Es ist eines dieser Themen, dass die Meinungen polarisiert. Das Parken.
Vor allem in der Stadt, in der Platz kostbares Gut ist und sich viele Menschen um zu wenige Quadratmeter öffentlichen Raum drängen. Die einen fühlen sich von stehenden Blechlawinen beim Radfahren oder Spaziergehen eingeschränkt, die anderen wüten, weil sie zu wenig Parkraum für ihre Autos wähnen.
Stadt Forchheim wächst - damit auch der Bedarf an Parkplätzen
Letzteres wird unter anderem auch dadurch verschlimmert, dass Forchheim stetig an Einwohnern zunimmt. Zuletzt waren es mehr als 33.000, Tendenz steigend. Viele der Neubürger bringen Autos mit in die Stadt, die auch irgendwo parken müssen.
Doch nicht nur Pendler und Anwohner der Königsstadt plagt tagtäglich das Parkproblem. Auch beispielsweise auf das Auto angewiesene Besucher des Kellerwaldes können in Hochphasen ein Lied von der prekären Parkplatzsituation singen. In den kalten Wintermonaten mag das Problem überfüllter Parkflächen nicht akut sein, aber die nächste Kellerwaldsaisoneröffnung kommt bestimmt.
Stadt sagt Dauerparkern in der Unteren Kellerstraße den Kampf an
Um dem Ansturm des weit über die Grenzen des Landkreises hinaus beliebten Kellerwaldes Herr zu werden, hält die Stadt Forchheim zwei öffentliche Parkplätze in der Unteren Kellerstraße vor. Diese Flächen werden allerdings zunehmend von ansässigen Dauerparkern und Campingfans genutzt, die ihre Wohnmobile, Wohnwagen und Hänger gerne auf dem kostenlosen Schottergelände verteilen. Scheinbar hatte diese Abstellpraxis derart überhandgenommen, dass sich die Stadt nun zum Handeln gezwungen sieht.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist das Parken dort nur noch für Pkw erlaubt, und das auch nur noch zeitlich beschränkt. Und zwar gilt zwischen 10 und 22 Uhr eine Höchstparkdauer von fünf Stunden, nachgewiesen durch eingelegte Parkscheibe. Entsprechende Schilder sind bereits angebracht worden.
Aktuell dürfen Zuwiderhandler zwar noch mit Kulanz rechnen, man wolle ihnen die Gelegenheit geben, ihre Fahrzeuge noch rechtzeitig zu entfernen, heißt es. Aber: „Mit der Verwarnung wird es nun ab Februar ernst."
Bürger Forchheims äußern Unmut, aber auch Verständnis
In den Sozialen Netzwerken regte sich sogleich Unmut. Zwar äußeren sich auch einige befürwortende Stimmen. Aber einige Kritiker werfen der Stadt sogleich „Abzockerei" vor oder fürchten gar um ihren entspannten Kellerwaldbesuch.
Und es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt aufgrund der Parkpolitik rund um den Kellerwald in Kritik gerät. Vor allem rund um das Annafest hagelt es Jahr für Jahr Beschwerden. Im vergangenen Jahr etwa fanden viele Festbesucher ein Knöllchen unter ihrem Scheibenwischer, als sie zu ihren Wagen in den Wohngebieten rund um den Kellerwald zurückkehrten. Die regulären Parkplätze sind während des Festes passe. Zwar gab es dafür Shuttle-Busse und Park & Ride-Plätze; aber nicht alle Besucher wollten oder konnten diese Angebote nutzen.
Doch das Annafest ist mittelfristig Zukunftsmusik, aktuell geht es um dauerparkende Wohnfahrzeuge und Laster an der Unteren Kellerstraße. Die Stadt beschwichtigt die Kritiker: „Auch die fünfstündige Parkzeit sollte für einen ausgiebigen Spaziergang mit Einkehr ausreichend sein", schreibt die Pressestelle. Und immerhin könne ein Gast, der 17 Uhr seinen Besuch auf den Kellern beginnt, theoretisch bis 10 Uhr des Folgetages parken.
Dieses Argument überzeugt den Sprecher der Kellerwald-Wirte, Glockenkeller-Chef Matthias Erlwein, der auf Anfrage unserer Redaktion kein großes Problem erkennen will: „Wichtig ist doch, dass die Nacht weiterhin frei bleibt. So kann weiterhin jeder, der mit dem Auto kommt und einen schönen Abend im Kellerwald verbringen will, sein Auto zur Not stehen lassen."
Lesen Sie auch:














