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Katastrophenfall
Wie der Landkreis Forchheim auf Großbrände vorbereitet ist
Anfang des Jahres veranstaltete die Feuerwehr in Kirchehrenbach eine Waldbrandübung.
Anfang des Jahres veranstaltete die Feuerwehr in Kirchehrenbach eine Waldbrandübung. // Andreas Wolfger
Lkr Forchheim – Zwei schwere Großbrände in kurzer Zeit bewegen Deutschland. Wie der Landkreis Forchheim für solche Notfälle gerüstet ist.

Binnen weniger Tage sorgten zwei Großbrände deutschlandweit für Schlagzeilen – der Tage andauernde Waldbrand auf dem Brocken, der bereits nach wenigen Stunden eine Fläche von über 20 Hektar verschlang, und der Großbrand auf einem Firmengelände in Wunsiedel. Beide Vorfälle hätten sich ähnlich auch im Raum Forchheim abspielen können. Um solche Ereignisse unter Kontrolle zu bringen, gibt es folglich auch im Landkreis Forchheim Strukturen.

Gefahr Waldbrand

„Von derartigen Großbränden sind wir seit einiger Zeit zum Glück verschont geblieben“, erklärt Kreisbrandinspektor Oliver Flake. Die letzte vergleichbare Großeinsatzlage sei das Jahrhunderthochwasser an der Aisch im Jahr 2021 gewesen.

Auch Großbrände auf Firmengelände oder Waldbrände in der Fränkischen Schweiz seien jedoch Szenarien, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. Tatsächlich seien gerade Waldbrände neben Hochwasser eine der Einsatzlagen, auf die man sich in gewisser Weise spezialisiert habe. Hierfür habe der Landkreis beispielsweise extra in Ausrüstung zur Löschwasserförderung investiert.

Landkreis übernimmt Einsatzleitung

„Es kommt zwar jedes Jahr im Sommer zu Wald- und Flächenbränden“, berichtet Flake. Glücklicherweise sei es in den vergangenen Jahren jedoch stets geglückt, derartige Situationen rechtzeitig bereits auf kommunaler Ebene unter Kontrolle zu bringen.

Gelinge dies nicht, würde ähnlich wie am Brocken die Einsatzleitung des Landkreises übernehmen, Unterstützung aus anderen Ortschaften anfordern und im Zweifelsfall sogar den Katastrophenfall ausrufen. Zusammengestellt würde die Einsatzleitung aus der Kreisbrandinspektion, dem Rettungsdienst sowie dem technischen Hilfswerk.

Hilfe von Außen

Dieser Einsatzleitung obliege es auch, Hilfe von außerhalb anzufordern, etwa weil bestimmte Spezialausrüstung nicht im Landkreis Forchheim vorhanden ist. „Im Falle eines solch großflächigen Waldbrandes würden wir beispielsweise ähnlich wie am Brocken auch Kräfte anfordern, die aus der Luft löschen können“, berichtet er. Im Landkreis Forchheim gebe es solche Hubschrauber mit speziellen Transportkörben jedoch nicht. Dafür seien solche Kräfte etwa in Bayreuth vorhanden.

Manchmal würde aber auch schlicht Man-Power gebraucht. Aus diesem Grund habe auch der Landkreis Forchheim bereits seit langem ein sogenanntes Standard-Hilfekontingent aufgestellt, das mit konventioneller Ausrüstung und Gerät ausrücken könne. „Hierzu haben wir uns etwa Anfang des Jahres im Zuge des Hochwassers in Südbayern bereiterklärt“, erzählt Flake. Die Regierung Oberfranken habe jedoch entschieden, andere Kontingente zu entsenden.

Hochwasser in Südbayern

„Ich weiß, dass viele von uns bereit waren, zu helfen“, betont der Kreisbrandrat. Letztendlich sei diese Entscheidung der Regierung jedoch richtig gewesen. Schließlich müssten unterstützende Regionen sicherstellen, dass eine Grundsicherung gegeben sei. „Im Zuge der Hilfeleistung darf man seine eigenen Kräfte nicht übermäßig auslaugen“, erklärt er.

Aus diesem Grunde sei ein solches Kontingent auch stets aus unterschiedlichen Zügen verschiedener örtlicher Feuerwehren aufgestellt, die zusammen ausrückten. Damit dies in der Praxis gelinge, brauche es Übung – sowohl in Bezug auf die Planung von Einsatzlagen als auch ganz praktisch.

Übung ist wichtig

„Aus diesem Grund veranstalten wir jährlich mit dem Führungskreis ein Planspiel“, berichtet Flake. Und auch für die Feuerwehren gebe es regelmäßig Großübungen, bei denen rund 200 Kameraden aus dem ganzen Landkreis aktiv miteinbezogen würden. Die letzte Übung dieser Art habe im Jahr 2021 stattgefunden. Die nächste sei jedoch bereits für 2025 geplant.

Bestandteil des Gesamtübungskonzeptes seien aber auch kleinere Übungen von Feuerwehren, bei denen diese mit Feuerwehrleuten aus benachbarten Ortschaften gemeinsam Szenarien durchspielen würden. „Wenn man einander kennt, bevor man gemeinsam zu einem realen Einsatz ausrückt, ist das viel wert“, betont Flake. Schließlich helfe dies die Koordinationsphase, die zu Beginn jedes Einsatzes üblich sei, zu verringern und so eine Eskalation der Lage zu verhindern.

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