Sein berufliches Können unter Beweis stellen, wer möchte das nicht? Auf dem Hof von Regine und Jürgen Stirnweiß in Dobenreuth absolviert der 16-jährige Patrik Galster aus Dietzhof die nächsten zwei Jahre seine Ausbildung zum Landwirt mit Fachrichtung Milchwirtschaft.
Die Vielfalt des Berufs Landwirt dürfte einem Außenstehenden oft gar nicht bekannt sein, sagen Bereichsleiter Konrad Schlottenloher vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Bamberg und seine Kollegin, die Bildungsbeauftragte Sabine Braun. „Grüne Berufe sind voller Leben“, und das Amt wolle vom 21. bis 27. März die Landwirtschaft wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft rücken.
Gelernter Metzger
Jürgen Stirnweiß hat als gelernter Metzger über das Bildungsprogramm Landwirt seinen Berufsabschluss zum Landwirt erreicht und sich anschließend zum Landwirtschaftsmeister weitergebildet.
Seine Frau Regine hat sich als gelernte Raumausstatterin und Quereinsteigerin über den zweiten Bildungsweg in Bamberg zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung weitergebildet. Gemeinsam haben sie den elterlichen Nebenerwerbsbetrieb zum Vollerwerbsbetrieb mit Milchviehhaltung umgebaut und bilden nun selbst Lehrlinge aus.
53 Hektar Ackerland
Auf 53 Hektar Ackerland und 24 Hektar Wiesen betreiben sie Grünlandwirtschaft und Ackerfutterbau mit Silomais und Ackergras sowie Getreideanbau, das als Futtergrundlage verwertet wird für 65 Milchkühe mit eigener Nachzucht, die sich im modernen Laufstall mit Laufhof frei bewegen können.
Bauern sind Alleskönner. So werden auch Lohnarbeiten für andere Betriebe wie der Mähdrusch und das Holzrücken angeboten.
„Weil es Spaß macht“
Wenn man den Auszubildenden Patrik Galster fragt, warum er den Beruf des Landwirts erlernt, sagt er spontan: Weil es Spaß macht. Zu Hause in Dietzhof ist er auf dem elterlichen Hof in der Landwirtschaft mit Viehhaltung aufgewachsen. „Ich möchte auch land- und tierwirtschaftliche Produkte umweltgerecht erzeugen“, erklärt er.
Hier in der Ausbildung lernt er alles über Fütterung, Maschinen, Qualitätskontrolle sowie Aussaat, Düngung und Ernte. Zu den weiteren Aufgaben gehören das Züchten, Versorgen und Vermarkten von Tieren.
Wie verläuft ein typischer Arbeitstag beim Azubi? Der Tag sei von der Witterung und der Saison vorgegeben, erzählt er, denn im Winter fallen andere Arbeiten an als im Sommer.
Arbeitstag beginnt um 7 Uhr
Morgens um 7 Uhr fängt er an. Er geht zu den Kühen in den Stall. Melken steht an, täglich. Zuvor gibt es die tägliche Begrüßung beim Zuchtbullen „Manuel“, bevor sich Kuh „Mine“ nach ihrem Besuch in der Waschanlage mit frisch gestyltem Haarpony bei allen vorstellt.
Das Melkgeschirr wird sorgfältig gereinigt. Überhaupt: „Milchverarbeitung hat viel mit Putzen zu tun“, weiß Patrik. Anschließend werden die Maschinen, die über den Tag gebraucht werden, hergerichtet.
Wenn Mähen auf dem Programm steht, sind alle bis zum Abend beschäftigt. Mit einer Flasche Wasser und einer Brotzeit im Gepäck, lässt es sich den ganzen Tag auf dem Traktor aushalten. Am Abend wird wieder das Melkgeschirr gerichtet und dann wird wieder zu dritt gemolken.
Aufruf und Motivation
Und wie sieht die Ausbildung aus? Die reguläre Ausbildung finde im dualen System statt, erklärt Sabine Braun. So läuft das Berufsschulgrundjahr in Vollzeit (für den Landkreis Forchheim grundsätzlich in Coburg). Das heißt: vier Tage Schule und ein Tag gruppenweise auf einem Ausbildungsbetrieb.
Zwei weitere Praxisjahre erfolgen in einem Ausbildungsbetrieb an vier Tagen in der Woche und einem Tag Berufsschule. Zusätzlich fänden überbetriebliche Ausbildung und Lehrlingsschulungen statt, berichtet Braun.
Das Motto „Grüne Berufe sind voller Leben und Nachwuchs bringt frischen Wind“ soll aufmerksam machen und dazu aufrufen, die Innovationskraft junger Menschen zu nutzen, und sie an agrar- und gesellschaftspolitischen Entscheidungen teilhaben lassen, so Bereichsleiter Schlottenloher. Das bedeutet auch Lernen und Spaß haben am Beruf als Landwirt. „Der Beruf wird immer mehr an Bedeutung gewinnen“, ist sich der Amtsvertreter sicher.
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