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Maskenpflicht endet
In Forchheim fallen die Masken – aber Sorge bleibt
Die Maskenpflicht entfällt ab 3. April in Läden, im Supermarkt, in öffentlichen Innenräumen und Schulen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Maskenpflicht entfällt ab 3. April in Läden, im Supermarkt, in öffentlichen Innenräumen und Schulen. // Barbara Herbst
Forchheim – Am Sonntag endet trotz hoher Inzidenzen die Maskenpflicht; auch in Schulen und beim Einkaufen. Nicht alle in Forchheim halten das für sinnvoll.

Die einen atmen befreit auf, die anderen haben Bedenken. Ab diesem Sonntag laufen viele Corona-Maßnahmen in Bayern trotz hoher Inzidenzen aus. Eine der größten Lockerungen: In Schulen, Gastronomie und in Einkaufsmärkten muss ab 3. April kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Was halten Gäste, Betreiber und Schüler vom Wegfall der Maskenpflicht? Der Fränkische Tag hat sich in Forchheim umgehört.

Die Forchheimerin Heidi Erlwein will die Maske beim Einkaufen aufbehalten.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Forchheimerin Heidi Erlwein will die Maske beim Einkaufen aufbehalten. // Barbara Herbst

„Ich behalte die Maske beim Einkaufen weiterhin auf“, meint Heidi Erlwein, die gerade eine Drogerie in der Hauptstraße verlässt. „Mit Maske fühle ich mich einfach wohler und sicherer. Man hat sich ja auch irgendwie daran gewohnt. Meiner Meinung nach kommt das Ende der Maskenpflicht zu früh“, sagt die Forchheimerin.

Erleichterung ohne Maskenpflicht

Auch Studentin Elisabeth Hermann hält die Maske an bestimmten Orten weiter für sinnvoll. „Wie beim Einkaufen. Dort kann man sich auch leichter anstecken“, sagt Hermann. „Doch man sollte auch berücksichtigen, dass über die Zeit mehr oder weniger jeder einmal an Corona erkranken wird. Aber für mich ist der Wegfall der Maskenpflicht auch ein Stückweit eine Erleichterung. Ich muss teilweise den ganzen Tag FFP2-Maske tragen und habe dadurch Kopfschmerzen, bin müde und unproduktiver. Das ist gesundheitlich schon sehr anstrengend“, sagt die Studentin aus Kersbach.

Kinderarzt Bernward Hinkes freut sich in der Öffentlichkeit nicht mehr so häufig, die Maske tragen zu müssen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Kinderarzt Bernward Hinkes freut sich in der Öffentlichkeit nicht mehr so häufig, die Maske tragen zu müssen. // Barbara Herbst

Ähnlich erleichtert reagiert Kinderarzt Bernward Hinkes auf die Corona-Lockerung: „Ich persönlich freue mich riesig, dass die Maskenpflicht im Einzelhandel entfällt. Wenn die Leute weiterhin vernünftig sind, aufeinander Rücksicht nehmen und Abstand halten, dann geht das.“

Als Arzt müsse er von früh bis spät eine Maske tagen. In seiner Kinderarztpraxis in Forchheim behalten Brunner und seine Mitarbeiter die Maske weiterhin auf. In den meisten Gesundheitseinrichtungen muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden. „In meiner Praxis bekomme ich aber auch direkt mit, welche Belastung das Maskentragen für Kinder bedeutet“, fügt Hinkes hinzu.

