine Verbesserung nötig. Nicht nur sei der Belag schadhaft und mehrfach ausgebessert, auch die Breite der Strecke entspreche mit fünf Metern nicht mehr einem modernen Standard.
„Sollten sich hier mal zwei Busse begegnen, gibt es keine Möglichkeit aneinander vorbeizukommen“, betonte er. Dasselbe gelte natürlich für Landmaschinen, welche die steile Strecke häufig frequentierten. Die meisten Kreisstraßen in der Region seien übrigens deutlich besser in Schuss als diese Straße des Freistaats. Fast als wolle er das Problem illustrieren, bremste während der Veranstaltung ein Landwirt mit seinem Traktor lautstark den Berg hinunter.
Noch kein Unfallschwerpunkt
„Wir befinden uns hier in einer Lage, die wir gegenüber dem Bürger kaum mehr vertreten können“, berichtete Hofmann. Man könne froh sein, dass es an dieser Stelle in den vergangenen Jahren nicht zu einer Häufung von schweren Unfällen gekommen sei. „Wir sollten jetzt aber auch nicht warten, bis es soweit ist“, betonte der Landtagsabgeordnete. In seinen Augen gebe es keine Straße im Landkreis, deren Sanierung sowie Ausbau wichtiger sei.
„Beim Herauffahren habe ich schon gesehen, da gehört was gemacht“, erklärte Verkehrsminister Bernreiter als er an der Reihe war. Die Sorgen der Bürger sowie des Landtagsabgeordneten seien berechtigt. Mit dieser Überlegung ist er offenbar nicht alleine.
Sanierungsbedarf erkannt
Wie Hofmann berichtete, habe sich bei einem vorhergehenden Termin auch Umweltminister Thorsten Glauber (FW) sich die Lage vor Ort angeschaut und Handlungsbedarf erklärt. Einfach sei eine Lösung jedoch keinesfalls, ansonsten wäre sie bereits umgesetzt.
Warum dem so ist, erklärte Katrin Roth, Sachgebietsleiterin des Bereichs Straßenbau der Regierung Oberfranken. Man habe die Trasse bereits seit 2016 auf dem Schirm und habe inzwischen eine Top-Priorität. Eine Erneuerung der Strecke und Verbreiterung auf sechs Meter, wie sie nach Baurecht eigentlich nötig sei, könne aus naturschutzrechtlichen hier nicht einfach stattfinden.
Naturschutz als Hindernis
Die Straße liege in einem sogenannten FFH-Naturschutzgebiet. Damit seien Arbeiten auch an einer sanierungsbedürftigen Straße in diesem Bereich äußerst kompliziert. „Während des Baus dürfen wir etwa in den Quellbach, der entlang der Straße verläuft, keinesfalls eingreifen“, betonte sie. Den Straßenbereich aus diesem Schutz herauszunehmen, sei nachträglich nicht möglich.
Folglich müsse man sich genau mit allen zuständigen Stellen – etwa dem Wasserwirtschaftsamt – abstimmen, bevor man auch nur in ein Planungsverfahren übergehe. „Das muss alles sauber geplant sein“, erläuterte Hofmann, ansonsten würden Klagen von Naturschutzverbänden – mitunter zurecht – den Prozess noch weiter hinauszögern.
Straßenbauamt arbeitet an Plan
Katrin Roth brachte jedoch auch eine gute Nachricht. So habe das Straßenbauamt Bamberg erst binnen der jüngsten zwei Wochen einen Planentwurf für den Neubau der Strecke angefertigt. Dieser sehe einige Schleifen vor, um Naturschutzbelange zu umfahren.
Auf die Frage von Thomas Kormann, wann der Plan denn umgesetzt werden könne, traue sie sich jedoch keine Antwort zu. „Diese Frage wollte man mir auch seitens des Straßenbauamts nicht beantworten“, erklärte Roth.
Handlungsbedarf auch in Weilersbach
Nach dem Termin in Ebermannstadt ging es für den Minister gleich weiter – zur sogenannten „Edeka-Kreuzung“ in Weilersbach. Hier zeigte ihm Bürgermeister Marco Friepes (CSU) den derzeitigen Unfallschwerpunkt seiner Gemeinde an der B470. Diesen würde er gerne mit einem Kreisel entschärfen.
Nach Begutachtung der Situation erklärte ihm der Minister: „Persönlich halte ich einen Kreisel an einer solchen Stelle für brandgefährlich.“ Die Erfahrung zeige, dass manch einer auch in einen Kreisel hineinfahre ohne zu bremsen. Auch seitens des Bundes würde man an derartigen Orten eine Ampel bevorzugen.
Ob eine Ampel oder ein Kreisel komme, sei ihm eigentlich gleich, antwortete der Bürgermeister darauf. „Wichtig ist, dass hier baulich etwas passiert“, betonte er. Das sehe nicht nur er so, sondern auch viele Bürger und die Feuerwehr.
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