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Experte erklärt Wetterlage
Aprilwetter: Saharastaub und Frühlingsgewitter im Anmarsch
Hochreichende Schleierwolken und Saharastaub bieten oftmals faszinierende optische Phänomene durch Lichtbrechung der Sonnenstrahlen in allen Regenbogenfarben.Forchheim & Fränkische Schweiz
Hochreichende Schleierwolken und Saharastaub bieten oftmals faszinierende optische Phänomene durch Lichtbrechung der Sonnenstrahlen in allen Regenbogenfarben. // Christian König
Forchheim – Schon jetzt droht Trockenheit zum Problem zu werden. Doch bald sorgt warme Mittelmeerluft für mehr Feuchtigkeit. Was das April-Wetter sonst bereithält, erklärt der Wetterexperte.

Schon an diesem Wochenende konnte man festhalten: Der April war bislang ein verlängerter Arm des März. Die Großwetterlage über Europa dreht sich seit Wochen mehr oder minder im Kreis. Für die Experten aus dem Bereich der sogenannten Synoptik, also der guten alten Wettervorhersage anhand von Hochs und Tiefs, gibt es per Definition immer besondere Phänomene und statistische Extravaganzen. Ob dies die sogenannte Omega-Lage, der Arctic Outbreak oder ein subtropischer Warmluftvorstoß mit bis zu 30 Grad auf der iberischen Halbinsel ist, während man in Moskau Schnee schippen muss – die Klaviatur des Übergangsmonats April ist so breit gefächert wie die Tastatur eines Konzertflügels.

Zugleich formiert sich allerdings, wie es in hydrologischen Fachkreisen heißt, unter unseren Füßen eine neuerliche gravierende Dürre im Boden. So beginnt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung mit seinem sogenannten UFZ-Dürremonitor für Deutschland im Oberboden bis 25 Zentimeter Tiefe für pflanzenverfügbares Wasser mancherorts bereits zu warnen. Man spricht dann von beginnendem Trockenstress.

Keine Erholung für Grundwasser in Sicht

Nach dem vermeintlichen Aufatmen im vergangenen Jahr mit einer überdurchschnittlich guten Wasserbilanz driften wir offensichtlich seit dem Winterhalbjahr auch in unserer Region in ein viel zu trockenes Frühjahr. Aus einer weiteren Erholung im Grundwasser und damit für unseren Trinkwasserbereich wird demnach voraussichtlich nichts.

Dafür wiederum muss das wiederholte Eintreten der einerseits erfreulich sonnigen, aber eben zugleich extrem regenarmen Folge von ausgedehnten Hochs verantwortlich gemacht werden. Die immer wieder herangeführte kühle Luft aus nördlichen Breiten ist bis in große Höhen obendrein knochentrocken. So betrug der Taupunkt – ein Maß für den Wasserdampfgehalt der Luft – oftmals zwischen minus fünf und minus zehn Grad.

Übersetzt heißt dies: Erst unterhalb dieser Werte kann sich auf Wiesen, Haus- oder Autodächern Tau beziehungsweise bei Lufttemperaturen unter null Grad Reif absetzen. Von Letzterem hatten wir in den vergangenen Monaten reichlich. Es machte schon der Spruch die Runde: Ist Reif der neue Schnee in unserer Region? Mangels Wasserdampfgehalt besitzt die Luft zugleich auch nur eine geringe Wärmespeicherkapazität. Es kann also durch die umfangreiche Sonneneinstrahlung die tagsüber eingespeiste Wärme nicht über Nacht gehalten werden und verpufft quasi wertlos in den Weltraum.

Warme Mittelmeerluft und Saharastaub

An diesem Wochenende hat sich aber nun nach längerem eine großräumige Umstellung hin zu deutlich wärmerer Luft vom Mittelmeerraum vollzogen. Mit der eingetragenen Feuchtigkeit wird es nachts längst nicht mehr so kalt, tagsüber deutlich wärmer und in höheren Luftschichten allmählich feucht genug, damit sich häufigere Schauer, vielleicht auch erste Frühjahrsgewitter bilden können. Ob diese auch tatsächlich den Weg bis zu uns schaffen oder gar hier vor Ort entstehen, ist allerdings völlig offen.

Zugleich erleben wir wieder einmal den Vorstoß von Saharastaub aus Nordafrika über Südfrankreich bis zu uns vor die Haustür. Und das ist wortwörtlich gemeint! Zum einen dürften sich aus dem grandiosen Himmelsblau eher wieder mal silbrig-rostbraun wirkende Schleier am Firmament entwickeln und die Kraft der Sonne herunter dimmen. Zum anderen steht bei Schauern zu befürchten, dass diese den Staub mit ihren Tropfen aus der Luft waschen und auf die vielleicht blitzblank im Frühjahrsputz polierten Autos und Dachschrägenfenster treffen. Machen wir uns also wieder auf örtlich schmutzigen Regen gefasst. Nebenbei zusätzlich mit hineingeschmuggelt wird mit Sicherheit auch eine erhebliche Portion an Pollen, insbesondere bei den Allergikern besonders unbeliebter Birkenpollen.

April: Temperaturen schwanken runter und hoch

Um beim Thema Wetter zu bleiben: Die Temperaturen legen in diesen Tagen einen ähnlichen Zickzackkurs an den Tag wie die weltweiten Börsenkurse durch die US-amerikanischen Zoll-Eskapaden. So dürfte die Temperaturspanne mancherorts zwischen minus acht Grad am vergangenen Wochenende und plus 22 Grad zu Wochenbeginn erreichen.

Diese Fieberkurve ist nebenbei bemerkt insbesondere für wetterfühlige und gesundheitlich angeschlagene Menschen beileibe kein Honigschlecken. Sie kann aber sehr wohl eine absolut gerechtfertigte Erklärung für erhebliche Störungen im Wohlbefinden, im Herzkreislaufbereich oder beim weniger entspannten Umgang unter stressigen Rahmenbedingungen gelten.

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