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Brandschutzübung
Wald in Flammen: Feuerwehr Kirchehrenbach übt den Ernstfall
Bei der Raupentechnik bewegen sich Einsatzkräfte mit Strahlrohr und Fahrzeug abwechselnd vorwärts.Forchheim & Fränkische Schweiz
Bei der Raupentechnik bewegen sich Einsatzkräfte mit Strahlrohr und Fahrzeug abwechselnd vorwärts. // Raimund Glenz
Sebastian Müller, Kommandant der Kirchehrenbacher Feuerwehr, weist die Übungsteilnehmer ein. Rechts daneben Thomas Löhr, Revierleiter des Forstamts Pretzfeld.Forchheim & Fränkische Schweiz
Sebastian Müller, Kommandant der Kirchehrenbacher Feuerwehr, weist die Übungsteilnehmer ein. Rechts daneben Thomas Löhr, Revierleiter des Forstamts Pretzfeld. // Raimund Glenz
Waldbrandübung KirchehrenbachForchheim & Fränkische Schweiz
Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz
Signet des Fränkischen Tags von Raimund Glenz
Kirchehrenbach – Mit Weitsicht und praktischer Ausbildung rüstet sich die Feuerwehr Kirchehrenbach für extreme Naturgefahren. Ein Beobachter ist daran besonders „brennend“ interessiert.

Eine Brandschutzübung der besonderen Art steht auf dem Plan der Feuerwehr Kirchehrenbach unter Leitung des Kommandanten Sebastian Müller. Doch ausgerechnet am Übungstag ziehen mittags dunkle Gewitterwolken über Franken. Das Handy zeigt Meldungen mit der Warnstufe Rot an: kräftige Gewitter aus Westen mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Blitze zucken über den Himmel, es regnet kübelweise. Was ist, wenn jetzt ein Blitz den Wald in Brand setzt?

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Gerade in den Wochen vor der Übung war der Wald durch extreme Hitze und wenig Niederschlag ausgetrocknet, Bäche sind teilweise versiegt oder es fließt nur noch ein trauriges Rinnsal. Trockene Äste und Blätter liegen am Waldboden und würden bei einem Blitzeinschlag sofort zu brennen beginnen. Bei entsprechendem Wind würde sich ein Feuer rasant ausbreiten.

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Gegen 19 Uhr treffen die Einsatzkräfte der Feuerwehr Kirchehrenbach im Feuerwehrhaus ein. Das Wetter hat sich zwischenzeitlich beruhigt. Diszipliniert ziehen die Helfer ihre Einsatzkleidung an und besteigen die Fahrzeuge. Danach fährt der Feuerwehrzug mit circa 20 Mitgliedern in den Kirchehrenbacher Gemeindewald.

Als Gast kommt Thomas Löhr vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg dazu. Als Forstmann und Revierleiter des Marktes Pretzfeld und damit auch Betreuer des Waldes in Kirchehrenbach interessiert sich Löhr „brennend“ dafür, welche Möglichkeiten der Feuerwehr Kirchehrenbach für die Waldbrandbekämpfung zur Verfügung stehen – und welche nicht.

Kein Standard in Bayern

Nach dem Absitzen der Einsatzkräfte von den Fahrzeugen werden zwei Gruppen gebildet, die Leitung der Übung übernehmen Sebastian Müller und Gruppenführer Rene Grimm. „Die Vorbereitung auf Vegetationsbrände ist kein Standard in Bayern“, sagt Müller, „die Kirchehrenbacher Feuerwehr ist eine der wenigen, die das Thema seit 2021 regelmäßig schult.“

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Früher sei die Feuerwehr aufgrund ihrer Waldbrandübungen belächelt worden, berichtet Müller. „Bei uns hat es noch keinen Waldbrand gegeben“, sei die Aussage anderer Feuerwehren gewesen. Aufgrund der Entwicklung des Wetters hin zu statistisch immer trockeneren Sommern dürfte sich die Lage geändert haben. Somit hat die Feuerwehr Kirchehrenbach einen Vorsprung von fünf Jahren beim Wissen um die Bekämpfung von Waldbränden. Mitten in der Fränkischen Schweiz, umgeben von Bäumen, sicher eine kluge Vorbereitung.

