Gut drei Monate ist es her, dass die alte Verbindungsbrücke zwischen Kersbach und Baiersdorf abgerissen wurde und die Bauarbeiten für die neue Übergehung begannen. Am Samstag wurde nun das neue Verbindungsstück eingefahren.
Der rund 250 Tonnen schwere Stahlkoloss kam in vier einzelnen Teilen zum Montageplatz auf der A73. Die einzelnen Teile wurden vor Ort zusammengeschweißt. Vier Wochen vor dem eigentlichen Einhub wurden die Gerüste um das Stahlverbindungsstück entfernt. In der vergangenen Woche erfolgten die letzten Vorbereitungen mit dem Aufbocken auf die selbstfahrenden Plattformen.
„Die Planungen für so einen Einhub erfolgen meist schon relativ von Projekt Beginn an, also laufen schon seit mehreren Monaten“, erklärt Bauüberwacher Alexander Gebhart vom zuständigen Ingenieurbüro Hofman. Die Vollsperrung des Autobahnabschnittes FO-Süd bis Baiersdorf Nord von 18 Uhr am Samstag bis 9.30 Uhr am Sonntag wird zusätzlich genutzt, um Betonteile mit einzuheben und weitere arbeiten abzuschließen, so dass eine weiter Vollsperrung vermieden werden kann.
Hier geht's zur Bildergalerie:
Meter für Meter bewegt sich die Brücke
Bei so einem Projekt kann einiges den Zeitplan verzögern. „Wetter ist immer eine unschöne Sache, dass wenn es zu windig wird kann es schwierig werden. Aber auch das ausheben der Betonschutzwende, damit der Platz vorhanden ist, ist eine kleine Unsicherheit. Was einen immer überraschen kann sind irgendwie Hydraulikschlauchplatzer oder technische Defekte, bei denen die Firma kucken muss, dass sie es rechtzeitig in den Griff kriegt“, berichtet Gebhart über die Probleme bei so einem Projekt.
Um 19 Uhr setzten sich die Stahlkonstruktion langsam in Bewegung. Das Wetter ist für das Einfahren perfekt, ein leichter Wind und strahlender Sonnenschein. Meter für Meter bewegen die Selbstfahrenden Plattformen das Konstrukt in die Richtung der Brückenpfeiler.
Erster Einfahrtsversuch nach drei Stunden
Es ist Millimeterarbeit, da der Überbau noch einmal gedreht werden muss. Immer wieder werden die Plattformen gestoppt und nochmal genau überprüft, wie viel Spielraum vorhanden ist. Nach gut drei Stunden erfolgt der erste Einfahrtsversuch. Doch die Stahlkonstruktion liegt zu Tief. Hier zeigt sich, dass trotz genauester Planung manche Probleme nicht vermieden werden können. Das Verbindungsstück wird ein paar Meter zurückgesetzt.
Hier arbeiten alle unter höchster Konzentration.
Die Arbeiter beginnen mit Holzplanken und Stahlplatten auf beiden Seiten ein etwa 25 cm hohes Podest zu bauen. Gegen 23:30 Uhr erfolgt der nächste Einfahrversuch. Die Achsen der Plattformen werden einzeln angesteuert auf die Podeste bewegt. Langsam schwebt die Stahlkonstruktion in die vorgesehene Position. Diesmal reicht die Höhe aus.
Nichts geht ohne eine ruhige Hand
Es ist eine ruhige Hand und präzise Koordinierung erforderlich, da die Brücke leicht versetzt aufgefahren werden muss. Der Zeitplan hat sich durch die Schwierigkeiten etwas verschoben, dennoch sei die rechtzeitige Freigabe des Autobahnabschnittes möglich, so Gebhart. Während die Brücke langsam ihre Absetzposition erreichte, bereiteten sich die Autokräne auf das einheben der Betonteile vor. Die arbeiten Dauerten bis in die frühen Morgenstunden an.
Lesen Sie auch:













