Differenzierte Meinung zu Corona-Lockerungen in Forchheim

Ein Schüler der Fachoberschule Forchheim freut sich über den Wegfall der Maskenpflicht: „In der Schule ist es gut, dass man die Maske am Platz absetzen kann, so kann man wieder besser atmen und sich besser konzentrieren.“ Aber in den Schulgängen hätte er die Maskenpflicht „schon gern behalten“. Auch beim Einkaufen will er vorsichtig bleiben: „Ich werde die Maske wahrscheinlich eher unterm Kinn haben, wenn genug Abstand im Laden ist. Wenn zu viele Menschen da sind, werde ich mir die Maske dann wieder hochziehen, um einfach sicherer zu sein.“

Der Arzt und Psychotherapeut Gerhard Brunner sieht die Lockerungen sehr differenziert.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Arzt und Psychotherapeut Gerhard Brunner sieht die Lockerungen sehr differenziert. // Barbara Herbst

Differenziert schätzt auch Gerhard Brunner, Arzt und Psychotherapeut in Forchheim, das Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen ein. „Dadurch, dass das Gesundheitssystem aufgrund des leichteren Verlaufs der Omikron-Variante nicht mehr wesentlich durch schwere Krankheitsverläufe überlastet ist, ist rechtlich eine weitere Maskenpflicht nicht mehr zu rechtfertigen“, erklärt er sich die Lockerung.

Aber im Übrigen stelle der coronabedingte Ausfall von Personal in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegediensten und Rettungsdienst ein großes Problem dar. „Deswegen ist weiterhin jeder aufgerufen, verantwortlich zu handeln und in geschlossenen Räumen eine Maske zu tragen und die Gefahr einer Weiterverbreitung an gefährdete Personen letztlich zu verringern“, sagt Brunner.

Ab sofort können die Bundesländer nur noch eine Maskenpflicht anordnen, wenn das Landesparlament eine Region als „Hotspot“ klassifiziert. Neben mehreren Handelsketten haben unter anderen Edeka und Aldi bereits angekündigt, die Maskenpflicht ab kommender Woche aufzuheben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat an Supermärkte und Geschäfte appelliert, selbst eine Maskenpflicht zu verhängen. Es ist davon auszugehen, dass das Hausrecht Ladenbetreibern gestattet, durchaus eine Maskenpflicht für ihren Markt vorzuschreiben.

Markt in Forchheim: Hinweise zum Abstand halten bleiben

„Wir werden uns, wie bisher auch in der Pandemie, an die in Bayern gültigen Regelungen halten. Wenn die Maskenpflicht fällt, fällt diese auch bei uns in Forchheim“, sagt Frank Hagedorn, Geschäftsführer des Globus Marktes in Forchheim. Der Einkaufsmarkt behalte seine Desinfektionsspender in der Markthalle, die es bereits vor der Pandemie gab.

„Die Schutzvorrichtungen werden wir weiterhin belassen und auch die Hinweise zu Abständen und Hygieneregeln werden weiterhin Bestand haben, vielleicht im Laufe der Verbesserung des Infektionsgeschehens in reduzierter Form. Sowohl unseren Mitarbeitern wie auch unseren Kunden steht es frei, weiterhin eine Maske zu tragen, um sich und andere dadurch zu schützen“, betont Hagedorn.

Forchheims Dehoga-Vorsitzender hat „gemischte Gefühle“

Mit „gemischten Gefühlen“ sieht Georg Hötzelein, der Forchheimer Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes den Lockerungen entgegen, angesichts der weiter hohen Corona-Inzidenzen. „Nachdem sich der Bund offensichtlich nicht mehr verantwortlich fühlt und die Verantwortung von den Ländern an die Betriebe nach unten weitergegeben wird, warum sollen wir Gastronomen und Hotelbesitzer dann die Bösen markieren“, verdeutlicht Hötzelein.

„Wir freuen uns natürlich, dass die Maskenpflicht wegfällt und wir nicht mehr kontrollieren müssen. Was wir aber in unserem Betrieb noch beibehalten wollen, ist, unsere Gäste am Eingang abzuholen. Damit die Leute nicht unnötig kreuz und quer laufen“, sagt der Inhaber des Berggasthofes in Regensberg. Den Mitarbeitern und Gästen sei es freigestellt, ob sie Masken tragen wollen oder nicht.

Lesen Sie hier das Pro und Kontra zum Ende der Maskenpflicht:

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