In Stadelhofen bei Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz hat sich am Freitag ein Brand entwickelt. Kurz nach 15 Uhr begann es, in einem Taubenschlag zu brennen. Das Feuer breitete sich rasant aus und griff auf angrenzende Gebäude, darunter eine Garage über. Zwei Feuerwehrmänner, darunter der Sohn des Haus- und Taubenbesitzers, erlitten leichte Rauchvergiftungen. Einer davon wurde prophylaktisch zur Beobachtung in ein Krankenhaus eingeliefert.
„Nur durch den schnellen Einsatz der Gemeindewehren konnte Schlimmeres verhindert werden“, erklärte Kreisbrandrat Oliver Flake unserem Reporter, der gerade in der Gegend unterwegs war und daher kurz nach Ausbruch des Feuers am Brandherd eintraf. Die Feuerwehr wurde über die Rettungsleitstelle unter dem Einsatzstichwort B 3 um 15.30 Uhr alarmiert.
Tauben nicht mehr zu retten
Wie der Einsatzleiter vor Ort, Kreisbrandmeister Marco Brendel von der Feuerwehr Kleingesee erklärte, baute die Ortsfeuerwehr Stadelhofen, die nur über einen Tragkraftspritzenanhänger verfügt, die Wasserversorgung auf. Kurz darauf traf die Stützpunktfeuerwehr Gößweinstein und die Feuerwehr Kleingesee mit ihren wasserführenden Fahrzeugen und Atemschutzgeräteträgern ein, die dann sofort mit dem Erstangriff am bereits lichterloh brennenden Taubenschlag beginnen konnten.
Weder der Taubenschlag noch die vielen wertvollen Tauben waren noch zu retten. Der Taubenbesitzer zeigte sich untröstlich, galt er doch als einer der besten und erfolgreichsten Züchter von Strasser-Tauben in ganz Europa. Züchter aus ganz Europa kamen nach Stadelhofen, um sich mit den Tauben des Züchters einzudecken. Viele der wertvollen Tiere hatten auch im In- und Ausland bei Wettbewerben Preise gewonnen.
Schaden am Wohnhaus
In einer ersten Meldung hieß es, ein Hühnerstall brenne. Dies stellte sich dann aber als falsch heraus. Vor allem galt es laut Brendel, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude und die umliegenden Wohnhäuser zu verhindern. Am Wohnhaus des Taubenbesitzers waren mehrere Plastikrollos geschmolzen und der Dachstuhl der angebauten Garage hatte ebenfalls bereits Feuer gefangen. „Primärziel der Feuerwehren war es, die Hausbewohner und die umliegenden Bewohner der Nachbarhäuser zu evakuieren“, erklärte Brendel.
Weitere Wehren wurden nachalarmiert, da sich das Feuer drohte auszuweiten. So trafen nacheinander die Wehren der Stadt Gräfenberg – hier auch die Drehleiter, die aber dann zum Glück nicht gebraucht wurde – und die Feuerwehren Kirchenbirkig, Bärnfels und Behringersmühle ein. Außerdem die Unterstützungsgruppe des Landkreises für die örtliche Einsatzleitung (UGÖEL). Im Einsatz außerdem der Malteser Hilfsdienst aus Waischenfeld, das Rote Kreuz und mehrere Beamte der Polizeiinspektion Ebermannstadt.
Am Samstagmorgen teilte die Polizeiinspektion Ebermannstadt die Brandursache mit. Demnach wollte der Taubenzüchter mit einem Gasbrenner seine große Voliere von Ungeziefer befreien. Dabei geriet diese jedoch in Vollbrand. Laut einer Sprecherin der Polizei Oberfranken beläuft sich der Schaden ersten Schätzungen zufolge auf rund 50.000 Euro.
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