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1 Million Euro mehr
Hallenbad in Gräfenberg steht auf der Kippe
Schülerinnen und Schüler aus zahlreichen Gemeinden des Landkreises kommen zum Schulschwimmen in das Hallenbad.Forchheim & Fränkische Schweiz
Schülerinnen und Schüler aus zahlreichen Gemeinden des Landkreises kommen zum Schulschwimmen in das Hallenbad. // Aqua-Work/Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Gräfenberg – Die Kosten für das neue Hallenbad in Gräfenberg schießen in die Höhe. Jetzt wackelt das gesamte Projekt.

Die 1.052.000 Euro Mehrkosten kann auch das Aussehen und die Ausstattung der neuen Halle nicht schönreden. Ein Edelstahlbecken wird es haben. „Da ist die Qualität hervorragend und die Kosten auch“, sagte Architekt Klaus Damovsky. Vor allem durch die technische Ausstattung seien die gestiegenen Kosten bedingt.

Bürgermeister: „Das ist erschreckend“

Schon einmal hatte die Stadt beim Kreis um mehr Zuschuss gebeten. Trotzdem blieben 1,1 Millionen Euro bei der Stadt. „Nun kommen nochmal knapp 1,1 Millionen Euro dazu. Das ist erschreckend“, sagt Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW).

„Die Preise sind die der letzten Woche. Wie sehen sie in einem halben Jahr aus?“, sagte Planer Claus Kalb, für die technische Ausrüstung zuständig. Die Ausschreibung deshalb mit einer Preisgleichheitsklausel zu versehen, regte Heiko Kracker (GBL) an. Im Stahlbereich unmöglich, sagte Damovsky.

Will die Stadt zur Markterkundung und Ausschreibung gehen? „Diese Kostensteigerung muss man erst mal sacken lassen. Ich kann heute nicht einfach sagen, wir machen weiter“, meinte Kunzmann. Haushaltsrechtlich müsse das geprüft werden.

Wo kann gespart werden?

Kämmerer Ernst Steinlein winkte ab. Eine Verpflichtungsermächtigung in der Höhe könne nicht einfach abgegeben werden. Die Rechtsaufsicht müsse prüfen, ob Einsparungen vorgenommen werden können, indem das Becken aus Beton gebaut werde, wollte Alexander Kral (CSU) wissen.

30 Prozent würde das ausmachen, doch es müsse auch die Haltbarkeit gegengerechnet werden. Heiko Kracker (GBL) und Elisabeth Meinhardt (SPD) plädierten für die Markterkundung und Ausschreibung. „Damit wir nicht nur eine Kostenschätzung haben“, sagte Kracker.

Idee: Mit anderen Bädern zusammenschließen

Sich mit anderen Bädern bei der Stahlbestellung zusammenschließen und nach weiteren Fördermitteln anfragen, regte Meinhardt an. Doch: „Die aktuelle Kostenschätzung beträgt 5,6 Millionen Euro netto. Wir müssten deshalb eine europaweite Ausschreibung machen und könnten die Planung nicht mehr umsetzen, wie wir wollen“, meinte VG-Geschäftsführer Stefan Kohlmann.

Könne von der Ausschreibung zurückgetreten werden, wenn das Geld doch nicht aufgebracht werden könne? Wenn das Angebot höher ausfalle, ja. Andernfalls eher nicht. Dass trotzdem irgendwelche Gründe gefunden werden könnten, meinte Kalb. Auch die Planer plädierten für den nächsten Schritt.

Nicht unter Druck setzen lassen

Trotzdem wollte der Bürgermeister nichts übers Knie biegen. „Wenn wir nicht zahlen können, ist mir das zu heiß. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen“, meinte Kral.

Auch Lars Laufer (CSU) war dafür nicht zu haben. „Sind denn alle Großprojekte verpflichtend oder haben wir mal den Arsch in der Hose zu sagen, dass wir nicht zahlen können?“, fragte Laufer, denn 2,2 Millionen für das Freibad und dieselbe Summe, die die Stadt nun für das Hallenbad bisher selbst aufbringen müsste, seien zu viel.

„Wo setzen wir die Grenze? Bei sieben Millionen, bei neun oder bei zehn Millionen Euro?“, fragte Laufer. Denn wenn bei der Ausschreibung die genannten 6,6 Millionen mit Nebenkosten erreicht seien, gebe es kein Zurück, betonte er.

Genehmigung durch die Rechtsaufsicht einholen

Beschlossen wurde deshalb nicht die Markterhebung, sondern die Finanzierbarkeit und die Genehmigung durch die Rechtsaufsicht einzuholen, sowie Einsparungen aufzuzeigen. Heiko Kracker und Elisabeth Meinhardt waren dagegen.

 

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