Tierschutz
Verein will Kitze mit einer Drohne retten
Die Mahdzeit kann für viele Wildtiere tödlich enden.
Die Mahdzeit kann für viele Wildtiere tödlich enden.
Foto: Barbara Herbst/Archiv
Stiebarlimbach – Mit einer neuen Wärmekamera will der Verein „Kitzrettung Unterer Aischgrund“ die Tiere vor der Mahd retten.

Der Name ist gleichzeitig auch Programm: Im Februar hat sich der Verein „Kitzrettung Unterer Aischgrund e.V.“ gegründet.

Jetzt lud der Verein erstmals zu einer Informationsveranstaltung auf den Roppelt-Keller in Stiebarlimbach ein, um seine Ziele vorzustellen. Der Verein kümmert sich speziell um die Rettung von Rehkitzen vor Mähmaschinen.

Der Vorstand mit Vorsitzendem Holger Schock (Vierter von links) des neuen Vereins „Kitzrettung Unterer Aischgrund e.V.“ präsentierte seine Drohnen, die bei der Kitzrettung helfen. Mit auf dem Bild Dritter Bürgermeister Stephan Beck (links) und MdL...
Der Vorstand mit Vorsitzendem Holger Schock (Vierter von links) des neuen Vereins „Kitzrettung Unterer Aischgrund e.V.“ präsentierte seine Drohnen, die bei der Kitzrettung helfen. Mit auf dem Bild Dritter Bürgermeister Stephan Beck (links) und MdL Michael Hofmann (rechts)
Foto: Mathias Erlwein

Helfen soll dabei die neueste Errungenschaft des Vereins, eine Drohne mit Wärmebildkamera, die mit Fördermitteln des Regionalbudgets der Allianz Regnitz Aisch – 4500 Euro – angeschafft wurde. Neben dieser „großen“ Drohne hat der Verein auch eine kleine „Übungsdrohne“. „Insgesamt haben wir rund 8500 Euro an Ausrüstung zur Hilfe bei der Kitzrettung investiert“, erklärt Kassier Georg Kratz.

Jagdgenossenschaften haben den Verein unterstützt

Die Volksbank Bamberg-Forchheim unterstützt die Kitzrettung mit einer Spendensumme von 1000 Euro, zudem gab es finanzielle Zuwendungen seitens der sieben Jagdgenossenschaften in der Gemeinde Hallerndorf.

Die Hilfe des jüngst auch als gemeinnützig anerkannten Vereins kann jeder Landwirt in der Gemeinde in Anspruch nehmen, erklärte der Vereinschef: „Einfach rechtzeitig vorher bei uns oder dem Jagdpächter melden, dann untersuchen wir vor der Mahd die Fläche.“

Rechtzeitig beim Verein melden

Das Ganze funktioniert unentgeltlich, die Kitzrettung soll schließlich nicht vom Geldbeutel abhängen. Spenden werden aber dennoch gerne genommen. Holger Schock zeigte anhand von Bildern de Vorgehensweise.

Mit der Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, werden die zu mähenden Flächen systematisch abgesucht. Erkennt der Pilot eine Wärmequelle auf dem Monitor, stoppt er die Drohne und schickt einen Helfer dorthin, der nachschaut, ob es sich um ein Rehkitz handelt.

Ein Team besteht aus vier Personen

Ein Drohnen-Kitzrettungsteam besteht aus mindestens vier Personen: einem Piloten und drei Tierrettern. Ein spezielles Problem bei der Kitzrettung durch Drohnen hat der Verein „Kitzrettung Unterer Aischgrund“ allerdings im Naturschutzgebiet „Langenbachgrund und Haarweiherkette“ bei Haid.

Anders als in FFH- und in Vogelschutzgebieten darf diese Fläche von etwa 15 Hektar nicht mit der Drohne überflogen werden. Die Vereinsverantwortlichen richteten die Bitte an den Stimmkreisabgeordneten Michael Hofmann, hier eventuell eine Ausnahmeregelung erwirken zu können.

 

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