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Nach drohender Schließung
„Pack mer's“: So geht es mit dem Gebrauchtwarenhof weiter
Pack mer's Gebrauchtwarenhof ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Der „Pack mer's“ Gebrauchtwarenhof in der Haidfeldstraße ist für viele Forchheimer eine wichtige Einrichtung. // Matthias Litzlfelder
Forchheim – Das „Pack mer's“ in Forchheim wird nun wohl doch aufgelöst, ein Nachfolger steht aber in den Startlöchern. Die Rettung Standortes ist jetzt in greifbarer Nähe. Und das sogar ohne zwischenzeitliche Schließung.

Geschirr, Bücher, Möbel, Dekoration – wer Geld sparen oder nachhaltig einkaufen will, könnte bei „Pack mer's“ mit etwas Geschick sein ganzes Zuhause einrichten. Das Gebrauchtwarenhaus hilft in Forchheim seit Jahrzehnten dabei, dass weniger aussortierte Dinge auf dem Müll landen. Außerdem bietet das Unternehmen Beschäftigungsverhältnisse für Menschen, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. 

Das Sozialunternehmen wurde 1998 unter der Trägerschaft des Landkreises Forchheim, der Arbeiterwohlfahrt, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Caritasverbands und der Diakonie gegründet. Als im September 2023 die Schließung des Gebrauchtwarenhofs angekündigt wurde, waren viele Forchheimer erschüttert. Gründe für diese Entscheidung gab es mehrere (der FT berichtete).

„Pack mer's“: Steigende Kosten, sinkende Einnahmen

Bisher habe das Jobcenter Arbeitsverhältnisse beim Gebrauchtwarenhof gefördert, hieß es damals in einer Beschlussvorlage des Kreisausschusses. Diese Förderung sei 2022 reduziert, 2023 weiter gekürzt worden. Zudem habe „Pack mer's“ wegen Personalmangel die Öffnungszeiten verkürzen müssen. Ab Oktober habe der Gebrauchtwarenhof zudem keinen Fahrer mehr gehabt. Dadurch konnten keine Gegenstände mehr bei Wohnungsauflösungen abgeholt werden. Nebenkosten für Strom und Miete hätten sich verdoppelt, während die Einnahmen seit Jahren sinken würden.

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Von Möbeln über Bücher und Geschirr hat der Gebrauchtwarenhof alles im Angebot. // Katharina Steinhäuser

Im August 2023 stimmte deshalb die Gesellschafterversammlung von „Pack mer's“ für die Auflösung der Gesellschaft. Ende vergangenen Jahres sollte Schluss sein. Als Reaktion auf die geplante Schließung gab es von verschiedenen Seiten die Forderung, doch noch einmal nach einer Lösung zu suchen.

Laufer Mühle sitzt in den Startlöchern

Direkt zu Beginn brachte sich Michael Thiem, Geschäftsführer der Sozialen Betriebe der Laufer Mühle, als möglicher Nachfolger ins Spiel.  Es folgten Gespräche zwischen Thiem, den Gesellschaftern und der Geschäftsführung von „Pack mer's“. „Wir sind startbereit, wenn das grüne Licht kommt“, sagte Thiem bereits im November gegenüber dem FT. 

Die Sozialen Betriebe der Laufer Mühle gibt es seit 2000. Ziel des Unternehmens ist es, seelisch und körperlich Beeinträchtigten, Langzeitarbeitslosen, Suchtkranken und sozial Benachteiligten einen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Laufer Mühle betreibt unter anderem mehrere „KreisLauf“-Kaufhäuser in Neustadt an der Aisch, Bamberg, Herzogenaurach, Eckental und Höchstadt. 

Kreisausschuss stimmt Nachfolge für das „Pack mer's" zu

Jetzt nimmt der Wechsel langsam Form an. Am 18. Januar befasste sich der Kreisausschuss mit dem Thema und stimmte einstimmig dem Vorschlag zu, dass die Gesellschaft des „Pack mer's“ baldmöglichst aufgelöst und die Laufer Mühle den Betrieb am bisherigen Standort nahtlos übernehmen soll. Für den Fall, dass es trotz Vorgesprächen keine Einigung mit dem Vermieter gebe, sei die Alternative ein Betriebsübergang, erklärte Frithjof Dier vom Landratsamt Forchheim.

„Es ist schön, dass es langsam zum Abschluss kommt und gut weitergeht“, erklärte stellvertretende Landrätin Rosi Kraus. Damit alles seinen Gang gehen kann, muss nun noch der Kreistag zustimmen, und die anderen Gesellschafter von „Pack mer's“ müssen ihr finales „Ok“ geben. Bis die Firma „Pack mer's“ dann abgewickelt sei, könne es ein bisschen dauern, erklärt Dier. Wann der Wechsel genau stattfinden soll, ist damit noch offen. Der Betrieb werde aber uneingeschränkt weitergehen. 

Laufer Mühle betreibt ähnliche Kaufhäuser

„Wir warten auf das 'Go' des Landkreises“, sagt Michael Thiem. Auch das Jobcenter freue sich bereits, dass die Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose am Standort Forchheim hoffentlich bald beginnen könnten. Das bisherige Konzept des  „Pack mer's“ soll nach dem Wechsel als „KreisLauf“-Kaufhaus – wie es sie bereits an anderen Orten gibt – fortgeführt werden. Das bestätigt die Laufer Mühle in einer Absichtserklärung. Neben dem Verkauf von gebrauchten Waren soll auch die kostenlose Abholung von Möbeln aus Privathaushalten wieder angeboten werden. Ziel sei, dass die Waren wieder in den Kreislauf kommen, erklärt Thiem. Generell wolle man mit dem Konzept den Bürgern die Bedeutung von Nachhaltigkeit näher bringen. 

Insgesamt geht es – ähnlich wie auch schon bei „Pack mer's“ – nicht nur um Nachhaltigkeit. Auch der soziale Aspekt des Kaufhauses spielt eine Rolle. Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose, Migranten oder Menschen mit Schwerbehinderung sollen ebenfalls zum Konzept gehören. Ein Bereich, in dem die Laufer Mühle bereits eine gewisse Expertise mitbringt. Auch mit den drei festangestellten Mitarbeitern des Forchheimer Gebrauchtwarenhofs habe es bereits Gespräche über eine mögliche Zukunft bei der Laufer Mühle gegeben.

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