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Großprojekt
Neue Details zur Raststätte Regnitztal
MdB Lisa Badum (Grüne) und IG-Sprecher Martin Distler wollen die geplante 12,3 Hektar große Tank- und Rastanlage mit allen Mitteln verhindern.Forchheim & Fränkische Schweiz
MdB Lisa Badum (Grüne) und IG-Sprecher Martin Distler wollen die geplante 12,3 Hektar große Tank- und Rastanlage mit allen Mitteln verhindern. // Ronald Heck
Eggolsheim – Lange war nicht klar, wie die umstrittene Rastanlage bei Eggolsheim gebaut werden soll. Nun gibt es Antworten. Die Kritiker sind wenig begeistert.

Wie eine Bedrohung kommt vielen in Eggolsheim das Bundesverkehrsprojekt „Bauvorhaben A 73 Tank- und Rastanlage Regnitztal“ vor. Die Marktgemeinde lehnt den 12,3 Hektar großen Neubau entschieden ab und unter den Eggolsheimern formiert sich überparteilicher Widerstand. Obwohl in Berlin die Pläne für den Neubau seit vielen Jahren verfolgt werden, wurden die Betroffenen vor Ort lange Zeit über den geplanten Baubeginn, mögliche Auswirkungen sowie über die Kosten im Unklaren gelassen. Das Antwortschreiben auf eine Anfrage der Grünen an den Bundestag, das dem FT vorliegt, bringt nun Licht ins Dunkel.

Raststätte Regnitztal: Autobahn GmbH will ab 2024 starten

Dadurch wird erstmals bekannt: Die seit Jahresanfang zuständige Autobahn GmbH des Bundes beabsichtigt, das Baurechtsverfahren ab 2024 in Eggolsheim einzuleiten. Denn das Bundesministerium für Verkehr vollzog bereits im Dezember einen weiteren Planungsschritt für die Raststätte bei Eggolsheim, indem es dem Vorentwurf den sogenannten Gesehenvermerk erteilte. Das ist die Grundlage, um die Genehmigungsplanung für das Bauprojekt zu beginnen.

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Die neue Autobahn-Raststätte im Regnitztal soll insgesamt 23,6 Millionen Euro kosten. Die Baukosten belaufen sich auf 20,9 Millionen Euro, schreibt die Bundesregierung. Für den benötigten Grunderwerb von vor allem landwirtschaftlichen Flächen sind 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Nachfolger-Gesellschaft der bisherigen Autobahndirektionen, die Autobahn GmbH, hat für den Zeitraum von 2023 bis 2025 insgesamt 150 000 Euro als Planungsmittel eingeplant. Insgesamt wird der Neubau der Eggolsheimer Tank- und Rastanlage 12,34 Hektar Fläche beanspruchen.

Im Vorentwurf wurde geplant, dass die bestehenden Autobahn-Parkplätze mit WC-Anlage östlich der A73 als Teil der geplanten Raststätte erweitert und ausgebaut werden. Über eine Brücke soll Regnitztal Ost mit der neu zu bauenden Tank- und Rastanlage auf der Westseite verbunden werden. Hier sind eine Tankstelle, ein Rastgebäude samt Wirtschaftshof vorgesehen.

Die bestehenden Parkplätze mit WC bei Regnitztal West sollen nach dem Neubau der Tank und Rastanlage zurückgebaut und die Fläche von 0,65 Hektar entsiegelt werden. Die Kompensationsmaßnahmen liegen bei 6,2 Hektar.

Kein neuer Lärmschutz für Wohngebiete

Auf die sogenannte Kleine Anfrage der Forchheimer Grünenpolitikerin MdB Lisa Badum, ob und welche zusätzlichen Schallschutzmaßnahmen aufgrund der Überführung sowie der Raststätte vorgesehen sind, teilt die Bundesregierung mit: Für die benachbarten Wohnsiedlungen sei kein Lärmschutz erforderlich. Lediglich neben dem Längsparkstreifen der Schwertransporte auf der Ostseite seien Lärmschutzmaßnahmen geplant.

Bei Eggolsheim sollen 250 Parkplätze und eine Fahrschleife, die über die Autobahn führt, entstehen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Bei Eggolsheim sollen 250 Parkplätze und eine Fahrschleife, die über die Autobahn führt, entstehen. // FT Forchheim

Die neuen Details möchte die überparteiliche Interessensgemeinschaft (IG) Lebenswertes Regnitztal zum Anlass nehmen, um im nächsten Schritt „noch mehr Mitstreiter zu finden und den Protest gegen die Rastanlage auf die Straße zu tragen“, erklärt Sprecher Martin Distler. Er sitzt für die Grünen im Eggolsheimer Gemeinderat und wünscht sich auch durch die Lokalpolitik mehr Widerstand. So wertet Distler es als ersten Erfolg, dass Bürgermeister Claus Schwarzmann die IG Lebenswertes Regnitztal, bei der hunderte Eggolsheimer sich beteiligen, zum Austausch eingeladen habe.

Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum aus Forchheim lehnt den Neubau auch aus Klimaschutzgründen ab und „will politischen Druck machen, um das Monsterprojekt“ zu verhindern. Sie kritisiert die Flächenversiegelung, das zusätzliche Verkehrsaufkommen bei Eggolsheim sowie die Kosten. Die Tank- und Rastanlage widerspreche zudem den klimapolitischen Zielsetzungen in Deutschland. Statt von mehr Lkw-Aufkommen auszugehen, müsse mehr auf die Schiene gesetzt werden. Badum kritisiert: „Wer Autobahnen sät, der erntet zusätzlichen Individual- und Güterverkehr.“

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