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Ostast der StUB
Stadt-Umland-Bahn: Was Bürgerentscheid für Forchheim heißt
Freie Bahn für die Stadt-Umland-Bahn (StUB): Das bedeutet der Ausgang des Bürgerentscheids für den Landkreis Forchheim.
Freie Bahn für die Stadt-Umland-Bahn (StUB): Das bedeutet der Ausgang des Bürgerentscheids für den Landkreis Forchheim. // Illustration: Maximilian Arnold ; Molvi/ AdobeStock
Landkreis Forchheim – Die Stadt-Umland-Bahn (StUB) kommt. Mit dem Bürgerentscheid hat das größte deutsche Straßenbahnprojekt die vorerst letzte große Hürde genommen. Was das für den geplanten Ostast im Landkreis Forchheim bedeutet.

Jemand hat die Absicht, eine Straßenbahn zu errichten.

Erlangens Bürgerschaft hat am Sonntag beim Bürgerentscheid mit einem mehrheitlichen Ja die Planungen zur Stadt-Umland-Bahn (StUB) aufrechterhalten. Das heißt, die städteübergreifende Straßenbahn wird einmal Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden können. 31 Haltestellen soll es in drei Städten geben. Und, im zweiten Schritt, soll der sogenannte Ostast die StUB einmal durch das Schwabachtal bis nach Eckental verlängern. Das ist das aktuell größte Straßenbahnbauprojekt der Bundesrepublik Deutschland.

Bürgerentscheid am 9. Juni: Mehr als 55.000 abgegebene Stimmen

Und es bleibt das aktuell größte deutsche Straßenbahnbauprojekt. „Sind Sie dafür, dass die Verlängerung der Nürnberger Straßenbahn (Stadt-Umland-Bahn - StUB) durch die Erlanger Innenstadt bis zum Bahnhof und weiter nach Herzogenaurach auf Basis der vorliegenden Planungen gebaut wird?“, so lautete die Frage für die knapp 83.000 Wahlberechtigten in Erlangen. Dem vorläufigen Ergebnis nach (das amtliche Wahlergebnis liege laut Stadt Erlangen erst am Mittwoch vor) beantworteten 52,4 Prozent der 55.108 abgegebenen Stimmen die Frage mit Ja (47,6 Prozent Nein). Gespannt blickte die gesamte Metropolregion auf den Ausgang dieser Wahl.

Ostast verbindet StUB mit dem Schwabachtal

Nun ist die Entscheidung gefallen. Lange sah es am Sonntag danach aus, als könnte die Waagschale kippen, ein Nein überwiegen. Am Ende triumphiert das breite Bündnis, das sich die Umsetzung der StUB auf die Fahnen geschrieben hat. (Lesen Sie hier die Reaktionen aus Erlangen und Herzogenaurach.) Worte, die man auch im Landkreis Forchheim gerne hört. Allen voran aus jenen Gemeinden, die – zumindest langfristig betrachtet – einmal von der zusätzlichen Erweiterung in den Erlanger Osten profitieren könnten.

Der Plan sieht vor, dass die derzeit geplante Straßenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Herzogenaurach um weitere 18 Kilometer von Erlangen durch das Schwabachtal bis nach Eckental verlängert werden soll. Angebunden werden könnten dann die Gemeinden Spardorf, Buckenhof, Uttenreuth, Dormitz, Neunkirchen am Brand, Kleinsendelbach und Eckental. Auch die Gräfenbergbahn soll perspektivisch angebunden werden.

2018 hatten 13 Gemeinden die Initiative LIBOS (landkreisübergreifendes interkommunales Bündnis für den Ostast der StUB) gegründet, um die beiden Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim davon zu überzeugen, die Planungen für den Ostast aufzunehmen. Ende 2021 und nach einem einstimmigen Beschluss im Forchheimer Kreistag war es dann so weit: Die beiden Landkreise sowie die Stadt Erlangen und der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn schlossen eine Vereinbarung, um die ersten Planungsschritte auf den Weg zu bringen.

Reaktionen aus dem Landkreis Forchheim auf Erlanger Entscheidung

Ein Erlanger Nein für die StUB hätte auch das Aus für den Ostast mit sich gebracht. Dementsprechend erleichtert zeigen sich die Gemeinde-Chefs aus dem südlichen Forchheimer Landkreis. Der Dormitzer Bürgermeister Holger Bezold gibt sich am Montag positiv überrascht, er freut sich über den Ausgang des Entscheids. „Wer langfristig denkt und nicht nur die Kosten im Blick hat, findet die Entscheidung gut. Auch die Erlanger werden in 20 Jahren froh sein, sich so entschieden zu haben.“

Martin Walz, Bürgermeister Neunkirchen am Brands, fieberte laut eigener Aussage am Sonntagabend mit. „Für die Erlanger war das sicherlich keine einfache Entscheidung“, sagt er am Montag unserer Redaktion. „Aber ich freue mich. Für Neunkirchen ist es mindestens aus heutiger Sicht definitiv die richtige Entscheidung."

Doch die StUB alleine werde nicht alle Verkehrsprobleme lösen, meint er. Vor allem Forchheims Landkreissüden profitiert enorm von der Nähe zu Erlangen und Nürnberg, was die Versorgung mit guten Jobs betrifft. Der enorme Pendelverkehr bringt aber auch genau das mit sich, Verkehr. „Unsere Pendelstrecken sind unsere Lebensader“, so Walz. „Das muss funktionieren. Am liebsten mit dem Ostast der StUB, aber wir müssen genauso über den Umstieg aufs Rad und andere Formen des öffentlichen Personennahverkehrs sprechen.“

Martin Walz, Bürgermeister Neunkirchen am Brand (CSU)Forchheim & Fränkische Schweiz
Martin Walz, Bürgermeister Neunkirchen am Brand (CSU) // FT/Archiv

StUB und Ostast: Wie es nun weitergeht

Bei aller Euphorie müssen sich Forchheims Landkreispendler noch gedulden. Wie bereits beschrieben ist der Ostast lediglich Schritt zwei der ebenfalls erst in einigen Jahren nutzbaren Hauptverbindung zwischen Nürnberg und Herzogenaurach. Sowohl genaue Kosten als auch eine detaillierte Streckenführung sind noch unklar. Zwar würde der Ostast bereits parallel mitgedacht, heißt es beim Zweckverband StUB. Doch die Priorität liegt aktuell noch nicht darauf.

Der nächste große Schritt ist das Planfeststellungsverfahren, also das Baugenehmigungsverfahren, das nach Bürger-Ja nun starten kann. Laut StUB-Zweckverband sei die Einreichung der Unterlagen ab dem kommenden Jahr geplant. Wie lange das dauert, ist unklar. Auch, weil auch währenddessen mit Gegenwind zu rechnen ist und sogar Klagen von Anwohnern oder Verbänden möglich sind.

Der eigentliche Beginn des voraussichtlich in vier Abschnitte gegliederten Baus wird demnach wohl nicht vor dem Jahr 2028 beginnen, schreibt der Zweckverband. Die ersten Bahnen sollen dann ab 2031 fahren. Wann die erste Straßenbahn den Landkreis Forchheim passiert, ist noch völlig offen.

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