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Start in den Frühling
Auflockerung nach dem Regen hilft auch dem Garten
Regenwinter 2024 ist gut für den Garten.
Regenwinter 2024 ist gut für den Garten. // Andreas Wolfger
Lkr Forchheim – Der regenreiche Winter bietet der Natur heuer eine gute Grundlage. Damit auch Hobbygärtner und Bauern davon profitieren können, müssen sie jetzt die richtigen Schritte ergreifen.

Im Frühling zieht es viele Menschen in der Region Forchheim aus dem Haus in den Garten. Die Natur fängt an aufzublühen und für Hobbygärtner gibt es viel Arbeit. Derzeit müssen Gartenfreunde ihren grünen Daumen mitunter noch in Zaum halten, denn mancherorts ist der Boden aktuell sehr feucht. Rechnet man allein die Niederschlagsmengen, die in den vergangenen acht Wochen in Gößweinstein heruntergekommen sind, zusammen, so ergeben sich knapp 160 Liter pro Quadratmeter. Wie aus den Daten hervorgeht, regnete es hier in diesem Zeitraum etwa an jedem zweiten Tag.

Roggen verfärbt sich lila

„Von November an hat es fast durchgehend regelmäßig geregnet“, erinnert sich auch Kreisbauer Hermann Greif. Es sei ein segensreicher Winterregen gewesen - zum Schluss gegebenenfalls aber etwas viel. „Manche Äcker können jetzt noch nicht mit Fahrzeugen befahren werden“, erklärt Greif. Der Boden sei bisweilen noch bis auf 60 Zentimeter durchfeuchtet.

„Man sieht dem Getreide teilweise an, dass es etwas zu viel Wasser hat“, berichtet er. So werde die Wintergerste mancherorts gelblich und der Roggen nehme einen lila Farbton an. „Mit etwas trockenerem Wetter und Sonne in den nächsten Wochen dürfte das jedoch kein Problem darstellen“, sagt er. Eine Katastrophenernte wie im vergangenen August sei aktuell nicht zu befürchten.

Hobbygärtner können Bodenleben anregen

Jetzt sei es an den Bauern, je nach Feld, die richtigen Entscheidungen zur Bodenpflege zu treffen. „Bei solchem Wetter neigt der Boden dazu zu verschlammen“, erklärt Greif. Wenn er dann austrockne, verkruste er leicht. Das bereite Pflanzen mitunter Schwierigkeiten. Folglich würden Landwirte in einem solchen Fall den Boden auflockern.

Das rate er auch Hobbygärtnern, deren Garten sehr feucht geworden sei. „Das regt das Bodenleben enorm an und hilft den Pflanzen“, betont er. Es sei dabei jedoch auch Vorsicht geboten. So sollten Gartenfreunde nicht einfach überstürzt in den Garten rennen, sondern warten, bis die Erde ausreichend ausgetrocknet sei.

Wald kann aufatmen

Trotz dieser Arbeit, die der Regen ihm und seinen Kollegen bereite, sei er übrigens sehr dankbar. „Als Landwirt schlagen zwei Herzen in meiner Brust und ich weiß, dass die Natur und der Wald sich sehr über die Regenfälle gefreut haben“, erklärt der Kreisbauer. So habe das Wetter geholfen, auch die etwas tiefer liegenden Grundwasserschichten zu regenerieren, die in den vergangenen Sommern stark gelitten hätten. „Wir haben im Prinzip das Wasser bekommen, das wir uns in den vergangenen Jahren gewünscht haben“, betont er.

An den Sinterterassen der Lillach bei Weißenohe sprudelt das Wasser derzeit förmlich.
An den Sinterterassen der Lillach bei Weißenohe sprudelt das Wasser derzeit förmlich. // Andreas Kraft

Ganz so positiv sieht Hans Joachim Rost vom Wasserwirtschaftsamt Kronach die Lage noch nicht. „Wir haben uns die Messstellen in der Fränkischen Schweiz angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass sich die Situation bei den oberflächennahen Messstellen leicht verbessert hat“, berichtet er. Der Herbst und auch der Sommer seien aber eher trocken gewesen – abgesehen von Starkregenereignissen, die dem Boden wenig gebracht hätten.

Regen vorerst nur temporärer Erfolg

Um in den tieferen Grundwasserschichten wieder zum Niveau von vor etwa 20 Jahren zu kommen, brauche es rund drei bis fünf eher feuchte Jahre. Dies schließe Sommer ein, in denen es regelmäßig zu leichten Landregen komme. Ob heuer so ein Sommer werde, könne noch niemand sagen. Es sei sehr gut möglich, dass das Wetter noch umschlage und auch heuer wieder wochenlang der Regen ausbleibe. Damit sei der feuchte Winter für die Natur zunächst nur ein temporärer Erfolg.

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