Update, 3. September
Sprachnachricht zeigt: Vermisste hatte Angst vor Joseph Georg H.
Noch immer fehlt von der seit dem 1. August vermissten 33-jährigen Katina K. jede Spur. Während die Polizei weiter das Gebiet rund um Eggolsheim absucht, schlägt der Fall deutschlandweit und sogar darüber hinaus Wellen. Viele Medien, darunter die Bild oder die Hamburger Morgenpost, berichten über den Fall. Da die Vermisste bulgarische Staatsangehörige ist, sind inzwischen auch die dortigen Medienportale darauf aufmerksam geworden.
Das Medienportal „news24sofia.eu“ berichtete unter anderem über den Fall und hat auch mit Familienmitgliedern von Katina K. gesprochen. In diesem Zusammenhang soll laut Berichten auch eine Sprachnachricht der Vermissten an ihre Großmutter aufgetaucht sein. Diese soll Katina K. kurz vor ihrem Verschwinden versendet haben.
Vermisste wollte nach Bulgarien zurück
Darin soll sie erklären, dass sie nach Bulgarien zurückkehren möchte. Sie habe Angst vor Joseph Georg H., bei dem sie zu diesem Zeitpunkt zu Besuch war und um den sich die Sprachnachricht laut dem bulgarischen Newsportal dreht. Auch von Bedrohung und Gewalt ist die Rede. News24sofia.eu ist laut eigenen Angaben das am schnellsten wachsende Newsportal in Bulgarien.
Der im Fall Beschuldigte Joseph Georg H. sitzt seit Anfang August in Untersuchungshaft. Die 33-Jährige gilt noch immer als vermisst:
Update, 19. August
Polizei sucht nach möglichen Zeugen
Die Polizei sucht noch immer Flächen und Gewässer rund um Eggolsheim ab. Auch der Zeugenaufruf läuft weiter. Das ist der aktuelle Stand.
Update, 12. August
Neue Hinweise und Spur in die Vergangenheit
Wie Oliver Barnert, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken, am Montag mitteilt, hat die Polizei sowohl auf die Öffentlichkeitsfahndung nach der 33-jährigen Vermissten als auch auf die Veröffentlichung der Fotos des Tatverdächtigen Hinweise im mittleren zweistelligen Bereich aus der Bevölkerung erhalten. Die Ermittler der Soko Sofia prüfen und bewerten diese Hinweise nun.
Rund um Eggolsheim sei bereits mit zum Teil über hundert Beamtinnen und Beamten nach der Vermissten gesucht worden. Diese Suche werde weiter fortgeführt. Weitere Details zum Stand der Ermittlungen könne die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht herausgeben.
Neben aktuellen Spuren wird auch der Zusammenhang zu einem anderen Fall aus dem Jahr 1994 geklärt. Damals war eine Frau aus Forchheim verschwunden. Gegen den Beschuldigten Joseph Georg H. sei seinerzeit ermittelt worden. Der Fall ist bis heute ungeklärt.
Stand 9. August
Alle Infos zum Vermissten-Fall im Überblick
Seit dem 1. August fehlt von der 33-jährigen Katina K. jede Spur. Am Tag darauf wird sie offiziell als vermisst gemeldet. Während der Suche nach der Frau gerät ein 73-Jähriger ins Visier. Er steht unter Verdacht, die 33-Jährige getötet zu haben.
Am Donnerstag hat der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das gaben das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bamberg am Freitag bekannt.
Sonderkommission ermittelt im Fall der Vermissten
Die Kriminalpolizei Bamberg hat eine Sonderkommission unter dem Namen „Soko Sofia“ eingerichtet, die aus über 30 Ermittlerinnen und Ermittlern besteht.
Zum aktuellen Stand am Freitag (9. August) sind noch viele Fragen offen. Was bisher bekannt ist, erklärte Oliver Barnert, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken, am Mittag in Forchheim. Die aktuelle Lage im Überblick.
Wer ist die Vermisste und wo wurde sie zuletzt gesehen?
