Carola Römer, Seniorchefin des gleichnamigen Leutenbacher Autohauses, hat während der jüngsten Bürgerversammlung zwei Anträge zur Straße „Rosenau“ in Leutenbach gestellt, die zu ihrer Firma führt. Sie beantragte einerseits einen schnellstmöglichen Ausbau der „Rosenau“ und andererseits ein Grenzfeststellungsverfahren in diesem Bereich. Den Anträgen stimmten die über 60 Versammlungsteilnehmer einstimmig zu. Der Gemeinderat hat nun drei Monate Zeit, um ihre Anträge in einer öffentlichen Sitzung zu behandeln.
Die Redaktion des Fränkischen Tags hat sich in der maroden Straße umgeschaut und mit Anliegern gesprochen: „So eine Straße habe ich in einem Wohnort noch nicht gesehen“, sagt Anlieger Günther Weißenborn. Weißenborn ist pensionierter Stabsfeldwebel der Bundeswehr und stammt aus Nordhessen.
Er ist vor zwei Jahren in die „Rosenau“ nach Leutenbach gezogen. Vorher hatte er auch schon in Reckendorf im Landkreis Bamberg gewohnt, wo sein Sohn lebt. Es ist bereits sein achter Umzug und überall vorher seien die Straßen, in denen er wohnte, viel besser gewesen. „Ich fühle mich in Leutenbach sauwohl, aber so kann diese Straße ja nicht bleiben“, sagt Weißenborn. Er ist ohne Wenn und Aber dafür, dass die „Rosenaustraße“ ordentlich ausgebaut wird
Langer Kampf für bessere Straße
Genau dafür kämpft Martin Römer seit Jahrzehnten. Vor 37 Jahren hat er seine Kfz-Werkstatt in der Rosenau eröffnet. Aus der Werkstatt ging später das Autohaus Römer hervor, das er vor eineinhalb Jahren seinem Sohn Alexander übergeben hat. „Das darf man gar keinem sagen, dass wir schon so lange für eine ordentlich ausgebaute Ortsstraße kämpfen“, sagt Römer. Er habe schon viele Kunden verloren und zwei seiner Kunden haben sich schon die Ölwanne ihrer Autos an einem hochstehenden Kanaldeckel aufgerissen. Römer riet seinen Kunden, die Gemeinde auf Schadenersatz zu verklagen.
Die Zeitungsausträgerin hätte sich schon fast einmal die Beine auf der Strecke gebrochen. Zumal es auch keine Ortsbeleuchtung gibt. „Und was ist, wenn es bei uns brennt?“, fragt Römer. Denn die Feuerwehr wisse angeblich gar nicht, wo der Unterflurhydrant genau ist, weil er zugewachsen sei. Außerdem sei auf dieser Buckelpiste auch kein Winterdienst möglich. „Die vom Bauhof machen sich doch ihre Geräte nicht kaputt“, so Römer.
Unternehmer denkt über Wegzug nach
Er habe inzwischen schon so viel Gewerbesteuern an die Gemeinde bezahlt, mit denen sie die „Rosenau“ schon fünfmal hätten ausbauen können. Er hat auch schon überlegt, sein Gewebe nach Forchheim zu verlegen. Nicht nur, weil dort die Gewerbesteuer günstiger ist und er in Forchheim ein Grundstück hat, sondern wegen der schlechten Straße.
„Aber ich liebe meinen Ort, ich bleibe da“, sagt Römer. Aber so könne es nun nicht mehr weitergehen. Vor allem für die nächste Generation. Die Privatstraße, die bis zu seinem Autohaus führt, würden die dortigen Anlieger selbst auf eigene Kosten mit ausbauen lassen.
Auf eine ordentliche Zufahrtsstraße sei das Autohaus Römer auch wegen seiner vielen Kunden von auswärts angewiesen. Sie kommen sogar aus Erlangen, Forchheim oder Nürnberg, um ihr Auto reparieren zu lassen.
Kunden verwirrt
Viele glauben dann gar nicht, dass am Ende der schlechten Straße eine Kfz-Werkstatt mit Autohaus liegen kann, wenn sie ihr Navi da hochschickt. Er sei aber auf die Kunden von auswärts angewiesen, da er alleine von den Leutenbachern nicht leben kann.
„Es ist nun schon der dritte Bürgermeister, bei dem wir den Ausbau der Rosenau angeschoben haben, aber keiner hat das bis jetzt in Angriff genommen“, so Römer. Nachdem aber nun die Bürger den Anträgen seiner Frau während der Bürgerversammlung zugestimmt haben, schöpft Römer wieder Hoffnung. „Ich bin glücklich und auch stolz darauf, dass den Anträgen einstimmig zugestimmt wurde.“ Bisher habe es ja immer geheißen, dass die Straße nicht ausgebaut werden könne, weil sich die Anlieger nicht einig gewesen seien. Für eine fünf Meter breite Straße müssten einige ein paar Streifen von ihrem Grund abtreten.
Mindestens fünf Meter breit?
Wie Bürgermeister Florian Kraft (FW) während der Bürgerversammlung erklärte, habe er schon zweimal während seiner Amtszeit vergeblich versucht, mit den Anliegern eine Einigung zu erzielen. Man könne die Straße nur dann ausbauen, wenn alle Anlieger ihren Grund hergeben, hatte Kraft erklärt und betont, dass eine Ortsstraße mindestens fünf Meter breit sein müsse.
„Einen durchgängigen fünf Meter breiten Ausbau braucht hier kein Mensch“, entgegnet Römer nun. Dieser Meinung war auch sein Nachbar Robert Messingschlager während der Bürgerversammlung. Wie Messingschlager erklärte, reiche es vollkommen aus, die Straße auf der bestehenden Trasse auszubauen. Das Argument, dass sich nicht alle Anlieger einig sind, ziehe nicht mehr, so Römer. Er geht nun davon aus, dass alle einverstanden sind und die Gemeinde daher sofort loslegen könne.
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