Warum Ankerpunkte so wichtig sind

Ein wichtiges Thema bei der aktuellen Übung ist außerdem der Eigenschutz. So ist zum Beispiel ein Ankerpunkt wichtig. So bezeichnen die Wehrler eine taktisch sinnvolle Position, von dem aus Brandbekämpfungen eingeleitet werden, der jedoch auch einen schnellen Rückzug der Einsatzkräfte erlaubt. Das muss bereits bei der Anfahrt und Aufstellung der Fahrzeuge beachtet werden. Im Notfall sollen keine zeitaufwendigen Wendemanöver nötig sein, um das Gelände zu räumen.

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Wichtig ist ferner, dass eine Person immer das Feuer, die Windrichtung und die aktuelle Lage beobachtet. Vorzugsweise ist diese Person ein Gruppenführer. Er verfügt über ein Funkgerät und eine Trillerpfeife, damit er eine gefährliche Situation sofort melden kann. Ein günstiger Beobachtungspunkt ist zum Beispiel das Dach eines Löschfahrzeuges. In Bezug auf die Kleidung ist darauf zu achten, dass die feuerresistente Feuerwehruniform anzulegen ist. Jeder Helfer soll eine Trinkwasserflasche in das Einsatzgebiet mitnehmen.

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Im praktischen Teil üben die Männer, wie ein Bodenfeuer mit einfachen Werkzeugen wie Wasserrucksack, Waldbrandrechen und Feuerpatsche schnell und effektiv unter Kontrolle gebracht werden kann. Diese Methoden haben den Vorteil, dass keine aufwendige Verlegung von Schläuchen und Kupplungen nötig ist und bringt somit einen enormen Geschwindigkeitsvorteil im Einsatz.

Mit D-Schläuchen effektiver

Natürlich wird auch der Umgang mit Kupplungen und Schläuchen geübt. Bei der Waldbrandbekämpfung kommen so genannte D-Schläuche zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen recht dünnen Schlauch, etwa doppelt so dick wie ein herkömmlicher Gartenschlauch. Man habe gelernt, dass punktueller Einsatz von Wasser wesentlich effektiver ist als mit massenhaft Wasser zu löschen. Jede Gruppe muss eine Schlauchstrecke vom Löschfahrzeug bis zum Brandherd verlegen. Dabei muss sich der Trupp durch unwegsames Gelände kämpfen. Danach heißt es „Wasser Marsch“.

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Waldbrandübung Kirchehrenbach // Raimund Glenz

Eine weitere Technik wird in diesem Zusammenhang geübt: Bei der Raupentechnik bewegen sich Strahlrohr und Fahrzeug abwechselnd vorwärts, was an die Bewegung einer Raupe erinnert. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Fahrzeug nicht die technischen Voraussetzungen hat, während der Fahrt Wasser abzugeben. Also schaltet der Maschinist die Pumpe ein, sobald der Schlauch angeschlossen ist. Dann gehen die Feuerwehrleute am Brandsaum entlang und löschen das Feuer. Ist die Länge des Schlauchs erreicht, rückt das Löschfahrzeug nach.

Nach eineinhalb Stunden sind alle Aufgaben gelöst. Die Ausbilder sind mit der Leistung des Feuerwehrtrupps sehr zufrieden. Thomas Löhr konnte sich von den Fähigkeiten der Kirchehrenbacher Feuerwehr überzeugen und verließ die Übung mit der Gewissheit, dass er im Falle eines Waldbrandes auf eine kompetente Feuerwehr setzen kann.

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