Die 33-jährige Katina Kirilova-Puthela ist bulgarische Staatsangehörige und war laut Polizei im Rotlichtmilieu tätig. Die Frau wurde zuletzt am 1. August gegen Nachmittag in der Schönbornstraße in Bammersdorf gesehen. Daher hätten sich die ersten Suchmaßnahmen auf diesen Bereich konzentriert, so Barnert: „Es waren jetzt mittlerweile auch schon Hunde im Einsatz, auch die Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei waren mit da und wir hatten jetzt schon Suchmaßnahmen auch mit über 100 Beamten, die im Einsatz waren.“
Nachdem der Kontakt überraschend abgebrochen war, hatte die Familie der Frau in Norddeutschland Vermisstenanzeige erstattet.
Welche Spur führte zu dem 73-Jährigen?
Durch intensive Befragungen, die Aufnahme der Anzeige und die Ermittlungen habe sich der letzte Aufenthaltsort der 33-Jährigen ergeben. Sie sei zu Besuch bei dem 73-jährigen Mann gewesen. So sei dieser in den Fokus der Ermittlungen gelangt. „Da haben sich einfach ein paar Unwägbarkeiten ergeben, die letztlich den dringenden Tatverdacht für ein Tötungsdelikt ergeben haben“, erklärt Barnert weiter. Daher sei der Mann nun in Untersuchungshaft. Die Befragungen laufen noch. Dennoch werde in alle Richtungen ermittelt, da auch andere Szenarien vorliegen könnten.
In welchem Verhältnis standen die beiden Personen?
Die Vermisste kannte den 73-Jährigen. „Sie hatten sich mehrere Wochen zuvor kennengelernt und sie war letztlich dann bei ihm auch mehrere Tage zu Besuch. Und deswegen hat sie sich auch hier in der Region aufgehalten“, so Barnert. Wie lange die Frau sich schon hier aufgehalten habe, das sei noch in Klärung im Rahmen der Ermittlungen. Wie sich die beiden genau kennengelernt haben, dazu seien die Ermittlungen und Befragungen noch nicht abgeschlossen. In welchem Verhältnis sie standen – ob eher oberflächlich oder inniger – könne man bisher noch nicht sagen.
Wer arbeitet aktuell an der Aufklärung des Falls?
Über 30 Beamtinnen und Beamte unter der Leitung der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg ermitteln in der Soko Sofia. „Wir haben aber auch von außerhalb noch Kräfte mit im Einsatz, dazu gehört beispielsweise die Betreuungsgruppe, die die Angehörigen mit betreut und auch die operative Fallanalyse, die sogenannten Profiler, die beim Polizeipräsidium München mit beheimatet sind“, so Barnert.
Warum heißt die Soko Sofia?
Die Vermisste ist bulgarische Staatsangehörige, die Hauptstadt von Bulgarien ist Sofia.
Wie geht es jetzt weiter?
Es wurden auch angrenzende Gebiete mit in die Suchmaßnahmen einbezogen. Dazu kommen Befragungen im sozialen Umfeld. Auch technische Daten, zum Beispiel vom Handy der Vermissten, werden gesichert und bewertet. Was diese Auswertung ergeben habe, dazu sei zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussage möglich.
Die Öffentlichkeitsfahndung nach der 33-Jährigen ist immer noch aktiv. „Wir erhoffen uns nach wie vor Hinweise aus der Bevölkerung, vielleicht hält sie sich aktuell auch noch irgendwo auf, gegebenenfalls auch irgendwo im Bereich des Rotlichtmilieus und deswegen ist auch noch immer die Hinweisnummer der Kriminalpolizei in Bamberg geschaltet, um da weitere Hinweise zu kriegen“, erklärt Barnert. Dennoch müsse auch in Betracht gezogen werden, dass die zum aktuellen Zeitpunkt auch tot sein könnte.
Außerdem sucht die Polizei nach Hinweisen, wer den Beschuldigten am 1. August gesehen hat:
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