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Pläne für altes Gebäude
Was mit dem Gymnasium in Hammelburg nach dem Umzug passiert
Gymnasium Hammelburg
Im Schuljahr 2027/28 sollen die Schülerinnen und Schüler des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg schon am neuen Schulzentrum unterrichtet werden. Für das alte Gebäude brauchte es deshalb Ideen für die Nachnutzung. // Milena Meder
Hammelburg – Am Hochstein in Hammelburg entsteht ein neues Schulzentrum. Als Erstes soll im Jahr 2027 das Gymnasium umziehen. Was danach mit dem leeren Gebäude passiert, ist inzwischen geklärt.

Der Landkreis baut am Hochstein in Hammelburg ein neues Schulzentrum. Läuft alles nach Plan, sollen die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bereits im Schuljahr 2027/28  auf dem neuen Campus unterrichtet werden. 

Das aktuelle Schulgebäude in der Stadt wird in absehbarer Zeit also nicht mehr benötigt. Um einen längeren Leerstand der etwa zwei Hektar großen Fläche zu vermeiden, macht sich der Landkreis deshalb, in Abstimmung mit der Stadt Hammelburg, schon seit Längerem Gedanken über eine mögliche Nachnutzung. Mit der Carl von Heß Sozialstiftung scheint die optimale Lösung nun gefunden. „Es ist quasi wie ein Sechser im Lotto“, sagt Landrat und Stiftungsratsvorsitzender Thomas Bold (CSU). 

Ein Servicewohnen mit etwa 100 Wohnungen

Eigentlich wäre die Fläche, laut vertraglich vereinbarter Rückfallklausel, nach Auszug des Gymnasiums an die Stadt Hammelburg zurückgegangen. Diese hat das bebaute Gelände allerdings dem Landkreis überlassen. „Die Freiflächen bleiben bei der Stadt“, weiß Bold. 

Schulareal Hammelburg
So könnte das Schulareal in Hammelburg in Zukunft möglicherweise aussehen. Was mit dem Gebäude des Gymnasiums passieren soll, ist inzwischen geklärt. // Visualisierung Archicult - Breunig Architekten

Was der Landkreis nun mit dem Schulhaus vorhat? Das Gelände werde an die Carl von Heß Sozialstiftung übertragen, entsprechende Beschlüsse im Kreisausschuss seien bereits gefasst. „Wir planen ein Servicewohnen mit etwa 100 Wohnungen“, erzählt der Landrat. Grundlage hierfür sei eine von der Stadt Hammelburg beauftragte Machbarkeitsstudie des Büro Archicult – Breunig Architekten aus Würzburg. „Die Studie hat uns noch einmal bestätigt, was wir uns für die Nachnutzung vorgestellt hatten“, freut sich Bold. 

Die Gebäudestruktur sei gut für gemeinschaftliches Wohnen geeignet und auch die Lage optimal. Einkaufsmöglichkeiten, Bahnhof, Ärzte und auch die Innenstadt sind in unmittelbarer Nähe. „Wir wollen das so ausgestalten, dass es uns möglich ist, Menschen bis Pflegegrad drei, manchmal auch noch vier, unterzubringen“, sagt Marco Schäfer, Stiftungsvorstand  der Carl von Heß Sozialstiftung.


Was ist Servicewohnen?

Servicewohnen ist eine Wohnform, die selbstständiges Leben in barrierefreien Wohnungen bietet. Es ermöglicht längere Unabhängigkeit, da bei Bedarf spezielle Unterstützungsleistungen zubuchbar sind.


Wie das Gebäude umgebaut werden soll

Der Umbau soll starten, sobald das Gymnasium umgezogen ist. Entstehen sollen dabei etwa 100 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größenordnungen. „Wir wollen die Gebäudesubstanz so weit wie möglich erhalten“, sagt er. Auch Parkplätze müssten mit in die Überlegungen aufgenommen werden, ebenso die Turnhalle und der unter der Schule vorhandene Bunker. 

Zusätzlich zu den Wohneinheiten seien im Gebäude auch Flächen für die Verwaltung und einen Gesundheitsdienstleister vorgesehen. „In Münnerstadt haben wir es geschafft, eine Arztpraxis direkt im Haus zu etablieren. So etwas können wir uns in Hammelburg auch vorstellen“, sagt Schäfer und erzählt weiter: „Wir hoffen, ebenfalls eine Anlaufstelle für Menschen von außerhalb werden zu können. Wir möchten ein offenes Haus sein, in dem möglichst viel Leben herrscht.“ Wie die Stiftung das erreichen will? Zum Beispiel durch einen offenen Mittagstisch. 

Bürgermeister Armin Warmuth (von links), Stiftungsvorstand der Carl von Heß Sozialstiftung Marco Schäfer sowie Landrat und Stiftungsratsvorsitzender Thomas Bold stehen vor dem Gymnasium in Hammelburg.
Bürgermeister Armin Warmuth (von links), Stiftungsvorstand der Carl von Heß Sozialstiftung Marco Schäfer sowie Landrat und Stiftungsratsvorsitzender Thomas Bold stehen vor dem Gymnasium in Hammelburg. // Sina Bretscher

Dass sich das Konzept Servicewohnen in dem frei werdenden Gebäude nun anbiete, sei hervorragend. Oft ist die häusliche Struktur bei Bedürftigen nicht mehr optimal, die stationäre Pflege sei allerdings in vielen Fällen nicht zwingend notwendig, sagt Schäfer. „Die Menschen gewinnen einfach an Lebensqualität, wenn sie dann die Möglichkeit haben, bei uns im Servicewohnen unterkommen zu können.“ Denn: Bislang gebe es in Hammelburg und Umgebung ein solches Angebot nicht.

Eine einmalige Chance für Hammelburg

„Wir sind froh, dass wir nun ein Angebot schaffen können, das zur Stiftung passt und das vor allem auch die Menschen vor Ort brauchen“, ergänzt der Landrat. Generell sei die Möglichkeit, das gesamte Areal neu entwickeln zu können, eine einmalige Chance für Hammelburg. „Es kann an dieser Stelle ein komplett neues Stadtquartier entstehen, das Hammelburg in seiner Entwicklung erheblich weiterbringt“, ist sich auch Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) bewusst.

Dass das Gymnasium-Gebäude in Zukunft von der Von Heß Stiftung mit Servicewohnen genutzt werden soll, sei ein Glücksfall für die Stadt Hammelburg. Was mit den an die Stadt zurückgefallenen Freiflächen passieren soll? Auch dafür gebe es bereits Ideen: „Ziel ist, hier verdichtetes Wohnen zu schaffen“, sagt er und berichtet abschließend: „Die gesamte Neuausrichtung wird zahlreiche Synergien mit sich bringen und die Stadt Hammelburg in ihrer Entwicklung enorm voranbringen.“

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